Was ‚Hallo Deutschland‘ nicht gezeigt hat – oder: Wie wieder einmal am Kuckuckskindthema vorbeiberichtet wurde


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Stefan Will und Marcus Spicker berichten in ‚Hallo Deutschland – Hautnah‘ (ZDF) vom Identitätsraub durch die Kuckucksmutter

Hallo Deutschland – ZDF – real&fiction / Kuckuckskind – Scheinvater – Kuckucksmutter / Reportage – Bericht – Interview / Marcus Spicker – Stefan Will – Weber – Als sich im Oktober 2012 eine Mitarbeiterin der „real&fiction Film- und Fernsehproduktion GmbH“ bei uns meldete und um Zusammenarbeit für einen Beitrag für das Format „Hallo Deutschland Spezial“ anfragte, das ursprünglich den Titel “Hallo Deutschland – Tatort Familie” trug, waren wir sehr erfreut, dass sich wieder ein Produktionsteam für das Kuckuckskindthema interessierte. Zudem ließ das Wort ‚Tatort‘ im Titel vermuten, dass es Intention sein könnte, begangenes Unrecht aufzuarbeiten. Daher sagten wir gerne unsere Unterstützung zu.

Schließlich sehen wir eine unserer Hauptaufgaben eben in der Unterstützung von Journalisten bei der Recherche und der unkommerziellen Vermittlung betroffener Scheinväter, Kuckuckskinder, leibliche Väter und Kuckucksmütter, die sich für Interviews bereiterklären. Dies tun wir, damit es den Medien endlich möglich wird, qualifiziert über das Unterschieben von Kindern, die für sie damit einhergehende Identitätsberaubung und die väterfeindliche Rechtsprechung berichten zu können. Wir haben auf diese Weise bereits eine Vielzahl von TV- und Presseberichten unterstützen können und zum Teil auch erst ermöglicht. (An dieser Stelle vielen Dank an all die Interviewgeber, ohne die dies nicht möglich wäre.)

Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund ist der letztlich entstandene „Bericht“ von ‚Hallo Deutschland‘ in einigen Teilen eine herbe Enttäuschung für uns. Auch aus journalistischer Sicht ist die eben gesendete Reportage eher ein Happy-End-Story-Telling als eine ernsthafte Reportage, die auf Missstände aufmerksam macht. In „Hallo Deutschland hautnah – Getäuschte Väter – Leben mit Kuckuckskindern“ (einen ‚Tatort‘ sucht man plötzlich vergeblich) gibt es zwei Geschichten, die gezeigt werden und zwar die von Stefan Will alias Stefan Weber und Marcus Spicker (Beider Erlebnisberichte findet ihr, wenn ihr auf deren Namen klickt). Doch sowohl Stefan (der unter Realnamen genannt werden wollte) als auch Marcus sehen sich, ihr Schicksal und die Thematik nicht so von ‚Hallo Deutschland‘ dargestellt, wie ursprünglich intendiert. Warum? Darauf werden wir hier genauer eingehen:

Einer der zu kritisierenden Punkte ist, dass Kuckucksmütter in dem Bericht als hilfsbedürftige Mütter in einer aussichtslosen Situation dargestellt werden. Die Behauptung, Kuckucksmütter seien darauf angewiesen, einen Ernährer zu finden, impliziert, dass alleinerziehende Mütter, deren Kinder keinen gesetzlichen Vater haben, in Deutschland verhungern würden. Dem ist, wie wir alle  wissen, nicht so! Durch den verkürzenden Zusammenschnitt solcher Aussagen wird die  Kuckucksmutter als armes Opfer dargestellt, das keine andere Chance hatte, als zu lügen bzw. die Wahrheit zu verschweigen. Die Aussage der Kuckucksmutter, dass für sie und ihren Sohn mit dem Test eine Welt zusammengebrochen sei und sie  gemeinsam geheult haben, ist vollkommen nachvollziehbar. Fraglich ist aber, ob die beiden aus demselben Grund heraus betroffen sind. Die Aufdeckung der Wahrheit durch andere bedeutet für Kuckucksmütter eine Demaskierung vor dem eigenen Kind, dem Scheinvater und wahrscheinlich auch ihrem sozialen Umfeld. Dass das für eine Kuckucksmutter eine hohe emotionale Belastung darstellt, ist klar.

Aufrichtiger und den Realitäten entsprechend wäre es hier gewesen, ganz deutlich zu machen, dass Scheinväter den finanziellen egoistischen Interessen und der Willkür der Kuckucksmütter komplett ausgeliefert sind. Der Staat und die Gesetze machen Scheinväter wie Stefan Will (alias Weber) zum Zahlesel und die Kuckucksmutter greift – obwohl sie weiß, dass es Unrecht ist – ungeniert in seine Tasche.  Und das Monat für Monat, seit vielen Jahren. Und wohl auch in Zukunft.

Ein Lichtblick im Bericht ist, dass die Mutter gefragt wurde, ob sie es denn gerecht fände, dass sie von Stefan Geld beansprucht, obwohl er nicht der leibliche Vater ist. Doch durch den dramaturgischen Aufbau und im Zusammenhang mit allen anderen zweifelhaften Aussagen, die im Bericht gezeigt werden, geht deren Antwort, dass sie weiß, dass es ungerecht ist, aber Interesse am Geld überwiegt (eine Schlüsselaussage!) völlig unter.

Kuckuckskinder haben einen leiblichen Vater. Nicht nur die meisten, nein, alle! Und genau den zu benennen, sollte eine selbstverständliche Verpflichtung sein, der Kuckucksmütter jedoch nicht nachkommen, sondern ganz im Gegenteil auch noch den falschen als Vater benennen. Sie genießen vom Staat für sämtliche Straftaten quasi Immunität, obwohl Betrug und Identitätsfälschung Delikte im Sinne des Strafgesetzbuches sind. Die Aussagen von Marcus Spicker, die die Entrechtung von Kuckuckskindern und Scheinvätern auf den Punkt gebracht hätten, sind leider komplett rausgeschnitten worden. Doch nur um genau diese Aussagen für die Öffentlichkeit machen zu können, war Marcus bereit, erneut ein Interview zu geben. Bisher vermochten nur wenige TV-Journalisten, wie z.B. Heiko Weiler (jetzt selbständig) in einer RTL Extra Reportage und Achim Schregle in einem Bericht für das ARD-Magazin „Brisant“, die Missstände beim Kuckuckskindthema beim Namen zu nennen.

Unsere Hoffnung, dass man sich im ZDF-Beitrag ebenfalls traut, den Finger in die Wunde zu legen, wurde leider enttäuscht. Auf weitere gute (weil kritische) Berichte werden wir wohl noch etwas warten müssen. Stattdessen wurde eine arme Kuckucksmutter gezeigt, die nicht anders konnte, als Stefan in die Tasche zu greifen, zwei Kuckucksväter, die sich der Zahlungspflicht entledigen wollten und ein Happy End, bei dem nun Scheinvater und Kuckuckskind wieder Kontakt zu einander pflegen.

