Mein Noch-Ehemann ist nicht der Vater meines Kindes – von Jana – Geschichten aus den Kommentaren


Stammbuch der Familie - Geburtsurkunde

Für den Staat ist derjenige der Vater, in dessen Ehe das Kind geboren wurde – Foto: Liane R. Anderson

Erlebnisberichte – Geschichten – Erfahrungsberichte – Kommentare / Serie – Blog / Vaterschaftsanfechtung – leiblicher Vater – Noch-Ehemann – gesetzlicher Vater – Bei dem veröffentlichten Bericht, Deutsche Gerichte gewähren Kuckucksmüttern weiterhin Immunität und Straffreiheit von Max Kuckucksvater, meldete sich Jana zu Wort und erzählte über ihr eigenes Erlebnis.

Ein gesetzlich angeordneter Vaterschaftstest bei JEDEM Kind wäre das Optimum. Dann müsste mein Kind nämlich jetzt nicht mit einem Vater in der Geburtsurkunde leben, den ich das letzte Mal zwei Jahre vor ihrer Geburt überhaupt gesehen habe. Es ist schon Wahnsinn, was in diesem Staat abgeht. Nur weil es einen Ehemann gibt (evtl. sogar nur noch auf dem Papier, wie bei mir), ist er auch gleichzeitig der Vater. Zum Kotzen so was.

Das ist ja das Lustige an der Sache, bereits im Krankenhaus (!) nach der Geburt erklärte ich, dass mein (Noch)Ehemann nicht der Vater des Kindes ist und ich keinesfalls will, dass er in die Urkunde eingetragen wird. Das ging nicht und ich wurde auch nicht auf irgendeine Art und Weise beraten, WIE es geht. Nach dem die Kleine irgendwann stabil war und mit nach Hause durfte (nach ca. 10 Wochen) ging das Dilemma los. Ich hatte keine Ahnung, wo sich mein Mann aufhielt – deswegen waren wir auch noch nicht geschieden. Der richtige Papa des Kindes bot dem Gericht sogar an, einen Vaterschaftstest zu machen, um zu beweisen, dass er der Vater ist. Aber das gilt in Deutschland ja nicht, sondern der “rechtmäßige” Vater muss ausgeschlossen werden. Es war ein Hürdenlauf über zig Gerichtsverhandlungen, den ich echt keinem wünsche. Irgendwann wurde mein Mann in der Türkei ausfindig gemacht und erschien dann auch zum Scheidungstermin. Das Kind war zu dem Zeitpunkt schon drei Jahre alt. Er behauptete steif und fest, dass er der Vater sei. Da ich auf dem Gegenteil bestand, wurde dann vom Gericht ein Vaterschaftstest angeordnet, der natürlich ergab, dass er eben nicht der Vater ist.

Nun warten wir darauf, dass die amtlichen Mühlen mal etwas schneller mahlen und den richtigen Vater, der es so gerne möchte, in die Geburtsurkunde eintragen. Also prinzipiell ist alles in die richtigen Bahnen gebracht, jedoch hätte das alles auch anders und für alle nervenschonender gehen können.

Es ist unglaublich, wie verbohrt und verstaubt unser Rechtssystem in Deutschland ist.Da wird bewusst ein falscher Vater eingetragen, nur weil es der Staat vorschreibt, dass der Ehemann auch gleichzeitig der Vater eines Kindes ist. Den natürlichen Vorgaben zufolge kann der Vater eines Kindes aber nur der Mann sein, der es auch gezeugt hat. Laut Gesetz muss aber zuerst der „rechtmäßige Vater“ ausgeschlossen werden. Wie kann den in heutiger Zeit noch so ein unsinniges und altmodisches Gesetz Bestand haben?

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Geschichten aus den Kommentaren – Serie im Kuckucksvaterblog

Wenn solch eine ungeheuerliche Regelung abgeschafft worden wäre, hätten enorme Kosten für die Gerichtsverhandlungen, sowie den überflüssigen Vaterschaftstest von dem noch Ehemann eingespart werden können. Denn der neue Lebenspartner von Jana war ja sofort zu einem Vaterschaftstest bereit. Dadurch hätte er seine Vaterschaft bewiesen und die darauf folgenden Gerichtsverhandlungen wären nicht nötig gewesen. Außerdem werden mit diesen vermeidbaren Angelegenheiten die Gerichte noch zusätzlich überbelastet.

