Leihmutterschaft – Behörden verweigern leiblichen Eltern die Anerkennung der Elternschaft


Schwangere Frau im Pyjama - © by meemal

Wer ist die Mutter bei der Leihmutterschaft?

Wie absurd die deutschen Gesetze in Bezug auf Mutter- und Vaterschaft gestaltet sind, wird anhand der Fälle besonders deutlich, die erst durch die jüngsten Errungenschaften der modernen Medizin überhaupt möglich geworden sind. Man bedenke dabei, dass das Mutterschafts- und Vaterschaftsrecht seit 100 Jahren nicht grundlegend überarbeitet wurden.

Ein solcher Fall ist die Leihmutterschaft. In Deutschland ist die Leihmutterschaft verboten worden. Warum, das steht auf einem anderem Blatt.

Ein deutsches Paar hat deswegen in der Ukraine nach einer Leihmutter geschaut und

war dort fündig geworden. Die Eizelle wurde der deutschen Frau entnommen, mit dem Spermium ihres Ehemannes befruchtet und dann in die Gebärmutter der Ukrainerin eingesetzt. Die Ukrainerin gebar das Kind in der Ukraine und hielt sich an den Vertrag, das Kind an die leiblichen Eltern zu übergeben.

Doch nun brauchten die frischen Eltern für das Kind einen deutschen Reisepass, welchen die leiblichen Eltern bei der Deutschen Botschaft beantragten. Diese lehnt jedoch die Ausstellung eines Reisepasses für das Neugeborene ab, da die Abstammung des Kindes unklar sei.

Auch das Berliner Verwaltungsgericht bestätigte im Eilverfahren die Entscheidung der Deutschen Botschaft. Der Kern der Begründung stützte sich dabei auf den Punkt, dass nun einmal diejenige die Mutter sei, die das Kind geboren habe und derjenige der Vater sei, der zum Zeitpunkt der Geburt mit der Kindesmutter verheiratet gewesen sei. Die Leihmutter war zum Zeitpunkt der Geburt verheiratet und somit hat das Kind bereits einen Vater.

Auch wenn in der Ukraine die genetische Mutterschaft bei Leihmutterfällen möglich ist, ändere das nichts an der Wirksamkeit der Deutschen Gesetzgebung, da nach ihr keine Leihmutterschaft erlaubt ist und somit keine Auswirkung auf die Rechtsprechung haben kann.

Was sagt Ihr dazu? Wer sollte die Mutter sein? Die, die es gebar oder die, deren Eizelle und somit deren Gene es in sich trägt?

Gegen den Beschluss ist die Beschwerde an das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg zulässig.

Beschluss der 23. Kammer VG Berlin vom 5. September 2012 –  VG 23 L 283.12

(hier als PDF anonymisierte Fassung)

Quelle: PM VG Berlin 10.9.2012 & Liz Collit’s Blog, durch deren Veröffentlichung ich erst auf diese Meldung aufmerksam wurde.

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Über Max Kuckucksvater

Seit Anfang 2011 weiß ich nun, dass mein Sohn aus erster Ehe nicht mein leiblicher Sohn ist. Da ich weder im Netz, noch irgendwoanders Hilfe fand, gründete ich dieses Blog. Dieses Blog verbindet Kuckuckskinder, Scheinväter, Väter und Kuckucksmütter untereinander, stellt Hilfsthemen bereit. Zusätzlich klärt es die Öffentlichkeit über den stattfindenden Identitätsraub und Betrug auf, damit wir in Zukunft dieses Leid verhindern können. Der obligatorische Vaterschaftstest ab Geburt (OVAG) ist das einzige Mittel, welches das Kind sicher vor der Fälschung seiner Identität bewahren kann. Seither entstanden sehr viele Kontakte und Freundschaften zu Scheinvätern, Kuckuckskindern und anderen Betroffenen sowie Unterstützern. Der Austausch mit ihnen half mir dabei, meine Trauer zu verarbeiten. Und: Ja, ich lebe tatsächlich in Kolumbien. Inzwischen sind meine Frau und ich stolze Eltern einer Tochter. https://www.facebook.com/max.kuckucksvater
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16 Antworten zu Leihmutterschaft – Behörden verweigern leiblichen Eltern die Anerkennung der Elternschaft

  1. Silke Kaiser schreibt:

    Ich habe einen Artikel von Frankfurter Allgemeine Zeitung über eine Klinik für Leihmutterschaft in der Ukraine gefunden (http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/leihmutterschaft-kaeufliches-elternglueck-12201752.html).
    Was meinen Sie? Hat jemand in der Ukraine dies versucht?