Hier geht es zum Bericht „Hallo Deutschland hautnah – Getäuschte Väter – Leben mit Kuckuckskindern“in der ZDF Mediathek

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Über Max Kuckucksvater

Seit Anfang 2011 weiß ich nun, dass mein Sohn aus erster Ehe nicht mein leiblicher Sohn ist. Da ich weder im Netz, noch irgendwoanders Hilfe gefunden hatte, habe ich dieses Blog gegründet. Dieses Blog verbindet Kuckuckskinder und Kuckucksväter untereinander, stellt Hilfsthemen bereit. Ein weiteres Ziel ist die Aufklärung der Gesellschaft über den stattfindenden Identitätsraub und Betrug, damit wir in Zukunft dieses Leid verhindern können. Der obligatorische Vaterschaftstest ab Geburt (OVAG) ist das einzige Mittel, welches das Kind sicher vor der Fälschung seiner Identität bewahren kann. Seither sind sehr viele Kontakte und Freundschaften zu Scheinvätern, Kuckuckskindern und anderen Betroffenen sowie Unterstützern entstanden. Der Austausch mit ihnen hat mir geholfen, meine Trauer zu verarbeiten. Und: Ja, ich lebe tatsächlich in Kolumbien. Inzwischen sind meine Frau und ich stolze Eltern einer Tochter. https://www.facebook.com/max.kuckucksvater
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36 Antworten zu Was ‚Hallo Deutschland‘ nicht gezeigt hat – oder: Wie wieder einmal am Kuckuckskindthema vorbeiberichtet wurde

  1. Bernd Plechatsch schreibt:

    Ich fand es jedenfalls positiv, dass wieder einmal das Thema Kuckucksvater im Fernseh zur Sprache kam und der Kuckucksvaterblog doch gut in Szene gesetzt wurde.
    Zur den Aussagen sowohl im Bericht als auch im Blog von Frau S. Will wurde ja ausreichend Stellung genommen, die ich alle unterstreichen kann. Es steht mir nicht zu, den Stab über jemanden zu brechen. Was ich aber nicht verstehen kann, wie man Ungerechtigkeit wider besseren Wissens immernoch und immerwieder versucht zu rechtfertigen. Hier geht es meines Erachtens weder um das Wohl des Kindes noch um Gerechtigkeit dem Scheinvater gegenüber. Hier geht es nur um Geld und materielle Absicherung ! Das scheint aber wirklich das große Dilemma der Kuckucksmütter zu sein und ist in meinem Fall auch nicht anders.

    • Marcus Spicker schreibt:

      Würden die Kuckucksmütter mit in die Haftung genommen, wenn es um die Rückforderung des fälschlicherweise bezahlten Unterhalts geht, würden sich sehr viele gut und frühzeitig überlegen, ob sie nicht doch lieber bei Zeiten mit der Wahrheit rausrücken. Solange man jedoch bequem zuschauen kann wie rechtlicher und biologischer Vater juristisch aufeinandergehetzt werden, besteht dazu ja gar keine Veranlassung. Man bringt sich zwar in ein Dilemma, der Gesetzgeber sorgt aber schon dafür, dass der Rubel weiterrollt. Insofern fällt man sehr weich mit seinem Dilemma, finde ich.

      • Bernd Plechatsch schreibt:

        Ja Marcus, da gebe ich dir Recht, wenn es um das Materielle geht. Hier haben sie leider laut unserer Gesetzgebung nichts zu befürchten und so werden sie auch weiter die Kuh melken. Ist ja auch so einfach.
        Mit dem moralischen Dilemma, welches ich gemeint habe, müssen sie dennoch alleine fertig werden.

        • Marcus Spicker schreibt:

          Tja, Bernd. Man sollte wirklich meinen, dass man an so etwas richtig zu knabbern hat. Liest man oder hört man sich die Geschichten hier so an, dann muss man leider feststellen, dass die allermeisten von ihnen mit Schweigen, Leugnen, Verdrängen und Weiter-sich-alles-Zurechtlegen ganz gut durchkommen. Nur wenige bereuen und tun alles dafür, die Scharte auszuwetzen, oder sich zumindest beim Betrogenen zu entschuldigen. Vor Kummer eingegangen ist jedenfalls noch keine! Ich bin zutiefst davon überzeugt, – und da spreche ich bestimmt nicht nur für mich alleine – dass ein ehrliches Wort und echte Einsicht ganz andere, friedlichere Lösungen ermöglichen würden. Da die allermeisten aber nur tiefer in der Lüge versinken, muss von Gesetzes wegen dafür gesorgt werden, dass genug Abschreckung besteht. Urkundenfälscher, Trickbetrüger und Bankräuber wissen auch vorher was ihnen blüht…

          • Bernd Plechatsch schreibt:

            Marcus. Ich bin doch der gleichen Meinung. Auch wenn Abschreckung die Straftaten nicht verhindert, so soll dennoch jeder wissen, was ihn erwartet. Das ist auch „beim Unterschieben eines Kindes“ in unserem Gesetz so vorgesehen. Nur wird es nicht angewendet. So habe ich es jedenfalls noch in Erinnerung.
            Was einem bleibt, ob Kuckuckskind oder Scheinvater, ist die persönliche „Bewertung“ der Mutter. Und da fällt das Urteil bei mir leider negativ aus. Auch ich hätte gerne ein ehrliches Wort und echte Einsicht verspürt – gerade im Sinne des Kindes. Doch wie Marta ja schreibt: „Und die Folgen für die Kuckuckskinder bleiben ungesühnt!!!“

      • Marta Pandora schreibt:

        Und die Folgen für die Kuckuckskinder bleiben ungesühnt!!!

