Ich konnte das nicht zulassen – So bewahrte ich einen Mann davor, ein Kuckucksvater zu werden – von Sascha J.*


In einem geöffneten Brief schlummerte ein Geheimnis.
Quelle: Wikipedia *Letter *Screenshot by Anneke Wolf

Deutschland / Vaterschaftsanerkennung – Kuckuckskind – Kuckucksmutter – Falschbeschuldigerin – Polizist – Meine Geschichte beginnt im Jahr 1998. Damals heiratete ich eine Frau, die nicht von mir schwanger war. Als Ehemann wurde ich dennoch nach §1592 Nr.1 BGB automatisch rechtlicher Vater des Kindes. Nach der Geburt focht ich fristgemäß die Vaterschaft zum Kind erfolgreich an.  Eine Entscheidung, die sich zwei Jahre später noch als goldrichtig herausstellen sollte. Denn im Jahr 2000 war das Eheglück am Ende und meine Ehefrau verflüchtigte sich aus der Ehe. Zurück blieben ihre Schulden und einige Unterlagen. So u. a. ein geöffneter Brief, in dem stand, dass sie vorhabe einen anderen Mann als den Vater ihres Kindes zu benennen, weil der finanziell potenter sei als der richtige Vater. Meine Exfrau wusste nicht, dass ich den Brief zufällig aufgefunden hatte. Es war wirklich reiner Zufall und passierte beim Aufräumen der Ehewohnung, nachdem sie mit Freundinnen in selbiger gewütet und erheblichen Sachschaden angerichtet hatte. Ich wollte nichts behalten, was mich an meine Exfrau erinnerte. Also räumte ich auf und versuchte alles hinter mir zu lassen.

Doch der Brief ging mir nicht mehr aus dem Kopf. Tagelang war ich unfähig, vernünftige Gedanken zu fassen, war wie gelähmt. Erst dann setzte der klare Verstand wieder ein. Denn ich und auch meine Frau waren zu der Zeit schon Polizeibeamte. Und nicht zu reagieren hätte es mir unmöglich gemacht, diesen Beruf weiter auszuüben. Ich hätte nicht einerseits Straftaten gemäß meiner Dienstpflicht verfolgen bzw. aufklären, solche im privaten Bereich aber mittragen können. Durch mein Schweigen hätte ich mich zum Mitwisser einer folgenschweren Falschbeschuldigung gemacht. Das war nicht vertretbar. Gut war, dass ich meine Exfrau damals nicht wieder gesehen hatte. So blieb mir der Wutausbruch ihr gegenüber ob dieser von ihr beabsichtigten Lüge Gott sei Dank erspart.

Ich glaube, dass sich mein Schmerz und meine Wut über diese Sauerei erst legte, als 2006 mein kleiner Sohn zur Welt kam, zu dem ich bereits Wochen vor seiner Geburt die Vaterschaft anerkannte. Irgendwie war mit meiner Anerkennung alles wieder gut. Dazwischen lagen fast sieben Jahre Höhen und Tiefen mit Hass, Wut, Verzweiflung und selbstempfundenem Unverständnis.

Damals hatte ich nur einen Freund, dem ich vertrauen konnte. Es war ein Kollege, mit dem ich etliche Jahre tolle Zeiten hatte. Leider verstarb er 2002 an Krebs. Ich war der Letzte, den er sehen wollte. Er war ein begnadeter Gitarrenspieler und wir spielten zum Abschied Neil Young. Und wir schworen Blutsbrüderschaft. Er bat mich dabei, mich um seine Familie zu kümmern. Eine Frau und drei Kinder. Das habe ich dann auch getan. Ihm zuliebe. Von meiner eigenen Familie erhielt ich keine Unterstützung in dieser Zeit. Das beruhte aber auf einem Irrtum: Denn ohne mein Wissen wurde meine Familie von meinen Kollegen sozusagen über mich befragt. Es ging um Dienstgeheimnisse usw. und dass ich solche ausgeplaudert hätte. Schwachsinn. Das war Teil des Versuches, mich aus dem Dienst zu entfernen. Denn meine Exfrau verschwand mit keinem geringeren Mann als meinem damaligen Chef, einem hochrangigen Offizier. Da sollte der Bauer (Polizeimeister) geopfert werden. Und meine Familie war fortan damals der Auffassung, ich sei Täter. Eine wirklich schlimme Erfahrung innerhalb der eigenen Familie. Da half auch kein Schwur von mir, nichts getan zu haben.