  2. Mia schreibt:

    Ich hab da mal ne ganz andere Frage… (aber dazu später)

    Wenn ein Vater seine Samen spendet und dafür Geld bekommt ist das ja auch in Ordnung, und obwohl das Kind sein Erbgut trägt ist und will er in der Regel nicht der Vater sein, er ist einfach nur der „Erzeuger“…
    Vater ist der der sich Bewusst entschieden hat Vater zu sein und das Kind erzieht und ihm seine Werte mitteilt…
    Gut die Rechte diesbezüglich sind auch nochmal verändert worden, die Frage ist ob, nur zum Wohl des Kindes ist oder auch im Sinne der Männer die meist sehr Jung sind und es vor allem für das Geld machen.

    Wie ist es wenn Frau, Frau helfen will? Wieso ist es hier verboten? Nur weil das Spenden beim Mann eine Sache von 5 Minuten ist oder bei der Frau 9 Monate dauert, eine Zeit in der durchaus Muttergefühle aufkommen könnten? Klar das ist eine Sache die weit aus Komplizierter ist als bei der Samenspende, aber eine Frau die sich als Leihmutter zur Verfügung stellt geht BEWUSST diesen Deal ein und muss sich im Klaren sein, das das keine 5 Minuten Angelegenheit ist in der auch Gefühle im spiel sind. Und würde man eine Mutterschaft an Hand eines Tests feststellen, hätte sie trotz Austragung sicherlich keinerlei rechte an dem Kind, denn eine Verwandschaft besteht nicht.
    Im Endeffekt würde bei einem Test also niemals herauskommen das sie die Leibliche Mutter ist, obwohl sie die Qualen der Geburt hinter sich gebracht hat…
    Im Falle der Ukrainerin, frage ich mich auch, was ist wenn sie das Kind nicht haben will, dann zwingt man es ihr nun auf, weil die leiblichen Eltern das Kind nicht haben dürfen?
    Irgendwann würde die Tochter oder der Sohn eh fragen stellen, spätestens dann würde eine Elternschaft angezweifelt werden und bei einem Test würde die Wahrheit herauskommen. Und wie Max Kuckucksvater schon geschrieben hat würden die leiblichen Eltern, oder zumindest der Leibliche Vater dann zur Kasse gebeten werden…etwas das er sicher gern machen würde (wenn er sich hätte auch ums Kind kümmern dürfen) WOW… tolles Recht

    Ich kann verstehen das man da auch in einer Grauzone schwebt denn es gibt sicher auch genug Mütter, die nach einer Leihmutter suchen, weil sie sich selbst aus reiner Eitelkeit, keiner Schwangerschaft aussetzen wollen, aber ich bin mir sicher das das eine Minderheit ist.

    What ever, das ist nicht meine Frage…

    Anderer Fall… eine Familie, eine biologische Frau und ein Trans-Mann (Ein Mann der eine Gechlechts-Angleichung in Erwägung zieht oder hinter sich hat).
    Der Mann kann in diesem Fall also nur eine Eizelle und keine Samen geben.
    Die Frau könne natürlich durch eine Künstliche Befruchtung ein Kind bekommen und der Trans-Vater würde, wie bei einer Adoption den Vater mimen, wäre mit dem Kind aber nicht verwand…
    Wenn man aber bei einer Leihmutterschaft in Deutschland, davon ausgeht das die austragende Frau die Mutter ist, dann wäre es doch perfekt. Er gibt seine Eizelle, sie wird Künstlich befruchtet und seine Frau trägt sie aus, Genetisch Verwand wäre sie nicht, aber sie hätte sein Kind 9 Monate mit lebenswichtigem versorgt und es ausgetragen, was sie Ethisch gesehen zur Mutter macht?!
    Allerdings, macht es sie doch, weil es nicht ihre Eizelle ist, sondern die einer „anderen Frau“ zur Leihmutter?
    Die Leibliche Mutter wäre in diesem Fall doch der Transsexuelle Vater und der Leibliche Vater wäre der Samenspender. Womit wir wieder die Situation eines „Paares“ haben und einer Mutter die das Kind für die beiden austrägt.