  2. Josef Groll schreibt:

    Lieber Max, ich stimme Deinem Bericht uneingeschränkt zu und hoffe, dass dieser von möglichst vielen, auch von nicht Betroffenen und ganz besonders auch von Politikern, aufmerksam gelesen wird.
    Ich befasse mich als Betroffener mit diesem Thema seit dem Jahre 2006. Ein Grundübel ist, dass hier nach meiner Meinung elementarste Grundsätze unseres Rechtsstaates missachtet werden. Ich berufe mich auf die Art. 1, 2 u. 3 unserer Verfassung, genannt Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland. Ohne hier auf Einzelheiten einzugehen, dürfte es nach meiner Meinung weder einen Kuckucksvater noch ein Kuckuckskind geben, wenn die dort verankerten und jedermann garantierten Grundrechte beachtet werden würden.
    Ganz einfach: Gemäß Art. 2/I GG ist jedem das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persön-lichkeit garantiert, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfas-sungsmäße Ordnung oder gegen das Sittengesetz verstößt. Diese Aussage ist eindeutig und ist nach Art. 1/III GG für die Gesetzgebung, für die vollziehende Gewalt und für die Recht-sprechung unmittelbar geltendes Recht. – Da ein Putativvater weder die Rechte anderer verletzt, noch gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder gegen das Sittengesetz verstößt, kann ihm das garantierte Grundrecht der freien Entfaltung seiner Persönlichkeit weder ver-wehrt noch eingeschränkt werden.
    Dieses verfassungsmäßig garantierte Grundrecht der freien Entfaltung seiner Persönlichkeit kann ein Ehemann beim Unterschieben eines Kindes infolge einer Täuschungshandlung durch seine Ehefrau gar nicht wahrnehmen und kann somit auch keine freie Entscheidung i. S. des Art.2/I GG treffen. Der § 1592 Nr.1 BGB ist dem Grundgesetz gegenüberzweitrangig, was hier heißt: Zuerst die freie Persönlichkeitsentscheidung, erst dann sind andere Maßnahmen möglich. Josef Groll

    • Max Kuckucksvater schreibt:

      Josef, danke für Deinen Kommentar, der einen weiteren wesentlichen Punkt klar ausformuliert: Das im Grundgesetz verbriefte Recht auf freie Enfaltung der Persönlichkeit. Ich wünsche Dir ein schönes Osterfest und hoffe, dass wir uns irgendwanne einmal begegnen. Aufgrund der Entfernung vielleicht einmal zusammen mit Marcus auf ein virtuelles Bier via Skype? 😉

      • Groll, Josef schreibt:

        Lieber Max, ein virtuelles Bier via Skype hilft hier nicht weiter. Ich brauche alle paar Tage einen Kasten gutes, echtes, süfiges Bier, um mein Mißfallen über die derzeitige Ge-setzesauslegung runterzuspülen. Sorry, anders ist das nicht zu machen! Gruß, Sepp

  3. Frau S.Will schreibt:

    Zitat : Bisher vermochten nur wenige TV-Journalisten, wie z.B. Heiko Weiler (jetzt selbständig) in einer RTL Extra Reportage und Achim Schregle in einem Bericht für das ARD-Magazin “Brisant”, die Missstände beim Kuckuckskindthema beim Namen zu nennen.

    Vielleicht liegt es auch daran, dass RTL sowie ARD nur eine einseitige Berichterstattung zeigten, und sich keine Mühe gemacht haben, sich alle Seiten der Bertreffenden anzuschauen…

    • Frau S.Will schreibt:

      Trotzdem spreche ich mich auch für eine dringende Gesetzesänderung aus. Ich finde, dass hier eine individuelle Lösung für das betreffende Kind mit den Eltern sehr sinnvoll wäre. Einseitige Gesetzestexte werden hier keinem weiterhelfen. Das ist aus unserem Fall ja sehr ersichtlich. Denn auch mir als Mutter sind quasi die Hände gebunden. Ich kann nicht wirklich mehr tun, als an den leiblichen Vater zu appellieren.
      Aber auch dies werde ich im eigenen Sinne der „Gerechtigkeit“ nicht aufgeben, und versuchen Stefan zu unterstützen !
      Dir Stefan möchte ich nochmal ganz besonders danken, dass Du im Beitrag „mein Sohn“ gesagt hast. Ich selber sehe nun mal mehr die emotionale Seite meines Kindes, wie die Gesetzeslage.

      • Marta Pandora schreibt:

        Hallo Frau S. Will
        erst einmal vielen Dank dass sie hier schreiben, dennoch kann und werde ich ihre Haltung nicht akzeptieren, denn mir ist in dem Beitrag ebenso sauer aufgestoßen, wie wohl auch einigen Anderen, dass sie Stefan weiterhin zur Kasse bitten mit dem Wissen, ein Anderer ist der biologische Erzeuger! In welchem „Sinne“ ist es für sie Gerechtigkeit, die sie nicht aufgeben wollen?
        Außerdem ist das Kind aus dem Gröbsten raus, wie wäre es mit einer Vollzeitbeschäftigung in der sie dann mehr Geld zur Verfügung hätten um so Stefan nicht noch mehr Geld aus der Tasche zu ziehen?
        ### Zitat
        Ich selber sehe nun mal mehr die emotionale Seite meines Kindes, wie die Gesetzeslage ### Zitat Ende

      • Petra Scholz schreibt:

        Hallo, Frau Will,

        auch ich bin auf den Fernsehbericht, wie auch auf Ihren Beitrag gestoßen.
        Was ich nicht verstehe, Sie sprechen sich einerseits für eine-, wie Sie meinen, dringende Gesetzesänderung aus, aber anderseits scheint Ihnen die jetztige Gesetzeslage genehm, und weisen in dem Zusammenhang auf die emotionals Seite, ihres Kindes hin, welches aber immerhin schon ein Heranwachsender ist und trotz des erwünschten, guten Kontaktes zum bisherigen Vater dennoch an seiner biologischer Herkunft interessiert ist, die trotz allem eine wichtige Rolle im Bezug auf Emotionalität, Entwicklung, Entfaltung und des Egos spielt.
        Auch wenn also das Verhältnis zum vermeintlichen, bisherigen Vater ein positives, emotionales Vaterverhältnis ist ein Verhältnis zum biologischen Vater weniger oder nicht besteht, spielt dieser für das Kind dennoch eine wichtige Rolle, allein im Bezug auf die 50 % seiner Identität, die ihm vorenthalten wird, denn jene sind trotz Befürwortung der bisherigen Gesetzeslage ein wichtiger Teil, was einen Menschen ausmacht und mittlerweile ist Ihr Kind auch in einem Alter, sodass es selbst in der Lage ist, zu differenzieren.
        Mir liegt es fern, Ihnen böse Absicht zu unterstellen, doch spreche ich aus der Erfahrung eines betroffenen Kuckuckskindes, dass trotz der geheimgehaltenen Lüge seiner Eltern sehr früh spürte, dass etwas nicht in Ordnung war und durch dessen aufkommende Selbstzweifel, Andersseins, das gewisse, gespürte Fremdsein meines vermeintlichen Vaters etc., mein Leben negativ beeinträchtigt hat.
        Mit einem wissentlichen Stief- oder Kuckucksvater hätte ich-, wäre das Verhältnis dementsprechend herzlich gewesen-, wohl noch leben können, aber das, was mich letztlich getroffen hat, war allein die Lüge, zu meinem Nachteil und der Betrug, wie das Vorenthalten meiner Wurzeln, der 50 Prozent, die mich ebenso ausmachen, ebenso die Gewissheit, nie ernstgenommen und schamlos übergangen worden zu sein.
        Mir ist klar, dass auch Sie keinen Einfluss auf die bisherige Gesetzeslage haben, doch meine ich, dass Sie auch im Interesse Ihres Kindes dennoch eine Vaterschaftsfestellung in die Wege leiten können.
        Klar ist, dass Sie nach der bisherigen Gesetzeslage durch den vermeintlichen Vater unterhaltsberechtigt sind, was ich Ihnen auch nicht absprechen möchte, doch wenn Ihnen die Unterstützung bezüglich ihres Ex-Mannes wichtig ist, wie Sie meinen, dann könnten Sie ihm zumindest mit dem Weg der Vaterschaftsanfechtung ein Zeichen setzen.
        Was mich betrifft, so verstehe ich doch Ihrer Beweggründe eher nur bedingt, insoweit das Kind noch im Kleinkindalter wäre aber kann ich Ihre Haltung letztlich nicht teilen, die weiteren Unterhaltszahlungen eines Menschen, der wissentlich nicht der leibliche Vater ist, durch die Gesetzeslage zu rechtfertigen.
        Das bedeutet jedoch nicht, dass ich Ihnen den Unterhalt nicht etwa zugestehe, mir geht es dabei um das Prinzip, was von anderen Müttern ausgenutzt wird undletztlich der vermeintliche Vater im völligen Nachteil ist, weil er durch die gesetzliche festgelegte Frist derzeit keine Möglichkeit mehr hat, sein Recht einzufordern.

