Samenbank muss Spenderidentität preisgeben


Blutentnahmeröhrchen im Labor

Samenspenderkinder haben ebenfalls das Recht auf die Kenntnis der Abstammung wwww.changestock.com © by Nick Casberg

Samenspenderkind – Samenspender – Samenbank / Identität – Recht auf Kenntnis der Abstammung – Kinderrechte -Urteil / 06.02.2013 – I-14 U 7/12, 14 U 7/12  – OLG Hamm – Deutschland – Heute am 06.02.2013 wurde am Oberlandesgericht Hamm (OLG) das Urteil gesprochen, welches die Samenklinik auf Herausgabe der Identität des Samenspenders verurteilt. Dadurch wurde der Klage des Samenspenderkindes Sarah P. entsprochen.

Somit ist nun ein bedeutender Schritt in die richtige Richtung in Bezug auf die Menschen- und Kinderrechte getan worden. Das persönliche

Bedürfnis erwachsener Menschen steht ,im Bezug auf das Wissen über die Abstammung, nun nicht mehr über den Rechten des Kindes.

Der Senat unter Vorsitz des Richters Thomas Vogt hat sich dazu nun eindeutig positioniert und eine Entscheidung gefällt, die von grundsätzlicher Bedeutung sein könnte. „Das Recht auf Kenntnis der eigenen Abstammung“, so Vogt in der Urteilsbegründung, „ist ein fundamentales Recht.“ Für einen jungen Menschen sei es entscheidend, die eigenen Eltern zu kennen, diese Möglichkeit der Persönlichkeitsentwicklung dürfe niemandem vorenthalten werden. „Wir spiegeln uns in unseren Eltern“, sagt der Vorsitzende Vogt.

Hoffentlich findet dieses Begründung auch für Kuckuckskinder bald eine Anwendung.

Doch es gibt auch Schattenseiten und neue Fragen, die sich aus diesem wegweisenden Urteil heraus ergeben. Die Samenspender, die damals unter ganz anderen Vorraussetzungen einer Samenspende zugestimmt hatten, sehen sich nun einer Situation gegenüber, dass – ganz gleich ob sie eine Familie haben – jederzeit ein Mensch an der Haustür klopfen kann, der dann auch offiziell das Kind und ihn vielleicht sogar via eines Vaterschaftsfeststellungsverfahren ihn in den Stand der offiziellen Vaterschaft heben kann und Unterhalts- und Erbberechtigt sein wird. Selbst ohne dies wird er dadurch auch offiziell leiblicher Vater eines Kindes, welcher er dann mit einer Frau gemeinsam hat, die er sich nicht aussuchte.

Wird der Gesetzgeber nun die Samenspende in einen rechtssicheren Raum für die Spender bringen? Eine Möglichkeit hierfür wäre, ein Verfahren zu schaffen, welches ähnlich einer Adoption käme, wodurch zwar der keine Anonymität möglich wird, jedoch dem Samenspender nicht weitere Erbbegünstigte entstehen.

Auch ein Frage wird nun sein, in welchem Licht denn nun die Babyklappen zu betrachten sind, zumal deren Installierung sich nicht auf die Kindestötungszahlen ausgewirkt haben.

Weitere Links zu Berichten zum Urteil (faz / spiegel / dejure.org)

Empfehlenswert zu diesem Thema ist der Artikel von Yelka Schmidt: Was ist Identität? – Verstößt Deutschland gegen die UN-Kinderrechtskonvention? Teil 2 von 3

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Über Max Kuckucksvater

Seit Anfang 2011 weiß ich nun, dass mein Sohn aus erster Ehe nicht mein leiblicher Sohn ist. Da ich weder im Netz, noch irgendwoanders Hilfe fand, gründete ich dieses Blog. Dieses Blog verbindet Kuckuckskinder, Scheinväter, Väter und Kuckucksmütter untereinander, stellt Hilfsthemen bereit. Zusätzlich klärt es die Öffentlichkeit über den stattfindenden Identitätsraub und Betrug auf, damit wir in Zukunft dieses Leid verhindern können. Der obligatorische Vaterschaftstest ab Geburt (OVAG) ist das einzige Mittel, welches das Kind sicher vor der Fälschung seiner Identität bewahren kann. Seither entstanden sehr viele Kontakte und Freundschaften zu Scheinvätern, Kuckuckskindern und anderen Betroffenen sowie Unterstützern. Der Austausch mit ihnen half mir dabei, meine Trauer zu verarbeiten. Und: Ja, ich lebe tatsächlich in Kolumbien. Inzwischen sind meine Frau und ich stolze Eltern einer Tochter. https://www.facebook.com/max.kuckucksvater
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3 Antworten zu Samenbank muss Spenderidentität preisgeben

  1. Pingback: Eilmeldung & Aufruf! – Kabinett beschließt Gesetz zur ‘vertraulichen Geburt’ | kuckucksvater

  2. Marta Pandora schreibt:

    Ich kann diesem Urteil nur zustimmen, denn nichts ist wichtiger für einen Menschen als die Identität! Zu wissen, wer bin ich, woher komme ich, wo sind meine Wurzeln. Die Kinder die aus der Reproduktionsmedizin stammen, haben es sich nicht ausgesucht, so gezeugt zu werden. Eine Mutter die sich ein Kind durch eine Samenspende zeugen lässt und ein Samenspender sind sich über ihr Handeln bewusst! Natürlich sollte nun der Gesetzgeber daran arbeiten, dass der Samenspender Unterhalt- und erbrechtlich nicht zur Verantwortung gezogen werden kann.
    Jedes Kind das auf diese Art und Weise ins Leben gerufen wurde, hat ein Recht auf Kenntnis der Abstammung. Viele werden erst garn nicht, so wie im Fall Sarah P. aufgeklärt und leben mit einer Lebenslüge die ihnen aufgebürdet wurde. Ich als Kuckuckskind kann dieses Urteil nur begrüßen, denn es wirkt sich auch auf „uns“ aus! Ich fand Sarah P. hat es richtig gemacht.
    Nicht zu wissen wo her ich komme, wer ich bin, entwurzelt. Es ist eine Identitätskrise entstanden! Menschen denen verwehrt wird, seine Wurzeln zu kennen, geraten in Lebens- und Leidenskrisen, einhergehend mit Depressionen bis hinzu suizidalen Gedanken.
    Man versucht sich anzugleichen, zu gefallen und merkt, es stimmt etwas nicht. Ich wünsche den Kindern die aus einer Samenspende gezeugt wurden, viel Erfolg auf der Suche nach den Wurzeln!

  3. Die Mütter verlieren ihre Besitzrechte am Kind. Einfach ein Kind in die Welt zu setzen, ohne ihm die Unterstützung eines Vaters zu gewähren, wird mehr und mehr illegal.
    Trotzdem gibt es sogar Radiosender, die Frauen illegales Verhalten ermöglichen und bezahlen:
    http://344903.forumromanum.com/member/forum/forum.php?q=antenne_bayern_zahlt_ihre_rechnung-odingerman_www_tinyurl&action=std_show&entryid=1115255173&mainid=1115255173&threadid=1191926952&USER=user_344903

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