    Da aber kein Geld fließt, die Mutter das Kind nicht nach der Geburt an ein anderes Paar abgibt, sondern behält, dürfte da das Gesetz wegen der Leihmutterschaft nicht anders lauten? oder das Recht…. Keiner „Mutter“ wird ein Kind, das sie 9 Monate lang mit sich getragen hat, entrissen… niemand, außer der kleinen, etwas anderen Familie hat etwas davon… (außer der Samenspender natürlich)…

    Die Frage ist, macht sie die Tatsache das es nicht ihre eigene Eizelle ist sondern die ihres Transsexuellen Partners, zur Leihmutter?
    Wie wird das in Deutschland behandelt? darf ein solches Paar diese Art der Leihmutterschaft durchführen oder muss sie dafür auch ins Ausland und Riskieren das sie ihr Kind nicht behalten darf, bzw. wird der Transsexuelle Vater gezwungen eine nicht bestehende Verwandschaft zu akzeptieren, in dem seine Frau sich künstlich befruchten lässt (mit ihren eigenen Eizellen)?

    Genau so ein Paar bei dem die Mutter Transsexuell ist und der Vater ein biologischer Mann. Sie wird nie ein Kind austragen können, es bleibt ihnen also nur Adoption oder eine Leihmutter, entweder mit seinen Samen, oder mit den Samenzellen der Transsxuellen frau (bevor sie eine Angleichung vollzogen hat)… Doch eine Leihmutter wäre in beiden Fällen von Nöten.

    Es ist ein Kompliziertes Thema… und im Endeffekt müssen wir uns doch nur eine Frage stellen.
    Was ist Mutter!?

    Ist Mutter die Person die uns aufzieht, uns bedingungslose Liebe, ein Zuhause, Werte und eine Zukunft schenkt… Oder ist Mutter das, was uns das Leben schenkt, also uns austrägt und gebärt. Beim Vater ist diese Frage doch meistens klar, Einer ist der Vater, der andere der Erzeuger….

    • Konstantin schreibt:

      Per geltendem Gesetz ist diese Regelung unfair.
      Das Paar, bei dem der Mann einst eine Frau war, hat es wohl am einfachsten. Es braucht nur einen geeigneten Samenspender (am Besten einen anonymen, der kein Vater sein will) und eine künstliche Befruchtung mit einer Eizelle des Mannes. Wenn die Frau das Kind austrägt, gilt sie automatisch als die Mutter, obwohl das Kind nicht von ihr abstammt. Der Vater, kann, da er (nun) ein Mann ist, die Vaterschaft anerkennen. Das „Beste“: Kommen Zweifel auf, bestätigt der Vaterschaftstest ihn als Vater, obwohl er eigentlich „die“ biologische Mutter ist. Ein Abstammungsgutachten ist ja, wie man hier öfters lesen kann, kein Gentest und daher wohl auch vom Geschlecht unabhängig.
      Pech hat das Pärchen, bei dem ein Partner sich zur Frau hat umoperieren lassen. Davon ausgegangen, dass sie keine Eizellen hat, ist das Paar tatsächlich auf eine Leihmutterschaft angewiesen.
      Aber eine Geschlechtsumwandlung ist für das Bsp. gar nicht nötig. Auch einem schwulen Paar mit Kinderwunsch bleibt – neben der Adoption – nichts anderes übrig, als eine Leihmutter zu engagieren (auch wenn diese dann gleichzeitig die leibliche Mutter sein dürfte). Aber Leihmutterschaft idt ja verboten. Also wird nur der Partner rechtlicher Vater, der den Samen gespendet hat. Und der Andere? Muss erst warten, bis die (Leih-)mutter auf das Sorgerecht verzichtet (das sie ja automatisch bekommt) und sich die Behördenmühle dreht. Um das Kind zu adoptieren muss er, wenn es in diesem Punkt doch so wie in einer Hetero-Ehe gehandhabt wird, mindestens drei Jahre mit dem leiblichen Vater verpartnert sein. Eine Adoption? Tja, in diesem Punkt werden Homosexuelle wie Eltern 2. Klasse behandelt. Abgesehen davon, dass einige Adoptionsstellen möglicherweise lieber an Hetero-Eltern vermitteln: Homosexuelle dürfen nicht gemeinsam adoptiern, auch wenn sie verpartnert sind (auch hier sind die Partner noch nicht Eheleuten gleichgestellt), sondern nur als Einzelperson. Und warum sollte man sich nicht eher für zwei Adoptiveltern entscheiden als für Einen? Der Partner kann dann nur, soweit ich es richtig verstehe, sukzessiv adoptieren, also wie oben.
      Die Leihmutterschaft bietet auch homosexuellen Männern die Möglichkeit, ohne überflüssige Komplikationen ein Kind bekommen. Warum tut man sich in Deutschland so schwer damit, gleichwertiger Liebe und gleichwertigen und -aufrichtigen Kinderwünschen – unabhängig von der Fruchtbarkeit bzw. der sexuellen Orientierung – auch dieselben Rechte und Möglichkeiten einzuräumen? Vor allem, wenn sie grundsätzlich darauf angewiesen sind! Warum?