        Abgesehen davon gibt es meines Erachtens auch keinen Grund, eine solche Lüge aufrecht zu erhalten, denn jene schadet längerfristig allen jenen Betroffenen, die sich letztlich nicht wehren können.

        • Frau S.Will schreibt:

          Liebe Frau Scholz,
          ich verstehe sehr gut was Sie meinen…
          Mein Sohn weiß, wer sein biologischer Vater ist. Der biologische Vater wünscht aber anscheinend keinen Kontakt. Jegliche Versuche von Kontakt, ebenso die Bitte um einen Vaterschaftstest blieben bislang beim biologischen Vater erfolglos.
          Zu dem möchte ich gerne auch einmal anfügen, dass nach Bekanntgabe des Vaterschaftstests ich sehr wohl an einer Lösung für alle Beteiligten interessiert war ! Aber meine eigenen Bemühungen, und auch die Bitte des Jugendamtes um ein Treffen mit „beiden Vätern “ blieb damals erfolglos. Der eine Vater sagte, ich bin nicht der gesetzliche Vater, der andere sagte, ich bin nicht der biologische Vater. Da hatte mein Sohn nun 2 Väter, und keiner war an einer Lösung interessiert.
          Ich bekam damals Unterhaltsvorschuss, und übergab somit alles weitere dem Jugendamt.
          Mein Exmann ging den gerichtlichen Weg, und ich ging diesen Weg „nur“ mit. Das Ergebnis ist ihnen ja hier bekannt.
          Da nun wieder ein Kontakt zum gesetzlichen Vater besteht, und mein Sohn diesen nach wie vor als „seinen Papa“ ansieht, setze ich mich durch die Reportagen usw ein wenig mit dem Thema der Kuckucksväter auseinander. Und aufgrund dessen, kann ich eine eventuelle Ungerechtigkeit in manchen Fällen erkennen. Ich bin aber auch der Meinung, dass Gesetze nicht auf jeden Einzelfall eingehen können, und befürworte hier als erstes eine Entscheidung der Betroffenen selbst, und nicht die der Richter. Und möchte damit eigentlich nur sagen, dass ich für „uns“ noch nicht die Hoffnung aufgegeben habe, eine Lösung für alle zu finden !
          Dabei steht mein Kind nun mal an erster Stelle, und deswegen bin ich meinem Exmann dankbar, dass wieder ein Kontakt besteht, wir einfach nur „Eltern“ sind, und der gegenseitige Groll nicht mehr im Vordergrund steht. Das wollte ich hier eigentlich nur bezüglich des verpönten „Happy-Ends “ der Reportage loswerden. Denn ich glaube (und das ist halt meine emotionale Seite) dass nicht ein Richter, sondern jeder selbst sein Happy-End in Händen hält…

    • Max Kuckucksvater schreibt:

      Das der ‚Hallo Deutschland‘ Bericht Kuckucksmüttern wie Zucker schmeckt, ist verständlich. Kommen ja wunderbar weg. Kein Konflikt, um den es wirklich geht wird gezeigt. Dass Scheinväter vom Staat nicht nur alleine gelassen werden, sondern auch noch in diese Situation hineinfixiert werden, wird dort verschwiegen. Dann noch mit albernen nachgestellten Szenen, Situationen aufgreifen, die mit der Kuckuckskindsituation aber auch überhaupt nichts zu tun haben, das ist also Qualitätsjournalismus, wie Du ihn Dir vorstellst? Mich wundert es nicht im Geringstem. Besonders wenn ich mich an folgenden Satz von Dir in dem ‚Bericht‘ erinnere „Als der negative Vaterschaftstest ankam, verstanden wir die Welt nicht mehr“. Also für das Kind kann ich mir das vorstellen, doch sich selbst als völlig überraschtes Wesen darzustellen, dass die Vaterschaft durch einen anderen Mann sich einfach ganz und gar nicht erklären kann, ist dreist. Genauso dreist, weiter und weiter das Geld vom Stefan einzufordern.

      Vaterschaftsfeststellungen kann man im Gegensatz zur Vaterschaftsanfechtung jederzeit einfordern, da gibt es keine Fristen. Also wenn Du wirklich nicht weiter Stefan ausbeuten möchtest, dann mache eine Vaterschaftsfeststellungsklage gegen den wirklichen Vater, damit Du das Geld bei dem einforderst, der dafür verantwortlich ist und Stefan endlich die Möglichkeit bekommt, seine bisherigen Ausgaben (über 30.000 Euro) einzuklagen. Die Vaterschaftsanfechtung kann das Kind machen, sobald es 18 Jahre alt ist. Erkundige Dich doch mal, ob es für Dein Kind bereits jetzt möglich ist, dies mit einem Rechtspfleger zu tun.

      Stefan und das Kind können auch ohne dass Du Geld von ihm forderst und er in den Papieren steht eine wunderbare Beziehung zu einander haben. Falls Dich es interessiert, wie so etwas geht, dann schaue Dir den Erlebnisbericht von Yelka Schmidt an.