Nun war es so, dass ich den potentiellen Kuckucksvater persönlich kannte. Und der war zu der damaligen Zeit gerade selbst im Begriff Vater zu werden. Und ich kannte auch die werdende Mutter des späteren Kindes. Ich spürte: „Das kann ich nicht zulassen!“ Ergo machte ich den richtigen Vater ausfindig, ohne ihn jemals persönlich kennengelernt zu haben.

Zunächst jedoch wusste ich nicht, wie und wo ich den potentiellen Kuckucksvater erreichen konnte. Da musste ich mich erst ein bisschen durchfragen. Letztendlich half mir dann aber Post vom Familiengericht, die an meine Frau Exfrau gerichtet war, vom Gericht jedoch an meine Adresse geschickt wurde. Sie zog damals nämlich gerne immer mal wieder um, war also nicht so recht erreichbar für wichtige Post. Und dank des laxen Umgangs mit Daten durch das Gericht erfuhr ich quasi per Zufall die Adresse des potentiellen Kuckucksvaters. So machte ich mich auf den Weg zu ihm. An das Gespräch erinnere mich noch gut: Als er von mir hörte, dass er da angeschmiert werden sollte – er hatte bereits einen Gerichtsladungstermin zwecks Anerkennung der Vaterschaft vom Familiengericht erhalten – und ich ihm auch noch den Namen des richtigen Vaters nannte, küsste er mich und sagte zu mir: „Das werde ich dir niemals vergessen. Ich stehe in deiner Schuld.“ Doch davon wollte ich nichts wissen. Einzig sollte für das Kind gelten, zu wissen, woher es entstammt. Denn darum ging es letztlich, und um nichts anderes.

Da ich meine Exfrau nach ihrem Verschwinden im Jahr 2000 nie wieder gesehen habe, kann ich nicht beschreiben, wie sie die – wie ich sie nenne – Vaterwende aufgenommen hat. Mitgeteilt wurde mir allerdings, dass der betroffene Junge ab 2001 mit und zu seinem richtigen Vater eine wohl ziemlich gute Beziehung aufbauen konnte.

Fazit: Es kommt zusammen, was zusammen gehört!

*richtiger Name der Redaktion bekannt

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Grund Nr. 1: Der Gleichheitsgrundsatz
Grund Nr. 2: Kriminalitätsprävention
Grund Nr. 3: Steuergelder sparen
Grund Nr. 4: Informationelle Selbstbestimmung für alle
Grund Nr. 5: Bestehende Familien wirklich schützen
Grund Nr. 6: Kinder haben das Recht auf Identität
Grund Nr. 7: Gesundheitsvorsorge

Grund Nr. 8: Inzest
Grund Nr. 9: Schutz vor AIDS
Grund Nr. 10: Respekt vor Vater und Kind

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5 Antworten zu Ich konnte das nicht zulassen – So bewahrte ich einen Mann davor, ein Kuckucksvater zu werden – von Sascha J.*

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  3. Ingo schreibt:

    Frauen, die Kinder als Waffe missbrauchen gibt es viel zu viel. Leider ist die Waffe ja von Gerichten sehr gefürchtet, darum halten die sich lieber die Augen und Ohren zu und handeln rein nach dem Gesetz, dass ein Kind ja immer zur Mutter gehört und Mütter genau wissen, was Kinder wollen (oft kommt es einem eben vor, das Frauen die Opferrolle sehr gut spielen und ihre Egoistischen Adern nicht im Zaum halten können) Darum gibt es a) seltenst Kindsbefragungen, b) werden beim Familienrecht nie Nachbarn oder Grosseltern befragt und c) ist der Vater leider fats immer der dumme. Aber am schlimmsten trifft es die Kinder und deren „normale“ Entwicklung die so absichtlich gestört wird, sei es seinen Vater kennen zu lernen, oder immer im Glauben zu leben, dass der „biologisch“ Fremde der Vater wäre. Aber ja oft handeln Frauen eben Egoistisch, vielleicht würden wir Männer auch so handeln, wenn wir Kinder gebären und somit „Soziale Sicherheit“ erreichen könnten ohne ein weiteres für die Gesellschaft zu tun. Im Gegenteil diese sogar noch auszunutzen, wie z.B. Sozialhilfe beantragen oder auf die Kosten des „EX“-Vaters zu leben.