  3. Maike schreibt:

    Leihmutterschaft ist (m. E. völlig zu Recht) in Deutschland verboten. Wenn man sich dann Hilfe in anderen Ländern sucht, muss man logischerweise mit entsprechenden Konsequenzen rechnen. Kinder sind keine Ware – die ukrainische Frau hat das sicher nicht aus Nächstenliebe getan, sondern, um ordentlich dafür zu kassieren. Schlimm…. und zumindest als biologische Mutter steht für mich nicht einwandfrei die Deutsche fest, denn das Baby ist 9 Monate im Bauch der Ukrainerin herangewachsen. Lediglich die Eizelle stammt von der deutschen Mutter. Wessen Blutgruppe hat das Kind z. B.? Wer würde bei entsprechendem Gentest als Mutter ermittelt…?

    • Max Kuckucksvater schreibt:

      Nur weil eine Eizelle in einem anderem Körper ernährt wurde, wird das sich daraus entwickelnde Kind zum Einen keine Gene der Leihmutter und zum Anderen dadurch auch nicht die Blutgruppe der Leihmutter übernehmen, denn auch das ist eine Erbgutangelegenheit. Wer ist denn Vater und Mutter, wenn eines Tages eine Eizelle vollkommen außerhalb des Mutterleibes befruchtet und zum Baby heranwachsen kann? Jetzt bitte nicht auf das Reagenzglas schließen! 😉

      Auch interessanter Mutterfragenkonflikt:
      – Klinik vertauscht die befruchtete Eizelle von zwei Paaren nach der Befruchtung aber vorm Einsetzen in die Gebärmutter. Laut Gesetz bliebe diejenige die Mutter des jeweiligen Kindes, welche es geboren hat. Jedoch, wenn einer der gesetzlichen Väter oder auch die gesetzliche Mutter oder später das erwachsene Kind die Vaterschaft anfechten würde, würde diese Anfechtung erfolgreich werden und der richtige Vater festgestellt werden. Er wäre dann sogar Unterhaltspflichtig und dürfte dem Scheinvater auch noch sämtlichen Unterhalt zurückzahlen. Eine Mutterschaftsfeststellung auf Basis der Gene wird jedoch ausgeschlossen. Sollen Deiner Meinung nach Frauen weiterhin andere Rechte als Männer haben oder stehst Du für Gleichberechtigung?

      Noch ein paar Schlußfolgerungen auf der Basis derselben Logik, welche Du gerade vertrittst:
      – Dann müßte sobald der erste Mann ein Kind austragen könnte, er die Mutter des Kindes werden, denn nur der Geburtsvorgang bestimmt die Mutterschaft und nicht das Geschlecht des Menschen. Zugleich würde er auch noch zum Vater werden, wenn die Eizelle, welche in seinem Körper zum Kind heranwuchs mit dessen Samen befruchtet wurde. Der Einfachheit halber könnte das Kind ihn dann ja Mapi oder Pami rufen. 😉
      – Auch müßte, wenn sich ein Mann oder eine Frau auf ein Hühnerei setzt und ausbrütet, sagen: Das ist mein Junges! Ist der/die Brütende dann zum Huhn oder das Küken zum Mensch geworden? 😉

      Wie Du siehst, ist die von Dir angeführte Logik für die Katz.