      Jetzt mal ganz ehrlich zu Dir selbst: Ist Dir das nicht langsam peinlich, weiter die Rolle der Kuckucksmutter zu leben, statt endlich Verantwortung zu übernehmen und zu sagen: „Ja, was ich gemacht habe, hat Menschen verletzt. Finanziell greife ich Stefan entgegen besseren Wissens in die Tasche und das beende ich jetzt und wende mich nun an den leiblichen Vater meines Kindes.“

      • Frau S.Will schreibt:

        Ja, mit dieser Art von Kommentaren habe ich schon gerechnet !
        Es ist enttäuschend zu sehen, wie schnell verurteilt wird, ohne mal „genau“ hinter die Kulissen zu schauen. Ich sehe auch keine Veranlassung, mich hier zu rechtfertigen.
        Aber ich frage mich, ob der Weg die Mütter anzuprangern, der richtige für eine Gesetzesänderung ist. Denn darum sollte es doch eigentlich gehen, oder hab ich da was falsch verstanden … ?

        • Marcus Spicker schreibt:

          Hallo Frau Will,

          ich denke nicht, dass irgendjemand hier vorschnell verurteilt. Wir sind erstmal froh und auch durchaus dankbar dafür, dass Sie bereit waren Ihre Sicht der Dinge vor der Kamera darzustellen. Nur wenige Kuckucksmütter haben den Mut und die dafür notwendige Selbstkritik dazu. Ich kann mir vorstellen, dass der Film auch Ihre Aussagen nicht 100%ig so wiedergibt wie Sie sich das vorgestellt haben. Da die letztendlich gesendeten Redebeiträge von Stefan und mir bei Weitem nicht das beinhalteten was wir tatsächlich zum Ausdruck gebracht hatten, gestehe ich das auch Ihnen zu. Auch Ihre Einsicht, dass die gesetzlichen Regelungen reformbedürftig sind, stellen einen Lichtblick dar. Doch hier endet dann auch mein Verständnis für Ihre Lage auch so langsam und auch das für Ihr Verstecken hinter der Gesetzeslage. Denn für mich hat das Ganze auch etwas mit Anstand und Aufrichtigkeit zu tun und dafür braucht es keine Gesetzesänderungen. Nachdem ich auch die Gerichtsprotokolle kenne – von vorschnell verurteilen kann also keine Rede sein – muss ich Ihnen einfach folgendes vorhalten: An mindestens drei Stellen der Geschichte hätten Anstand und Aufrichtigkeit für Klarheit und Gerechtigkeit gesorgt:
          1. Stefan bei der Eröffnung, dass Sie schwanger sind aufrichtig zu sagen, dass eben nicht nur er als Vater in Frage kam.
          2. Bei der Vaterschaftsanfechtung dafür zu sorgen, dass er nicht an der Zweijahresfrist scheitert, indem Sie seiner Darstellung nicht derart widersprechen.
          3. Selbiges dann spätestens vor dem OLG in seinem Sinne zu tun.

          Da dies alles aber nunmal nicht geschehen ist, bleibt nur zu hoffen, dass Sie nun wie angekündigt alles in Ihrer Macht stehende tun werden, um dem Unrecht ein Ende zu bereiten und Stefan von der Zahleselrolle zu entbinden. Die doch sicher auch für Sie erfreuliche Tatsache, dass er sich weiter Zeit nehmen wird für „seinen“ Sohn, sollte doch letztendlich wichtiger sein als ungerechtfertigterweise (zumindest moralisch) jeden Monat 340 € einzustreichen.
          Ich kann nachvollziehen, dass Sie durch eine Fehleinschätzung zu Beginn der Beziehung etwas ausgelöst haben, das Sie nicht überblicken konnten. Aber langsam wird es Zeit, die Sache gradezubiegen. Alles Gute dafür!

          • Frau S.Will schreibt:

            Irgendwas gerade zu biegen habe ich zu meinem Glück nicht. Ich kann von mir behaupten, dass ich in all meinen Aussagen vor Gericht zu 100 % ehrlich war !
            Und ich denke, den „wahren“ Hintergrund und alles weitere wissen Stefan und ich, und ich möchte es dabei einfach belassen !
            Denn nur ohne neue Lügen und weiteren gegenseitigen Groll können wir eine Lösung finden. Ja, manchmal schlummert auch in mir ein gewisser Sinn für „Gerechtigkeit“ , wenn ich zum Beispiel an die Situation denke, wie ich den Schwangerschaftstest mit dem Ergebnis im Beisein von Stefan In Händen hielt… aber auch ich habe gelernt zu verzeihen…

            • Marcus Spicker schreibt:

              Den Zusammenhang zwischen Schwangerschaftstest, Gerechtigkeit und verzeihen kann ich jetzt nicht ganz nachvollziehen. Ein gemeinsam gemachter Schwangerschaftstest stellt doch nicht die Vaterschaft fest. Außer Frau macht Mann weiß, dass nur er in Frage kommt…

            • Marta Pandora schreibt:

              Ich denke sie hat nichts, aber auch gar nichts verstanden, wie leider so oft!!

            • Bernd Plechatsch schreibt:

              Stimmt Marta.

            • Marta Pandora schreibt:

              Wenn sie hier schreiben, dass in ihnen manchmal auch die Gerechtigkeit schlummert, kommen mir die Haare hoch!! Dann lassen sie noch den Ex-Mann bluten! ?
              Das hier mit heftiger Kritik gerechnet werden muss, ist doch klar.
              Ich werde diese Haltung niemals verstehen… können, wollen und auch nicht tun!
              Wie wäre es denn, wie ich schon einmal erwähnte, wenn sie Vollzeit arbeiten gehen, um einem Mann, der ja offensichtlich gehörnt ist, nicht noch länger auf der Tasche zu liegen!
              Der Faktor des Kuckuckskind- und Vaters ist immer wieder mit Lügen und Scheinheiligkeit verbunden! Und das kann ich mit Gewissheit aus eigener Erfahrung behaupten!

            • Frank W. schreibt:

              Hallo Marta,

              ich bin selbst auch ein Kuckuckskind und kenne es aus eigener Erfahrung, dass mir manchmal „die Haare hochgehen“, wenn ich davon höre dass eine Mutter nicht Klarheit schafft. Die mit der eigenen Geschichte verbundenen Gefühle sind eben heftig. Aber immerhin hat Frau Will doch zumindest insofern schon für Klarheit gesorgt, dass sie das Kind über den leiblichen Vater aufgeklärt hat. Das schaffen viele Mütter von Kuckuckskindern nie. Der Junge kann sich nun mit seiner Identität auseinandersetzen. Auch das Verhältnis zum sozialen Vater kann sich jetzt auf einer ehrlichen Basis entwickeln.