Der Staat mischt sich gerade in diesem Fall, in der Weise ein, indem der leibliche Vater, trotz der Aussage durch die Kindsmutter, nicht als solcher anerkannt wird. Hingegen wird der noch Ehemann einfach zum Vater abgestempelt. Hinzu kommt noch, dass durch solche eingestaubten Paragrafen, dem leiblichen Vater, sowie dem Kind eine sehr geringe Wertschätzung hinsichtlich ihrer engen verwandtschaftlichen Verbindung, entgegen gebracht wird.

Mit diesem Gesetz wird jedem Menschen automatisch sein ganz natürliches Recht auf seine Wurzeln entzogen. Denn gerade dadurch ist es leider auch möglich, dass ein Ehemann als Vater abgestempelt wird und Unterhalt zahlen muss, obwohl er nicht der Erzeuger ist. Um so einen ungerechten Betrug auszuschließen, ist ein Vaterschaftstest sofort nach der Geburt in Zukunft zwingend notwendig.

Mit einem halbwegs gesunden Menschenverstand, lassen sich diese sinnlosen Gesetze nicht nachvollziehen.

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Geschichten aus den Kommentaren – Serie im Kuckucksvaterblog

Hier eine Auflistung sämtlicher Artikel aus der Serie „Geschichten aus den Kommentaren„.

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Über Liane R. Anderson

Bin ich mit 44 Jahren noch einmal Tochter geworden? Ich wurde im Oktober 1967 geboren, bin verheiratet und habe zwei tolle Kinder. Mein gesetzlicher Vater war Alkoholiker und sehr gewalttätig. Schon früh übernahm ich die Verantwortung für meine Mutter und meinen Bruder und organisierte mit nur 13 Jahren, unsere Flucht aus dieser Hölle. Mit viel Ehrgeiz und Kampfgeist erschaffte ich mir ein schöneres Leben. Bis ein einziger Satz mir den Boden unter den Füßen wegriss und meine komplette Identität in Frage stellte.
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9 Antworten zu Mein Noch-Ehemann ist nicht der Vater meines Kindes – von Jana – Geschichten aus den Kommentaren

  1. Oranienburg schreibt:

    Jeder, der bereits Kinder hat, kennt das wunderschöne Gefühl, wenn man als Elternteil nach der Geburt die Geburtsurkunde seines Kindes im Standesamt in Empfang nehmen darf. Ein Gesetz, das es die Menschenwürde eindeutig verletzt, hat mir und meinem Mann dieses Gefühl verweigert. Ich bin noch verheiratet, lebe in neuer Partnerschaft, aus der unser gemeinsamer Sohn stammt. Wir hatten uns rechtzeitig über die Gesetzesgrundlage informiert, und ließen daher schon während der Schwangerschaft eine Vaterschaftsanerkennung des leiblichen Vaters, sowie die Bestätigung hierzu durch den Scheinvaters beurkunden. Unglaublich, dass mein Noch-Ehemann die Vaterschaft nicht ausschlagen musste, sondern darüberhinaus damit einverstanden sein musste, dass mein neuer Mann der Vater meines damals noch ungeborenen Kindes ist. Dieser Schritt kostete 60 Euro, und zwei Zeitstunden im Standesamt. Die Scheidung war durch meine Anwältin im Mai eingereicht worden, leider war ich bei der Geburt meines Kindes noch nicht geschieden. Im Krankenhaus hat die Hebamme problemlos meinen neuen Mann als Vater eingetragen. Unser Sohn bekam auch den Nachnamen seines leiblichen Vaters. Als wir dann nach der Entlassung die Geburtsurkunde abholen wollten, musste ich mein Stammbuch vorzeigen. Die Standesbeamtin strich darauf den Namen des leiblichen Vaters aus dem schon vorbereiteten Formular, und trug meinen Noch-Ehemann als Vater ein. Dann bat sie mich zu unterschreiben. Dieses erniedrigende Gefühl werde ich mein ganzes Leben nicht vergessen. Ich habe die Dame darauf hingewiesen, dass es Urkundenfälschung ist, aber ich hatte keine Wahl, denn sonst mein Sohn weder krankenversichert, noch hätte ich Mutterschaftsgeld und Kindergeld bekommen. Die eigentliche Geburtsurkunde habe ich nicht mitgenommen, nur die Vordrucke für die Behörden, um Geld zu erhalten. Jetzt ist der Kleine 5 Monate alt, und wir möchten ihn taufen lassen, in der Kita anmelden, er soll den Nachnamen seines Vaters tragen dürfen, endlich eine richtige Geburtsurkunde haben, und er soll bei beiden auf Lohnsteuerkarte stehen. Ich hoffe, dass der Amtsgerichtsdirektor bald den Scheidungstermin bekannt gibt! Es ist eine unzumutbare Situation! Beschämend für Deutschland! Eine eingereichte Petition im Bundestag erbrachte, dass Oberamtsrätin Tanja Liebig auf das derzeitige Gesetz verwies, und Kopie dessen beifügte. Weil es dieses Gesetz gibt, habe ich ja die Petition eingereicht – und da besitzt die zuständige Bearbeiterin die Frechheit, mir diesen Brief zu schreiben. Es ist eine große Schande, was hier passiert!

