„Vater unbekannt? – Nicht wirklich!“ – Wie das Jugendamt sich gegen Unterhaltsbetrügerinnen wehrt


Rathaus von Bochum - Gleich um die Ecke ist der Eingang vom Bochumer Jugendamt

Bochumer Jugendamt schaute in den Unterhaltsvorschussanträgen bei der Angabe ‚Vater unbekannt‘ mal genauer hin – © Foto: Hans-Jürgen Wiese under CC 1.2, 2.0, 3.0

Bochum – Jugendamt – Unterhaltsvorschuss – Sozialbetrug Vater unbekannt. Knapp 2 % aller Anträge auf Unterhaltsvorschuss, die jährlich beim zuständigen Jugendamt eingehen, tragen laut einem aktuellen Bericht der Ruhr Nachrichten diesen Zusatz. Würde dies so zutreffen, wäre das Jugendamt in der Pflicht für den eigentlichen Vater des Kindes in Vorleistung zu gehen, also Unterhaltsvorschuss zu zahlen. Doch von den 15 Anträgen mit diesem Zusatz, die beispielsweise das Jugendamt Bochum 2012 zu bearbeiten hatte, wurden

12 abgelehnt, da das Jugendamt genauer hingeschaut hatte. Nach einer eingehenden Befragung durch eine weibliche Mitarbeiterin war das Jugendamt jedenfalls in diesen Fällen überhaupt nicht davon überzeugt, dass die Mütter die Identität der biologischen Väter nicht kannten. Wenig überraschend, dass sich fünf der zwölf Antragstellerinnen dann sogar urplötzlich doch noch erinnern konnten, wer der Vater ihrer Kinder sei.

Was als sogenannte „Disko-Fälle“ beim Jugendamt landet, ist in Bezug auf Mütter- und Staatswillkür jedoch nur die Spitze des Eisbergs. Während sich „Vater Staat“ hier nach Kräften dagegen wehrt, dass ihm ein Kind untergejubelt wird, sorgt er innerhalb einer Ehe dafür, dass auch die Vaterschaft eines Seitensprungs nach dem BGB automatisch dem Ehemann zugeordnet wird. Der „Schwarze Peter“ wird also tunlichst weitergegeben. Dabei sind die Fälle, in denen die Mutter einen falschen Vater angibt und diesen glauben lässt, er sei der biologische Vater, noch gar nicht berücksichtigt.

Letztendlich kann nur ein obligatorischer Vaterschaftstest bei Geburt diese Willkür der Mütter und des Staates beenden und dafür sorgen, dass Kinder Gewissheit über ihre Identität haben, Väter sich ihrer Vaterschaft sicher sein können und Jugendamtsmitarbeiter sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren könnten.

Wie genau das Jugendamt Bochum in derartigen Fällen vorgeht, lesen Sie im Artikel:

„Unterhaltsvorschuss – Jugendamt ermittelt bei fehlender Identität des Vaters“ in den Ruhr Nachrichten

Wie ähnlich geartete Betrugsversuche von Kuckucksmüttern ablaufen, zeigt diese Fallschilderung in gutefrage.net

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3 Antworten zu „Vater unbekannt? – Nicht wirklich!“ – Wie das Jugendamt sich gegen Unterhaltsbetrügerinnen wehrt

  1. Jona ohne Zwang schreibt:

    Ich finde es asozial auf den Müttern herumzuhacken und als Betrüger zu titulieren ohne die Umstände, die divers sein können, zu kennen. So mit Menschen und Frauen umzugehen ist inakzeptabel. Es wird immer Fälle geben, wo es besser ist, man hat keinen Vater und dann soll auch niemand gezwungen werden, sich zu offenbaren.
    Diese ganze Kommunismus (Vorrednerin: der Schaden von uns allen), Vorschreiberei und aggressive Bevormundung nevt in Deutschland extrem. Fällt manchen schon gar nicht mehr auf, dass ander Leuts Leben sie gar nicht angeht. Soviel zum Thema Kontrollstaat und sich gegenseitig kontrollierende Bürger. Erinnert an die DDR.
    Für Kinder kann übrigens nicht nur verheerend sein, seinen Vater nicht zu kennen. Bei manchen ist es verheerend ihn zu kennen. Und ich denke auch nicht, dass es wirklich pauschal als verheerend bezeichnet werden sollte, weil es zum Leben dazu gehört eben, dass nicht alles rund läuft. Eltern sterben oder sind eben unbekannt, aus diversen Gründen. Na und?
    Ich persönlich finde es ehr verheerend, wenn ein Adoptivkind 2 Väter bekommt.

  2. Pingback: Mutter verschafft sich durch Betrug mehr als 200.000 Euro Stütze bei Sozialämtern | kuckucksvater

  3. Petra Scholz schreibt:

    Genau dieses Vorgehen ist mir durch außenstehende Aussagen auch bekannt.
    Das Problem ist ebenso Jobcentermitarbeitern bekannt, denen letztlich eine Handhabe fehlt, wenn sie sich sicher sind, dass diesbezüglich noch betrogen wird.
    Solche Fälle, dass die Frau den Vater als unbekannt angibt aber dieser dann die Frau zum Jobcenter schickt, mit der Weisung, dass der Vater unbekannt sei, zieht dort weitere Kreise.
    Ein zwingender Vaterschaftstest nach einer Geburt jeden Kindes würde nicht nur endlich dafür sorgen, dass jedem Kind die Möglichkeit gegeben wird, zu wissen, was es ausmacht, sondern auch möglichen Sozialbetrug eindämmen.
    Beides geht nicht nur zu Lasten der Allgemeinheit, sondern fällt letztlich auch zu Ungunsten des Kindes aus. Die psychischen Folgen, wie das gesamte, beihnahe unerklärliche Leid der Kinder werden dabei offenbar nicht bedacht.
    Schließlich stellt dies nicht nur einen Betrug an der Allgemeinheit, sondern auch einen am Kind dar. Das sollte sich jeder Betroffene klar machen.
    Dass ein obligatorischer Vaterschaftstest gegen das Grundgesetz verstoße, weil damit jeder unter Verdacht des Misstrauens gestellt sei und ein solcher auch von den Kosten her nicht tragbar wäre, ist meiner Meinung eher eine Fars.
    Die eigentliche Grundrechtsverletzung wird hier am Kind toleriert, dass um seine Herkunft betrogen wird, obwohl laut Untersuchungen bekannt ist, wie wichtig es für das Kind ist, zu wissen, wo es herkommt und was es überhaupt ausmacht und wie verheerend die Folgen für Kinder sein kann, denen die eigenen Wurzeln vorenthalten werden.
    Dass somit nicht nur der Betrug an betroffenen Kindern, gesetzlich geduldet, wie geschützt wird, sondern ebenso jener an der Allgemeinheit und der Gesetzgeber dies verdrängt, ist letztlich zum Schaden von uns allen.

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