              Sicher, auch ich finde dass ein leiblicher Vater für den Unterhalt seines Kindes aufkommen soll. Wenn dieser das Kind nicht anerkennen will, muss er eben dazu gezwungen werden. Ich empfinde Deine Beiträge zu Frau Will jedoch sehr vorwurfsvoll. Meine eigene Mutter würde sich niemals öffentlich dazu äußern warum sie so viele Menschen getäuscht hat. Sie hat Angst vor Verurteilungen und vor allem verurteilt sie sich ja auch selbst dafür. Nein, das ist weder eine Entschuldigung noch eine Rechtfertigung.

              Ich meine jedoch wir sollten Mütter unterstützen, die bereit sind sich zu äußern. Auch wenn wir ihe Argumente nicht teilen können. Ist sicher nicht so leicht getan wie geschrieben, aber immerhin haben wir Kuckuckskinder unseren Kuckucksmüttern das Leben zu verdanken. Was gibt es mehr?

              Liebe Grüße

              Frank

            • Stefan Will schreibt:

              Hallo Frank,
              bis heute habe ich es ganz bewusst vermieden, an den Diskussionen teilzunehmen.
              Du hast Recht, dass viel Mut dazu gehört sich als Kuckucksmutter zu dem Thema zu äußern. Dennoch ist es in mir allen bekannten Fällen so, dass bevor die „Mutter “ sich zum Thema äußert, immer ein langer, harter gerichtlicher Weg und der Druck der Medien zuvor geht.
              Erst dann wenn die Kuckucksmutter in die Enge getrieben wird, gibt es die von Dir benannte „Klarheit“!!! In meinem Fall ist es bisher immer noch so, dass mein „Sohn“ zwar einen biologischen Vater kennengelernt hat, aber es weder von Seiten des Gerichts, noch von Seiten der Kindsmutter wärend des Prozesses, bis heute, noch nicht für nötig befunden wurde einen Vaterschaftstest zu erzwingen und dem Kind damit eine wirkliche Klarheit über die fehlenden 50% seiner Herkunft zu verschaffen.

              Dies genau ist der Grund, weswegen ich mit Hilfe von M. Spicker und Max Kuckucksvater(denen ich hier noch meinen Dank aussprechen möchte), den Weg in die Öffentlichkeit gewählt habe.

              Dieser Weg hat für mich nur ein Ziel,die WAHRE GERECHTIGKEIT in solchen Fällen zu erreichen,was alles damit gemeint ist kann jeder in diesem Blog nachlesen, wie z.B. Änderung der Gesetze usw. …….

              Abschließend betone ich nur noch einmal ganz deutlich, dass ich weder meine Ex-Frau noch irgendwen Anders mit meinem Handeln persönlich angreifen möchte!!!!!!!

              Lieben Gruß und Danke an Alle für das Interesse
              Kuckucksvater Stefan Will

            • Frank W. schreibt:

              Hallo Stefan,
              Ja es ist richtig, die meisten Kuckucksmütter sind erst unter Druck bereit die Wahrheit zuzugeben. So war es auch bei mir obwohl ich keine rechtlichen Wege beschreiten musste. Zu meiner wahren Identität kann sie leider noch immer nicht stehen. Um es klar zu sagen, ich finde es vollkommen richtig notfalls über ein Gericht das Recht um das Wissen über die Identität einzufordern. Auch die Frage des Unterhalts soll wie z.B. in Deinem Fall so geklärt werden können. Aber eines weiss ich: In einem Gericht wird vielleicht Recht gesprochen. Du kannst Recht bekommen oder nicht, gewinnen oder verlieren. Aber GERECHTIGKEIT würde ich im Gericht nicht suchen. Wir als Erwachsene können den mit diesem Thema verbundenen Schmerz noch so irgendwie bewußt verarbeiten. Bei den Kindern wie Deinem „Sohn“ ist das schon ganz anders. Die haben ein schweres Päckchen mit ins Leben bekommen welches sie letztlich nur selbst verarbeiten können. Es gibt die vielfältigsten Gründe warum Eltern nicht zu ihren Kindern stehen können.

              Du beschreibst treffend dass Frauen dann bereit sind zu reden, wenn sie in die Enge getrieben werden. Ich weiss dass wie in meinem Fall viele an dem Treiben beteiligt sind. Da war letztlich ich (anderswo vielleicht ein Gericht), auf der anderen Seite ein wirklich gnadenloses Umfeld, eine strenge Religion, ein erzkonservatives Dorf, ein prügelnder und trinkender Ehemann, eine schwere Krankheit, meine zu versorgende ältere Schwester und ein Elternhaus welches meine Mutter sicher verstoßen hätte wenn sie von Anfang an ehrlich gewesen wäre. Und dann war sie da auch selbst, denn es lief ja alles so gut mit ihrer Lüge aus der sie nicht wieder rauskam. Es gibt viele beteiligte und manchmal denke ich dass es dieselben sind die nachher mit dem Finger zeigen. Und nicht selten zeige ich auch selbst mit dem Finger.

              Dazu möchte ich erwähnen dass es mir nicht darum geht hier die Frauen zu den Opfern zu machen. Sicher kann man auch hier nichts verallgemeinern. Sicher gibt es auch Fälle in denen wirklich reine finanzielle Interessen dahinter stehen. Es ist aber m.E. oft ein ganzes System welches dazu führt dass es zu Kuckuckskindern kommt.

              Ich finde dass die öffentliche Auseinandersetzung mit diesem Tabuthema der richtige Weg ist.

              Es sollen aber alle mitreden können, auch die Mütter. Und wenn eine Mutter sich äußert soll man dies achten. Ansonsten zeigen wir wieder mit dem Finger. Wie kann sich denn was ändern wenn Menschen an den Pranger gestellt werden wenn sie sich endlich zur Wahrheit bekennen?

              Der Kuckucksvaterblog und z.B. Dein öffentliches Engagement tragen dazu bei dass in Zukunft mehr Kinder im Wissen um ihre Identität aufwachsen.

              Liebe Grüße

              Frank

            • Marta Pandora schreibt:

              Hallo Frank,
              natürlich sind es Vorwürfe die ich da mache, mit denen Frau Will rechnen musste. Und ich finde es auch gut, dass sie sich geäußert hat, denn das ist nicht selbstverständlich. Dennoch kann ich diese Haltung nicht nachvollziehen, die hier und im Beitrag von ihr vertreten wurde. Wenn sie nun die Gewissheit hat, das Herr Will nicht der rechtliche Vater des Kindes ist, streicht sie trotz allem der Unterhalt ein. Das ist für mich unverständlich. Ein gehörnter „Vater“ wird zur Kasse gebeten! Sie schreibt, sie hat ihre eigenen Ansichten und Interpretationen von Gerechtigkeit, dann sollte sie zumindest so gerecht sein, dem Mann nicht auch noch die Hosen auszuziehen! Schlimm genug für ihn ist doch die Tatsache, das der Junge nicht sein leibliches Kind ist.
              Gerne würde ich Deine Meinung teilen, aber mir reicht es halt nicht, Mütter zu unterstützen die sich „nur äußern“ mir fehlen die Taten, die Konsequenzen, die sie zu tragen haben…
              Unser Leben? – mein Leben habe ich mir alleine zu verdanken, ich kann nicht dankbar sein, für das was meine Mutter und mein Vater mir angetan haben.
              Ich als Kuckuckskind habe einen ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit, wo ist diese bitte schön, in diesem Fall? Von meinem ganz zu schweigen!

