73-Jähriger darf sich als Sohn eintragen lassen – Schweiz


Schweiz – Genfer Justizgebäude – Place du Bourg-de-Four 1, Genève – Palais de Justice Foto: GNU-Lizenz 1.2 © Romano1246

Schweiz – Genf / Beschwerde – Schweizer Bundesgericht – Vaterschaftsklage – Einem 73 Jahre alten Mann war seine Abstammung so elementar wichtig, dass er über Jahre hinweg gegen die Schweizer Justiz prozessiert hatte und schließlich vor dem EGMR Recht bekam, woraufhin ihm die Schweizer Justiz die Exhumierung seines Putativvaters widerwillig

genehmigen musste. Wie sich herausstellte, war der verstorbene Mann tatsächlich der leibliche Vater des Klägers. Nach Schweizer Recht muss innerhalb eines Monats ab Erhalt der Information über die wahre Vaterschaft die Vaterschaftsklage eingereicht werden, weswegen diese von der Genfer Justiz dem Kläger verwehrt wurde, da er ein paar Monate mit der Klage gewartet hatte und somit die Frist verstreichen ließ. Doch hierzu legte er Beschwerde beim Bundesgericht ein und bekam dort seiner Beschwerde stattgegeben, da er über zehn Jahre für sein Recht auf den Vaterschaftstest gekämpft habe und eine Verzögerung bei diesen Umständen verständlich sei und somit er einen Ausnahmefall darstelle. Quelle: www.20min.ch

Die Schweizer Justiz ist in Sachen Vaterschafts- und Kinderrechten eh weit hinter Deutschland und sogar Österreich zurück, obwohl man annehmen dürfte, dass die deutsche und österreichische Gesetzgebung in Bezug auf die Rechte von Vätern und Kindern nicht mehr zu unterbieten sei. Ein weiteres Beispiel dafür, dass die Schweiz noch viel härter mit Scheinvätern umspringt, ist z.B., dass es nur in den ersten 5 (fünf!!!) Lebensjahren des Kuckuckskindes möglich ist, die Vaterschaft anzufechten. Auch werden immer wieder Fälle bekannt, wo es den Müttern erlaubt wird, mit den Kindern auszuwandern und der Vater zum Zahlvater degradiert wird, wie zuletzt die schweizer NZZ im Artikel „Vater ohne Kinder“ berichtete.

Fazit: Es gibt noch eine Menge in Deutschland, Österreich und der Schweiz im Sinne der Kinder- und Väterrechte zu tun. Die größten Fortschritte erreichen derzeit Einzelne, die die Kraft, den Willen und auch die finanziellen Mittel haben, sich gegen die gesetzliche Ungerechtigkeit zur Wehr setzen und sich nicht scheuen, bis hin zum EGMR (Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte) zu klagen. Die Politiker sind es jedenfalls noch nicht, die den Handlungsbedarf weiterhin ausblenden und ignorieren.

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Über Max Kuckucksvater

Seit Anfang 2011 weiß ich nun, dass mein Sohn aus erster Ehe nicht mein leiblicher Sohn ist. Da ich weder im Netz, noch irgendwoanders Hilfe fand, gründete ich dieses Blog. Dieses Blog verbindet Kuckuckskinder und Kuckucksväter untereinander, stellt Hilfsthemen bereit. Zusätzlich klärt es die Öffentlichkeit über den stattfindenden Identitätsraub und Betrug auf, damit wir in Zukunft dieses Leid verhindern können. Der obligatorische Vaterschaftstest ab Geburt (OVAG) ist das einzige Mittel, welches das Kind sicher vor der Fälschung seiner Identität bewahren kann. Seither entstanden sehr viele Kontakte und Freundschaften zu Scheinvätern, Kuckuckskindern und anderen Betroffenen sowie Unterstützern. Der Austausch mit ihnen half mir dabei, meine Trauer zu verarbeiten. Und: Ja, ich lebe tatsächlich in Kolumbien. Inzwischen sind meine Frau und ich stolze Eltern einer Tochter. https://www.facebook.com/max.kuckucksvater
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