      Andere Staaten bewerten die Leihmutterschaftsfrage anders. Es ist eine ethische Entscheidungsgrundfrage, die viel auch mit Glauben und gesellschaftlichen Normen zu tun hat. Ein Organ zu verkaufen ist zum Beispiel nahezu in fast allen Staaten verboten. Blut gegen Bares abzugeben (zu verkaufen) hingegen ist erlaubt – es kann ja schließlich vom Körper nachproduziert werden. Die Frau darf auch ein Kind einer anderen stillen und ihre Ammentätigkeit lukrativ nutzen. Ein Mensch darf auch Medikamente auf Verträglichkeit, Wirkung etc. gegen Geld testen, was einem Verkauf seiner Organe schon unterumständen gleichkommen kann, wenn eine Reaktion die Abstoßung eines oder gar mehrere Organe zur Folge hat.

      Den Staaten Deutschland, Österreich und der Schweiz fehlt ganz klar der rote Faden in den ethischen Entscheidungen und auch einer Logik, die auf die moderne Zeit und dem aktuellen Erkenntnisstand aufbaut. Es muss doch mal ein Ende haben, dass deren Theorien sich weiterhin auf dem „Die Erde ist eine Scheibe Prinzip“ aufbauen.

      • Maike schreibt:

        Dreh es wie Du willst… nur weil die BRD in diversen Ethikfragen widersprüchliche Gesetze hat, halte ich das Leihmutterschaftsverbot für richtig und hoffe, dass es noch lang bestehen bleibt. Allein der Konflikt, wenn eine Frau ein Kind bekommt und es dann abgeben muss, ist schrecklich. Und jetzt komm mir nicht mit „das hat sie ja vorher gewusst Gefühle, die sich 9 Monate lang…entwickeln, kann man weder planen nicht unterdrücken…

        • Maike schreibt:

          ….noch unterdrücken, meinte ich…. und das wollte ich keiner Frau zumuten. Natürlich gibt es sicher Frauen, die eiskalt nur ihre geldlichen Interessen verfolgen, aber ich behaupte (und hoffe), dass dies die geringere Anzahl ist. Als Mann kann man das natürlich schwer verstehen, das kann ich wohl verstehen. Wer einmal die Strapazen einer Geburt mitgemacht hat, mit stundenlangen Wehen bis hin zum ersten Schrei, ja, der sollte biologische Mutter sein, egal, woher die Eizelle kommt.
          Aber das ist nur meine Ansicht und ich dränge diese selbstverständlich niemandem auf.

          PS: Meine Logik ist für die Katz… wenn ich mir so einige DEINER Argumente durchlese, schüttele ich aber auch das ein oder andere Mal den Kopf… allein der Vergleich Blut gegen Organ. Ist ja wohl logisch, warum das eine erlaubt ist und das andere nicht – Du lieferst die Antwort ja selbst…

          • Max Kuckucksvater schreibt:

            wenn ich mir so einige DEINER Argumente durchlese, schüttele ich aber auch das ein oder andere Mal den Kopf… allein der Vergleich Blut gegen Organ. Ist ja wohl logisch, warum das eine erlaubt ist und das andere nicht – Du lieferst die Antwort ja selbst

            Nichts anderes, als das Blutspenden hingegen nachvollziehbar erlaubt ist, habe ich gesagt, wo siehst Du da den Widerspruch?

            Wer einmal die Strapazen einer Geburt mitgemacht hat, mit stundenlangen Wehen bis hin zum ersten Schrei, ja, der sollte biologische Mutter sein, egal, woher die Eizelle kommt.

            Da ist wohl der Vater ähm die Mutter des Gedanken, die Biologie abzuschaffen? Das kann doch jetzt nicht Dein Ernst sein oder?

            Und jetzt komm mir nicht mit “das hat sie ja vorher gewusst Gefühle, die sich 9 Monate lang…entwickeln, kann man weder planen und das wollte ich keiner Frau zumuten. Natürlich gibt es sicher Frauen, die eiskalt nur ihre geldlichen Interessen verfolgen, aber ich behaupte (und hoffe), dass dies die geringere Anzahl ist.

            Warum soll eine Frau nicht so frei sein, sich selber dafür zu entscheiden, ob sie Leihmutter sein möchte oder nicht? Was veranlaßt Dich dazu, diese Frauen abzuwerten und auch noch entmündigen zu wollen? Wass sind in Deinen Augen die Leute, die die Hilfe von Leihmüttern in Anspruch genommen haben, wie z.B. Sarah Jessica Parker, Tom Ford, Michael Jackson, Nicole Kidman, Ricky Martin, Elton John usw.?