            • Max Kuckucksvater schreibt:

              @Marta „Ich denke sie hat nichts, aber auch gar nichts verstanden, wie leider so oft!!“
              Der Kuckucksvaterblog steht für Dialog – auch mit den Kuckucksmüttern. Als ich Deinen Satz las, war für mich die Kuckucksmutter aus der Diskussion gedanklich rausgeschmissen worden, da in der dritten Person über jemanden gesprochen wird, die sich an der Diskussion beteiligt. Auch ich teile ihre Meinung nicht. Es ist mit Sicherheit besser, wenn die Diskussion mit der direkten Ansprache aufrecht erhalten wird. Dadurch kann sich die Kuckucksmutter dann ja äußern und zwar direkt und wird weniger in die Vertreidungshaltung getrieben. Achtung! Kuckucksmütter neigen dazu, die Opfer-Abo-Karte auszuspielen und eben nicht selber Verantwortung zu übernehmen, da kann man sich doch vorstellen, dass schnell die Gesprächsbereitschaft mit einem „die Hassen mich alle und geben mir keine Chance“ endet.

            • Frank W. schreibt:

              Liebe Marta,

              es ist sehr ungerecht, dass Stefan Will Unterhalt für ein Kind zahlen muss welches nicht seines ist. Frau Will sollte dazu beitragen dass der Vater des Kindes für den Unterhalt aufkommt. Auch Väter sollen zu ihren Kindern stehen. Für den Jungen ist es enorm wichtig zu wissen wer der Vater ist. Wenn die Mutter ihm dies ehrlich gesagt hat, ist dies ein wesentlicher Schritt.

              Ich weiss auch wie schwer es ist als Kuckuckskind. Aber weisst Du, es gibt viele schwere Schicksale. Ich habe viele Menschen mit einem solchen kennengelernt und würde mit keinem tauschen wollen. Ich nehme es inzwischen so an wie es ist. (OK, immer gelingt mir das auch nicht so ganz). Seitdem geht es mir aber sehr viel besser und ich habe kaum noch Groll gegen meine Mutter.
              Ich verstehe nicht wie Du Dir Dein Leben alleine zu verdanken hast. Ich verdanke meines meinem Vater und meiner Mutter. So geht es allen Menschen und ganz viele haben es sogar geschafft geboren zu werden oder das Elternhaus zu überleben. Alles andere ist eine wertvolle Zugabe, das verstehen aber die meisten nicht. Hast Du nicht bemerkt dass alle Menschen gerne mehr von ihren Eltern bekommen hätten, auch die die scheinbar alles hatten?

              Marta, ich hatte oft ganz viel Wut in mir, meist gegen meine Mutter aber manchmal auch gegen andere Frauen. Habe aber zum Glück kapiert dass die gar nichts dafür konnten. Das habe ich nun schon längere Zeit nicht mehr. Ich kann aber auch nicht ausschließen dass das Thema nochmal so hochkommt. Ich will nur ausdrücken dass ich in Deinen Texten zu Frau Will so einen Groll spüre, wie ich den schon auch von mir selbst kenne. Ich habe also schon auch Verständnis für solche Gefühle.

              Schönen Gruß

              Frank

            • Max Kuckucksvater schreibt:

              @Frank
              Danke für Deine Beteiligung. Der Kuckucksvaterblog steht für Dialog. Für einen Dialog mit allen Beteiligten. Gerade aus dieser Sicht bin ich froh, dass Du von Unterstützung sprichst, die wir Kuckucksmüttern auch in den Kommentaren geben sollten. Wir haben bereits ein paar Kuckucksmüttern mit Rat zur Seite stehen können um das Lügengebilde aufzuklären, was wirklich eine Menge Mut braucht. Schließlich stehen eine Menge Konsequenzen von da an ins Haus.

              Doch Stefan Will bringt es auf den Punkt: Diese „Aufklärung“ die dann dem Kuckuckskind gegenüber stattgefunden hat, ist durch Stefan erzwungen worden und bei weitem nicht die Leistung der Kuckucksmutter. Die meisten Betroffenen, die uns von ihren Erlebnissen berichten, bestätigen immer wieder in ihren Erzählungen, dass alle möglichen Leute (Kuckuckskind, Scheinvater und Verwandte) die Lebenslüge aufklärten und seltenst einmal die Kuckucksmutter selbst. Ganz im Gegenteil, nicht selten beharren Kuckucksmütter auch nach der erfolgreichen Vaterschaftsanfechtung darauf, dass das Kind doch vom ehemals gesetzlichen Vater sei und alles nur Betrug beim Test sei. In meinem Fall hatte sich die Kuckucksmutter geweigert sich professionelle Hilfe innerhalb von 6 Wochen zu holen, damit das Kind über die Wahrheit aufgeklärt wird. Stattdessen mußte ich dann das Kind aufklären und übernahm wieder einmal Verantwortung für etwas, was ich nicht zu verantworten hatte. Das tat ich dem Kind zuliebe, damit er nicht weiter der Lügen der eigenen Mutter ausgesetzt wird. Es war ein sehr schwerer Schritt, den ich mich erst traute, nachdem ich mit einer Psychologin, die immer wieder erwachsene Kuckuckskinder betreut mir dazu riet, den Lügengeschichten der Kuckucksmutter ein Ende zu bereiten, damit das Kind den Samen der Wahrheit in die Hand bekommt. Irgendwann wird es alt genug sein, der Wahreit nachzugehen.

            • Max Kuckucksvater schreibt:

              @ Frau Will

              wenn man möchte, dass der Scheinvater aus der gesetzlichen und finanziellen Verantwortung entlassen wird, kann man auch Schweigen, dazu hat man ja das Recht als Verwandter vor Gericht. Statt dessen kann man alles so vor Gericht darstellen, dass schon immer begründeter Zweifel bestanden habe und das Gericht zu dem Urteil „als Zeugin in eigener Sache“ bewegen, dass aufgrund der Annahme, dass der leise Zweifel genügend gewesen sei, ihm als Zweifel nachzugehen und deswegen seine Anfechtungsfrist verstrichen sei. Die Äußerung „wenn ich zum Beispiel an die Situation denke, wie ich den Schwangerschaftstest mit dem Ergebnis im Beisein von Stefan In Händen hielt… aber auch ich habe gelernt zu verzeihen…“ zeugt davon, dass Sie aus der eigenen Argumentationslosigkeit heraus nun versuchen einen Eintopf zu zaubern, der alles Rechtfertigt. Das mag vielleicht vorm Spiegel funktionieren und manche, die Ihnen einfach alles glauben wollen, werden sich mit dem Eintopf ebenfalls glücklich fühlen, doch bei Leuten, die differenzieren, fliegt der Eintopf einem schnell um die Ohren. So ja hier geschehen. Da die älteste Beschämungsnummer (wenn auch nur oder gerade weil nur angedeutet) gefahren wird, dann zeigt das alles andere als verzeihen, sondern zeugt vielmehr von einer nachtragenden Haltung.

