Ich kenne den Schmerz – von Nancy – Geschichten aus den Kommentaren


Erfahrungsberichte, die in den Kommentaren ein unbeachtetes Dasein fristen erhalten hier die Chance auf mehr Beachtung

Geschichten aus den Kommentaren – Neue Serie im Kuckucksvaterblog

Erlebnisberichte – Geschichten – Erfahrungsberichte – Kommentare / Serie – Blog – Kuckuckskind – Scheinvater – leiblicher Vater – Kuckucksmutter / Liane R. Anderson – Den ersten sehr berührenden Kommentar habe ich beim Erlebnisbericht von Marcus Spicker mit dem Titel: „Ich war ganz sicher, das ist mein Sohn“, gefunden.

Dazu ein trauriger Kommentar von Nancy:

Hallo. Ich bin eine Mama und habe durh Zufall Ihr Seite gefunden….Ich kenne den Schmerz den Sie gefühlt haben müssen. Ich habe 2003 einen Mann kennen gelernt mit einem damals 3 1/2 jähr. Jungen.
Ich war (und in meinem Herzen bin) ich seine Mama. Eine Weile lang. Dann die Trennung. Seit 2008 habe ich keinen Kontakt mehr. :( Ich darf nicht da ich keine Rechte habe. (Der Anwalt meinte…aussichtslos…..)5 Jahre Mama …und von jetzt auf gleich keine mehr für den Großen?

Wir haben noch einen gemeinsamen Sohn den er jederzeit sehn darf .
Ich habe nur Fotos und Erinnerrungen. Ich habe auch heute noch keine Kraft sie abzuhängen . Er ist doch mein Kind.

Die (Halb) Geschwister (So nennen sie sie oft) sehn sich regelmäßig.

Ich habe auch die Hoffnung irgendwann den “kleinen” großen Jungen wieder in den Arm zu nehmen und ihm zu sagen das ich ihn sehr liebe .

Ihre Geschichte berührt mich sehr und ich hoffe das Moritz* sich tief im Herzen an Sie erinnert ….

Die Liebe zu einem Kind entsteht nicht durch die DNA …sie entsteht im Herz.

Sie erzählt, dass sie 2003 einen Mann mit einem dreieinhalb jährigen Sohn kennen gelernt hatte. Von Anfang an war und fühlte sie für diesen Jungen wie eine Mama. Er wuchs ihr ans Herz, als sei es ihr eigenes Kind. Sie blieb mit diesem Mann bis 2008 zusammen und es entstand noch ein gemeinsamer Nachwuchs in dieser Zeit. Nach der Trennung durfte sie ihren Großen leider nicht mehr sehen.

Da es nicht ihr leibliches Kind gewesen war, hatte sie trotz der dermaßen tiefen Bindung, die zwischen den Beiden entstand, keinerlei Rechte auf dieses Jungen.

Übrig blieben nur noch Fotos und Erinnerungen. Sowie die Hoffnung, dass sie vielleicht eines Tages ihren Großen wieder in ihre Arme schließen darf, um ihm zu sagen, wie sehr sie ihn liebt.

Bis heute fehlte ihr die Kraft die Bilder von ihm abzuhängen.

Die Liebe zu einem Kind entsteht nicht allein durch die DNA. Sie existiert und wächst im Herz.

Wenn ich mir vorstelle, wie Nancy fünf Jahre lang für diesen Jungen gesorgt hat, für ihn da war, wenn er sie brauchte, mit ihm Hausaufgaben machte oder seine Kindergeburtstage gestaltete. An seinem Bettchen saß, wenn er krank war. Wie sie ihm vielleicht jede Nacht eine Geschichte vorgelesen hatte, wenn er nicht einschlafen konnte. Bestimmt haben sie auch zusammen gespielt und gelacht. Sie hat ihn getröstet, wenn er traurig war. Er hat sich mit Sicherheit auch sehr oft an sie gekuschelt und jetzt wird er ihr weggerissen.

Sie darf ihn nicht mehr sehen. Seine Stimme und sein Lachen sind verstummt. Er kommt nicht mehr nach Hause und erzählt von seinen Freuden oder Sorgen. Sie kann ihn nicht mehr trösten, wenn er traurig ist. Diese Situation ist sicher für Beide kaum auszuhalten.

Leider hat Nancy keinerlei Rechte auf dieses Kind. Es ist nicht ihr leibliches gewesen.

Tief in ihrem Herzen bleibt nur die Hoffnung, dass sich der Junge, wenn er älter ist, an sie erinnert und versucht den Kontakt wieder aufzunehmen.

Genauso fühlen sich mit Sicherheit auch andere Betroffene. Betrogene Väter, die jahrelang in der Gewissheit lebten, dass sie ihr eigenes Kind im Arm halten und sich dann plötzlich herausstellt, dass es nicht das leibliche Kind war.

Die Liebe zu diesem Kind ist im Herzen gewachsen und tief verankert und lässt sich nicht einfach wieder ausschalten.

===============================================================

Erfahrungsberichte, die in den Kommentaren ein unbeachtetes Dasein fristen erhalten hier die Chance auf mehr Beachtung

Geschichten aus den Kommentaren – Serie im Kuckucksvaterblog

Hier eine Auflistung sämtlicher Artikel aus der Serie „Geschichten aus den Kommentaren„.

Advertisements

Über Liane R. Anderson

Bin ich mit 44 Jahren noch einmal Tochter geworden? Ich wurde im Oktober 1967 geboren, bin verheiratet und habe zwei tolle Kinder. Mein gesetzlicher Vater war Alkoholiker und sehr gewalttätig. Schon früh übernahm ich die Verantwortung für meine Mutter und meinen Bruder und organisierte mit nur 13 Jahren, unsere Flucht aus dieser Hölle. Mit viel Ehrgeiz und Kampfgeist erschaffte ich mir ein schöneres Leben. Bis ein einziger Satz mir den Boden unter den Füßen wegriss und meine komplette Identität in Frage stellte.
Dieser Beitrag wurde unter Geschichten abgelegt und mit , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Was ist Deine Meinung?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s