            Wie ist Deine Haltung zur Adoptionsfreigabe durch die Mutter und den Vater, wenn er denn überhaupt Kenntnis von seiner Vaterschaft hatte und auch als gesetzlicher Einfluß hatte? In der Logik, die Du anwendest, gehört eine Adoptionsfreigabe auch verboten, weswegen mich Deine Position auch hier interessiert.

            Bisher bist Du auf keine einzige Frage von mir an Dich eingegangen. Woran liegt das? Fehlen etwa Argumente? Ist es eher so eine ‚Bauchsache‘ die sich keines Verstandes, sondern lediglich eines Gefühles bedient, welches ich als Mann niemals verstehen könne?

    • Konstantin schreibt:

      Ich verstehe das Problem mit der Leihmutterschaft nicht wirklich. Die biologische Mutter kann wahrscheinlich kein Kind austragen und braucht dazu eine andere Frau. Die Leihmutter tut es für Geld – aber was soll daran verwerflich sein? Stellt nicht auch ein anonymer Samenspender etwas vom eigenen Körper zur Verfügung, damit andere ein Kind bekommen können? Ein Kind, auf das der Vater keine Ansprüche stellt und diese schon vor der Samenspende kund getan hat? Die Frau, die die Eizelle gespendet hat, ist die Frau, von der das Kind direkt abstammt. Was ein Abstammunsgutachten beweisen wird. Rein genetisch betrachtet ist es vollkommen unerheblich, ob die Frau, von der die Eizelle stammt, das Kind austrägt oder nicht. Das Erbgut eines Kindes – inklusive Blutgruppe – ist ab der Befruchtung der Eizelle festgelegt und entsteht nicht erst während der Schwangerschaft. In dieser entwickelt sich nur das vorhandene Genmaterial zu einem Menschen.
      Dem Kind werden weder die leiblichen Eltern vorenthalten noch die sozialen Eltern, die diesem Kind ihr Leben widmen, es erziehen und lieben WOLLEN und die sich das Kind ausdrücklich gewünscht haben. Warum sollten die leiblichen Eltern und die Leihmutter die Verhältnisse nicht von vorn herein in einem Vertrag klären können? Warum sollte nicht auch eine leibliche Mutter – wie ein leiblicher Vater – in einem Abstammungsgutachten die leibliche Elternschaft bestätigen lassen können, sollten Zweifel aufkommen? Was ist verwerflich daran, wenn Menschen mit ihrem Körper Geld erwirtschaften? Allgemein betrachtet trifft das auf Frauen, die „ihre Gebärmutter vermieten“ ebenso zu wie auf Leute, die Blut verkaufen oder Samen spenden, auf Prostituierte und auf Schauspieler, Models oder Spitzensportler, die an den Fernsehübertragungsrechten verdienen. Alle vollbringen eine Leistung, bei der der Körper ausschlaggebend ist. Aber allen eben Genannten außer der Leihmutter wird nichts unterstellt, wenn sie dafür Geld verlangen – und die Leistung wird vom Staat (nicht nur dem deutschen) anerkannt.

  4. Sabine schreibt:

    Ich bin selbst betroffenes Kuckuckskind. Trotzdem denke ich, dass ein obligatorischer Gentest nicht die Lösung des Problems ist. Meiner Meinung nach sollte man den Hebel viel früher ansetzen. Kinder von vorn herein sozial zu bilden, schon im Kindergarten könnte das beginnen. Wer bin ich und wer ist der andere? Wo sind meine Grenzen, wo seine? Was passiert, wenn man Grenzen überschreiten oder die eigenen Grenzen überschritten werden? Empathie, Mitgefühl, Respekt und Rücksichtnahme sollten geschult werden. Die Verantwortung für sich selbst und sein Tun, wie für das Gegenüber sollten geweckt und gestärkt werden. Damit einhergehend auch die Verantwortung für Familie und Kinder. Was bedeutet es, ein Kind zu haben? Wie fühlt man sich als Eltern, wie fühlt sich das Kind? Was ist wichtig, um ein Kind groß zu ziehen, ihm dabei auch gerecht zu werden?
    Wenn der staatlich angeordnete Gentest solche Kuckucksgeschichten aufdeckt, ist das Kind doch bereits in den Brunnen gefallen. Dann weiß es, wer nicht sein Vater ist, eventuell sogar, wer sein Vater ist. Doch von Familie wird dann wohl nur noch in seltenen Fällen die Rede sein. Und die braucht ein Kind doch so dringend…