  4. Pingback: TV-Tipp: Getäuschte Väter – Leben mit Kuckuckskindern – Hallo Deutschland – Hautnah – ZDF – | kuckucksvater

  5. Denice Abe schreibt:

    Hallo,
    ich bin 40 Jahre und Mama einer fast 11 jährigen Tochter und habe gerade die obige Sendung gesehen und habe diese ähnlich einseitig berichtet wahrgenommen.
    Ich bin eine Frau und bin gegen generelle Ungerechtikeiten gegenüber Kindern, ob es nun Väter sind die Ihren Verpflichtigungen nicht nachkommen oder diese „Mütter“, die einfach jemand anderen ein Kind unterjubeln wollen oder einfach Lügen in Scheidungsverfahren, damit man das alleinige Sorgerecht bekommt. Ich könnte bei allen Sachverhalten einfach nur meine gute Kinderstube vergessen.

    Ich bin die Tochter eines Vaters, an dem ich wahnsinnig hing & war in der großartigen Lage, es zu geniessen, den Papa um den Finger wickeln zu können und auch, wenn ich meinen Papa nie heiraten wollte, wie es wohl viele Mädchen wollen, war ich sein größter Fan und er mein Held in allen Lagen.
    Es wäre für mich unerträglich gewesen, wenn er auf einmal nicht mehr mein Papa sein sollte durch ein DNA-Test, daher kann ich die „Mütter“ nicht verstehen, die auch den Kindern dieses Dilemma antun.
    Der Papa meiner Tochter ist nicht nur Ihr biologischer Papa, sondern füllt auch die Paparolle bestens aus, nie hätte ich weder ihm, noch meiner Tochter diese abgebrühte Lüge angetan, dafür gibt es einfach keine Entschuldigungen und die Worte der „Mama“ in diesem Beitrag waren sehr höhnisch, als sie meinte, sie hätten gemeinsam geweint.

    Ich als Mama weiss immer, mit wem ich im Bett war und vorallem wann und WER der Papa ist.

    Ich fühle mit den Vätern, die nicht nur finanziell bluten müssen und ggf. für leibliche Kinder weniger Geld zur Verfügung haben werden, sondern die auch emotional einfach nur ausgenutzt wurden.
    Sie stellen Frauen in ein schlechtes Licht und ich möchte hiermit zeigen, dass es auch andere Frauen gibt und diese Frauen haben KEIN Verständnis für diese „Mütter“, die den Namen hierfür gar nicht verdient haben, da sie nicht begriffen haben, was Verantwortung heisst für sich und für andere.
    Es tut mir leid für die Betroffenen und ich hoffe, dass sich die Gesetzeslage doch noch mal ändern wird, für unverheiratete Papas hat sie sich ja auch schon geändert zum Vorteil, was auch einfach zu begrüßen ist.
    Das Leben ist keine Einbahnstrasse und das, was man macht, kommt immer zu einem zurück.

    Herzliche Grüße aus Hamburg

    • Max Kuckucksvater schreibt:

      Was meinen Sie mit „Sie stellen Frauen in ein schlechtes Licht“ und woran machen Sie das fest?

      Es gibt bei Vätern und Müttern immer wieder schwarze Schafe. Im Kuckuckvaterblog geht es um die Auswirkung die durch die Entscheidungen der Kuckucksmütter verursacht werden. Deren handeln könnte tatsächlich ein schlechtes Bild auf alle Frauen werfen, doch nicht bei uns. Die meisten Scheinväter und Kuckuckskinder können sehr differenzieren. Im übrigen sind ja auch Frauen von der Kuckucksthematik betroffen, denn Kuckuckskinder können auch weiblich sein. Insofern wäre es uns auch daher unmöglich, zu übersehen, dass eben nicht die Frauen im Allgemeinen sind. Es sind die Kuckucksmütter, über die wir hier reden, die allesamt Frauen sind, da Männer nun einmal keine Kinder gebären können.

      • Denice Abe schreibt:

        Ich habe mich missverständlich ausgedrückt, da ich nicht gegengelesen habe, bitte um Entschuldigung.
        Ich bin der Meinung, dass diese „Mütter“, die einfach diese Lüge ins Leben bringen und 2 Menschen damit so existentiell in emotionalle und finanzielle Gefahr bringen und einfach rücksichtslos durchs Leben trampeln ohne an die Folgen zu denken, diese Frauen werfen ein schlechtes Licht auf die Frauen, jedenfalls fühle ich mich durch diese Frauen auch betroffen, eben weil ich auch eine Tochter bin und nun in der glücklichen Lage bin, selber eine Tochter zu haben und nie würde ich weder Ihr noch Ihrem Papa dieses Gefühlschaos zugemutet haben, klare Verhältnisse sind einfach ein ruhiges Schlafkissen und man sollte IMMER ehrlich sein.
        Wenn man schwanger geworden ist und es war ist nicht der Traummann, so hat man das
        selbst zu verantworten und kann das Kind nicht schnell jemand anderen anhängen. Das Schlimme dazu ist, dass der ECHTE BIOLOGISCHE Vater nie die Gelegenheit hatte, sich selbst zu beweisen und seine Vaterqualitäten einzubringen.
        Es gibt noch einen Unschuldigen, bzw. Betroffenen, dem einfach in sein Leben eingegriffen wird und der mit den Folgen zu leben hat.

        • Max Kuckucksvater schreibt:

          Hi Denice, hatte es so gelesen, wie Du es meintest, war mir aber unsicher und Danke für die Erklärung.

          Sehr interessant ist Dein folgender Satz „Das Schlimme dazu ist, dass der ECHTE BIOLOGISCHE Vater nie die Gelegenheit hatte, sich selbst zu beweisen und seine Vaterqualitäten einzubringen.“

          Nur wenige sehen das in diesen Fällen den leiblichen Vätern die Möglichkeit des Vaterseins geraubt wird.

  6. Bernd Plechatsch schreibt:

    Sehr gut ! Dem ist nichts hinzuzufügen.

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