    • Max Kuckucksvater schreibt:

      Danke für Deinen Kommentar und den Einblick in den Ablauf, den Du damit gibst. Kannst Du einen Link zur eingereichten Petition oder den Petitionstext selbst hier posten? Auch die Antwort interessiert mich im Originalwortlaut. Falls diese nicht publiziert werden sollten, freue ich mich, wenn Du mir diese Informationen an kuckucksvater@hotmail.com sendest.

      Die Vaterschaftsanfechtung kann man auch ohne Scheidung durchführen lassen, dass sollte dann schneller gehen. Was sagt Dein Anwalt dazu?

    • toffil schreibt:

      Schon mal kurz darüber nachgedacht, dass der Staat womöglich gute Gründe hat, solche Regelungen zu treffen, beispielsweise um Mißbrauch zu verhindern?

      Und dass es vielleicht viel eher eine Schande ist, eine Ehe zu beenden, um, obwohl noch nicht einmal geschieden, gleich wieder Kinder in die Welt zu setzen, die dann vermutlich ihrerseits von der nächsten Trennung aus der Bahn geworfen werden, frage ich besser gar nicht erst.

      • Sammy schreibt:

        Hallo toffil,

        moralisch und menschlich kann ich dir folgen. Von einer Beziehung ohne vollzogene Scheidung und Abstand in die nächste und gleich ein Kind gezeugt. Na ja, ob das gut geht wird sich zeigen.

        Rechtlich muss ich den beiden Damen zustimmen und würde die Petition jederzeit mitunterschreiben, oder ´selbst nochmal einreichen.

        Warum, das kannst Du in meinen Berichten nachlesen.

        VG Sammy

      • Anita schreibt:

        Woohoo toffil… bist du von einem anderen Planeten oder ,nur, Mitglied einer religioesen Sekte? 😉

  2. Pingback: Vaterschaftsanfechtung nach dem 2. Lebensjahr? – Mutter fragt bei netmoms irritiert um Hilfe | kuckucksvater

  3. luenzer schreibt:

    Eine unglaubliche Geschichte, die zeigt wie viel da juristisch im Argen liegt:
    Hoffen wir, dass sich da immer mehr tut und dass endlich die ureigenen Interessen der betroffenen Kinder Ernst genommen werden….

    • Liane Scholl schreibt:

      Wie gesagt, mit einem halbwegs gesunden Menschenverstand lassen sich so sinnlose Gesetze nicht nachvollziehen. Es wäre wichtig, dass solche unrealistischen und angestaubten Verfassungen schnellstmöglichst geändert werden.

      • Petra Scholz schreibt:

        ´Da bin ich völlig Deiner Meinung, zumal ich mir fast sicher bin, dass die Mehrheit der Deutschen dieses Gesetzesfassung als absurd ansieht.
        Mal abgesehen davon, ist jene Fassung,- soviel ich weiß, aus dem Jahre 1900.
        Seither hat sich die Gesellschaft 10x gewandelt, sodass es Zeit wäre, über eine Reform nachzudenken.
        Wie „gut“ dies auch einst gemeint sein mag,- dies teile ich nicht, denn auch wenn man im Sinne des Kindes spricht, produziert jenes Gesetz anderseits Leid auf allen Ebenen.

        Nichtväter werden dann wissentlich zur Kasse gebeten, ebenso, wie ein Teil der Kinder abgelehnt werden oder meist die hinter verschlossenen Türen unter Gewaltattacken leiden. Vom psychischen Leiden der Kinder mal abgesehen.
        Aber das will man gar nicht erst sehen.

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