Kuckucksvater Stefan Will im SWR Nachtcafé – Sendung am 30.11.2012 – Gericht und Gerechtigkeit – Wie fair sind Urteile?


Foto von Wieland Backes im Hintergrund das SWR - Nachcafé

Scheinvater bei Wieland Backes im SWR Nachtcafé

Deutschland / TV – Fernsehen – Talkshow / Scheinvater – Kuckucksvater – Das SWR Talkshowformat „Nachtcafé“ beschäftigte  sich unter dem Titel „Gericht und Gerechtigkeit – Wie fair sind Urteile?“ unter anderem mit der Geschichte von Kuckucksvater Stefan Will. Die Erstausstrahlung war am Freitag, den 30.11.2012 um 22.00 Uhr im SWR Fernsehen. Die Sendung wird am 01.12.2012 um 11:35 und am Dienstag, den 04.12.2012 um 23.30 Uhr als Wiederholung im SWR ausgestrahlt.

Hier geht es zum Video der Sendung

U. a. berichtet Stefan Will über seine Erfahrung mit der deutschen

Gesetzgebung und den deutschen Gerichtsurteilen. Seine Geschichte hat er bereits im Kuckucksvaterblog unter dem Titel „Nur du kommst in Frage! – Wie der Staat eine Lüge schützt und mich zum Zahlesel macht“ veröffentlicht. Auch gab er für RTL Rxtra ein Interview, welches hier zu sehen ist: „RTL Extra Reportage Kuckuckskinder: Wenn die Wahrheit ans Licht kommt – nun auch in YouTube!

Seit 2009 ist bewiesen, dass der Junge, den er groß zog, definitiv nicht sein leiblicher Sohn ist. Dennoch muss er weiterhin Unterhalt bezahlen. Das Urteil wurde mit einer Fristüberschreitung bei der Anfechtung der Vaterschaft begründet. Will kommentiert: „Vor Gericht spielte es gar keine Rolle, wer der wirkliche Vater ist.“

Zudem sind im Nachtcafé bei Wieland Backes weitere Interviewgeber zum Thema Gericht und Gerechtigkeit zu Gast:

Prof. Günter Hirsch, der bis 2008 Präsident des Bundesgerichtshofs war. Er war maßgeblich für die Dealermöglichung mitverantwortlich. Diese „Deals“ wirken sich dann strafmildernd auf das Urteil aus. Kritiker nennen diese Dealmöglichkeit auch „Kuhhandel“.

Jens Rohde war Polizist, der aus Angst vor einer langjährigen Haftstrafe und auf Anraten eines Richters ein Geständnis abgelegt hat, obwohl er den Raub, dessen er angeklagt war, nie begangen hat. Er erhielt eine Bewährungsstrafe und wurde aus dem Polizeidienst entlassen. Vor dem Bundesverfassungsgericht hat er nun Klage eingereicht.

Katerina Schwarz ist Mutter eines verstorbenen Kindes. Ihr Sohn wurde durch einen 73-jährige Fahrer beim rückwärts ausparken mit dem Auto im Alter von vier Jahren getötet. Der Rentner wurde zu zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Katerina Schwarz: „Gefängnis wäre eine gerechte Strafe gewesen. Er hat das Leben meines Sohnes zerstört!“

Gudrun Rödel kämpft um ein Wiederaufnahmeverfahren für Ulvi K. Der geistig behinderte Mann habe nach Erkenntnissen des Gerichts die 2001 verschwundene neunjährige Peggy getötet. Nach Meinung der ehemaligen Rechtsanwaltssekretärin sprechen jedoch zu viele Ungereimtheiten gegen die Schuld des Verurteilten.

Alexander Hold ist durch die Fernseh-Gerichtshow „Richter Alexander Hold“ auf Sat 1 der breiten Masse bekannt geworden. Vor November 2001 war davor jahrelang als Staatsanwalt und später als Richter auf Lebenszeit tätig. Alexander Hold zur Wahrnehmung von Gerichtsurteilen: „Häufig nimmt die Bevölkerung Urteile deshalb als unfair wahr, weil die Medien die Fälle oft stark verkürzt darstellen.“

Markus Schollmeyer gründete das Institut für Gerechtigkeitsforschung. Seine Arbeit als Strafverteidiger zuvor verschaffte ihm einen Einblick und die Erfahrung, dass: „Psychospielchen, Geldgier und Eitelkeiten wiegen vor Gericht schwerer als die Suche nach Gerechtigkeit.“, was ihn letztendlich aus seiner Tätigkeit als Strafverteidiger aussteigen ließ.