    • Max Kuckucksvater schreibt:

      Wenn der Vaterschaftstest gleich nach der Geburt gemacht wird, bekommt das Kind gar nicht erst den Falschen Vater vorgesetzt und somit ist das ‚Kind‘ dann lediglich für die Kuckucksmutter in den Brunnen gefallen. Für alle anderen ist es eine Befreiung aus dem Netz der Lüge.

      Es ist im Grunde nichts anderes, als eine Ausweiskontrolle, wie sie bei Ämtern auch für alle anderen Rechtsangelegenheiten durchgeführt wird. Glauben ist gut, Kontrolle ist besser und tut keinem Weh, außer denen, die betrügen wollen.

      • Marta Pandora schreibt:

        Sehe ich genau so Max, was würde den Kindern erspart, bis hin ins Erwachsenenalter wird es immer wieder damit konfrontiert, es begleitet ein Leben lang. Vorwürfe werden gemacht, Aussagen wie diese “ lass es doch ruhen, Du bist doch schon erwachsen, was willst Du eigentlich“ treffen mitten ins Herz und wer nicht stark ist, zerbricht daran. Auf der Suche nach der Wahrheit stößt man auf Menschen, die kein, absolut kein Verständnis aufbringen können, weil sie es nicht leben. Das K-Kind – auf der Suche nach den Wurzeln, wird als Störenfried gesehen, es bricht die Lüge, macht offen was verschwiegen wurde!
        Ein Gen-Test gleich nach der Geburt würde Leid ersparen und die betrügerischen Mütter hätten keine Chance!

    • Marta Pandora schreibt:

      Eine Familie wo so eine gravierende Lüge im Raum steht, braucht ein Kind ganz bestimmt nicht!! Es kommt raus, in den meisten Fällen, gerade in der heutigen Zeit…und dann? Bricht das Kartenhaus zusammen. Ein Test nach der Geburt würde viel ersparen!

      • sabineoderso schreibt:

        Ich bin, wie erwähnt, selbst betroffen. Bin 44 Jahre alt. Mein Kartenhaus ist vor drei Jahren zusammen gebrochen. Meine Mutter verstrickt sich derart in Lügen, dass ich gar nicht mehr mit ihr sprechen mag.
        Von mir aus soll es gerne einen Test nach der Geburt geben. Da hab ich überhaupt nichts dagegen. Meine Anregung sollte allerdings weiter reichen. Ich denke, dass es wichtig ist, schon frühzeitig sozial weitergebildet zu werden – in viel größerem Umfang als bisher. Man kann nicht davon ausgehen, dass jedem Kind in seiner Familie Empathie und Verantwortungsbewusstsein vorgelebt wird. (Ich schätze, von den Auswirkungen dieser Bildungslücke können viele Lehrer ein Lied singen.) Würde dies für eine wirkungsvolle Vorbeugung halten – auch im Bezug auf das eigene Sexualleben, den Umgang mit Partnern und Mitmenschen und das in die Welt setzen von Kindern.
        Das eine schließt das andere doch nicht aus…

  5. Charles Wüthrich schreibt:

    Die Rechtsprechung nicht nur in Deutschland wird sich noch genau überlegen müssen, ob und wie so etwas zuzulassen sei. Wenn dabei ein genetischer Abstammungstest zum Zuge kommen sollte, dann muss er auch für ganz orthodox geborenen Kinder herangezogen werden, um sämtliche Unklarheiten aus dem Weg zu räumen. Was wiederum den Kuckuckskinder zugute käme. Wenn obligatorische genetische Tests angeordnet würden, wird sich theoretisch die vorherige Absprache unter den leiblichen und gesetzlichen Eltern zum Wohle des Kindes ändern. (Vielleicht! Abweichungen sind gross in Mode!)

  6. Marcus Spicker schreibt:

    Kann der § 1592 Nr.1 BGB wirklich auch für einen Vater in der Ukraine gelten? Es wird immer absurder…

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