  4. Das ist schon irre wie man als Mutter … mehr Geld…als die Wahrheit fürs Kind möchte…für mich unbegreiflich ! Ein Kind sollte immer wissen wer die richtigen Eltern sind. Also ganz ehrlich was nützt einem etwas mehr Geld…um dafür ein Leben lang sein Kind anzulügen…etwas vorzumachen?! Für mich undenkbar…nicht nur das es echt schuftig und gemein dem Kuckucksvater gegenüber wäre und dem richtigen Vater Lebensglück vorenthalten würde…nein es wäre einfach eine so schlimme Lebenslüge fürs Kind…und wie ein Schlag ins Gesicht…fürs Kind…falls mal irgendwie die Wahrheit raus käme…dem Kind würde dann der Boden unter den Füßen weggezogen werden…und würde man dies alles tun wenn man sein Kind wirklich lieben würde und Respekt anderen Gegenüber hätte…Nein mit Sicherheit nicht !

    Als ich damals meinen Sohn geboren hatte….zog der Vater meines Sohnes lieber zurück zu Mama und Oma…er sagte es ist ihm einfach zu stressig…und das alles wäre nichts für ihn…obwohl er eigentlich die Familie gründen wollte…er sagte wir Beide wären für ihn gestorben…und er zog aus…
    Es ergab sich für mich eines Tages die Chance das sich ein Millionär für mich interessierte…er war auch total vernarrt in meinen Sohn…und sagte auch das er gern die Vaterschaft anerkennen würde…und es meinem Sohn dadurch finanziell mal richtig gut gehn wird…Zeit seines Lebens…selbst da…sagte ich „NEIN DANKE“ ich zeigte meinem Sohn immer Fotos von seinem richtigen Vater…der ein „kleiner “ Landwirt dagegen war…der oft zwischendurch auch arbeitslos war…aber was interessiert das denn?! Viele Menschen müssen mit wenig Geld auskommen…und sind trotzdem glücklich…denn sie haben ja Freunde und Familie…und ein Kind darf es nicht interessieren wieviel die Eltern auf dem Konto haben…Hauptsache die Eltern lieben das Kind…also habe ich nie hinterm Berg gehalten wer der richtige Vater von meinem Sohn ist… ich habe viele Jahre immer wieder versucht das sein richtiger Vater auch mal Interesse an unserem Sohn zeigt…und das unser Sohn wegen dem Desinteresse vom Vater nicht völlig resignierte…
    Mittlerweile haben sie schon paar mal mit einander telefoniert…aber ich glaube so langsam ist der Zug für eine feste innere Bindung abgefahren…sonst hätten die Beiden sich sicher auch schon längst mal getroffen…

    Man siehst also es geht auch andersrum… es gibt leider solche Mütter die Kinder „unterschieben“ sich einfach so schuftig verhalten aber es gibt auch Väter die garkeinen Bock auf den Nachwuchs haben.

    Also ich finde es super das er/ Du wie auch immer….diese ganze Lüge aufgedeckt hat…und somit einen Kuckucksvater vor Ärger,Stress und vielleicht sogar vor finanzieller „Schröpfung“ bewahrt hat…aber noch viel wichtiger…sozzusagen den gemeinsamen Zukunftsweg für zwei Menschen ,Sohn und Vater… geebnet…den sie ohne Ihn / Dich garnicht erst gefunden hätten…also wenn es nicht nur aus unbewusster Rache…der Ex gegenüber aufgedeckt wurde…sondern wirklich zum Wohle des Kindes…dann muss ich sagen „meinen vollsten Respekt!!! “ Jeder der wissentlich der Lüge…anders handelt…hat einfach keinerlei Gewissen !

  5. Christine schreibt:

    Ich staune immer wieder, wie erfinderisch Frauen sind. Irgendwie hat mir dieses Gen immer gefehlt 😉

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