Bernd Diegmann verlor seinen Sohn Benny. Dieser wurde im Alter von 18 von mehreren Jugendlichen durch Schläge und Tritte getötet. Keiner der Täter wurde zu Haftstrafen verurteilt. Diegmann: „Für mich ist das eine Farce, ein Witz. Wir leben in einem Kuschelstaat“.

Quelle: SWR.de

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Über Max Kuckucksvater

Seit Anfang 2011 weiß ich nun, dass mein Sohn aus erster Ehe nicht mein leiblicher Sohn ist. Da ich weder im Netz, noch irgendwoanders Hilfe fand, gründete ich dieses Blog. Dieses Blog verbindet Kuckuckskinder, Scheinväter, Väter und Kuckucksmütter untereinander, stellt Hilfsthemen bereit. Zusätzlich klärt es die Öffentlichkeit über den stattfindenden Identitätsraub und Betrug auf, damit wir in Zukunft dieses Leid verhindern können. Der obligatorische Vaterschaftstest ab Geburt (OVAG) ist das einzige Mittel, welches das Kind sicher vor der Fälschung seiner Identität bewahren kann. Seither entstanden sehr viele Kontakte und Freundschaften zu Scheinvätern, Kuckuckskindern und anderen Betroffenen sowie Unterstützern. Der Austausch mit ihnen half mir dabei, meine Trauer zu verarbeiten. Und: Ja, ich lebe tatsächlich in Kolumbien. Inzwischen sind meine Frau und ich stolze Eltern einer Tochter. https://www.facebook.com/max.kuckucksvater
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4 Antworten zu Kuckucksvater Stefan Will im SWR Nachtcafé – Sendung am 30.11.2012 – Gericht und Gerechtigkeit – Wie fair sind Urteile?

  1. Pingback: TV-Tipp: Getäuschte Väter – Leben mit Kuckuckskindern – Hallo Deutschland – Hautnah – ZDF – | kuckucksvater

  2. Marcus Spicker schreibt:

    Sehr gute Talkrunde, indem die Schwächen unserer Justiz gut herausgearbeitet wurden und die beiden Richter alle Mühe hatten, ihren Stand zu verteidigen. Die Verteidigungshaltung, die sie immer wieder einnahmen, zeigte, dass tatsächlich oft Wahrheit und Gerechtigkeit auf der Strecke bleiben in unserem Rechtsstaat. Beim Fall von Stefan Will zeigte Fernsehrichter Hold gar seine unfundierte Kenntnis der Rechtslage indem er meinte, der Scheinvater könne sich doch am leiblichen Vater schadlos halten und seinerseits klagen. Dass das nicht möglich ist, weil Stefan ja der rechtliche Vater ist, war ihm offensichtlich nicht bewusst und ging dann leider unter. Beeindruckend auch Markus Schollmeyer, der anprangerte, dass in diesem Fall die Gerichte gar von der Kuckucksmutter benutzen ließen, indem sie auf abstrusen Paragraphen blind beharrten.

  3. Max Kuckucksvater schreibt:

    Schade, das Herr Markus Schollmeyer so selten zu Wort kam. Hätte gerne mehr von ihm gehört und gerne weniger von Herrn Hold, besonders in Bezug seiner Begründung zur Rechtssicherheit.
    Da widersprach Herr Schollmeyer, doch leider bekam er nicht den Raum, seine Gedanken dazu auszuführen. Er beschäftigt sich wissenschaftlich mit dem Gesetz in Verbindung mit der Gerechtigkeit und der Methoden, die zu mehr Übereinstimmung führen würden. Schollmeyer: „Recht und Gerechtigkeit sind unzertrennliche siamesische Zwillinge“
    Ich kann ihm nur zustimmen.

  4. Max Kuckucksvater schreibt:

    Tolle Gesprächsrunde! Bemerkenswert gut rübergekommen von Stefan: „wenn der Satz hieße: ‚Vater ist der, der das Kind gezeugt hat‘ dann würden wir hier nicht mehr das Problem haben!“. Er war sehr gut platziert und vom Publikum auch verstanden. Der Applaus des Publikums bezeugte, dass es dieser Aussage zustimmt.

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