Ich war der Parallelpartner – Meine Tochter soll kein Kuckuckskind sein – Teil 1 – von Andreas Haft


Babyhand und Vaterhand

Ich liebe meine Tochter und sie braucht ihren Vater.

leiblicher Vater / Kuckuckskind – Was ist an der Wahrheit so schwer? Anfang 2010 lernte ich Sie kennen. Die Frau, welche mir vom ersten Tag an sagte, dass es für Sie nichts entsetzlicheres im Leben geben würde, als zu lügen. Eine Frau, deren scheinbare Offenheit und Ehrlichkeit mich faszinierte und in ihren Bann zog. Während Katharina* in einer langjährigen Beziehung mit Martin feststeckte, welche im Vorfeld mehrfach unterbrochen war, und sie erst vor kurzem heirateten, lebte ich mit Nadine, getrennt von Bett, aber nicht vom Tisch und meinen Kindern, zum Wohle dieser im gemeinsamen Haus. Katharinas Beziehung war kinderlos geblieben und ursächlich ist dies in der Infertilität des Ehemannes begründet. Natürlich ist dies eine schwierige Situation und nicht immer ist es leicht für die Beteiligten mit dieser Situation umzugehen. In aller Regel stellt dies eine außergewöhnliche Belastungsprobe für viele Beziehungen dar. Besonders schwierig wird es, wenn ungerechtfertigte Schuldzuweisungen des infertilen Mannes gegen seine Frau hinzukommen  und somit zusätzliches Stresspotential in dieser ohnehin schon schwierigen Situation schaffen. Katharina schützte ihren Ehemann gegenüber Freunden und Familie nach außen hin und nahm die Schuld der Kinderlosigkeit auf sich und begründete dies mit ihrer erst späten Bereitschaft, ein Kind bekommen zu wollen und als Mittdreißigerin tickte bei ihr die biologische Uhr.

In dieser komplexen und in ihrer Gesamtheit für Katharina sehr unbefriedigenden Situation lernten wir uns kennen. Endlich jemand, mit dem sie reden konnte, jemand der ihr zuhörte, der sich für sie und ihre Gedanken, Gefühle und Probleme interessierte, der bestrebt war, sie zu verstehen und ihr auch zu helfen, mit dieser Situation umzugehen. Und obwohl Sie mir schon am ersten Tag des Kennenlernens sagte, dass ein Mann mit Kindern für sie die schrecklichste aller Vorstellungen in ihrer Lebensplanung sein würde, passierte es, dass wir uns ineinander verliebten. Katharina veränderte sich auch in ihrem Verhalten ihrem Ehemann gegenüber und so dauerte es nicht lange bis Martin dahinter kam, dass ein anderer Mann in ihr Leben getreten war und sich somit die kurze Ehe einer starken Belastungsprobe unterziehen musste.

Katharina war sich sicher, es mit mir für die Zukunft versuchen zu wollen, trotz aller Vorbehalte meiner Vergangenheit gegenüber. So traf Sie sich mehrfach mit meinen Kindern und mir, um für sich selbst zu testen, inwieweit Sie lernen könnte, mit diesem, für sie eigentlich absolutem NOGO, umgehen zu können. Kontakt mit für Sie wildfremden Kindern, die dieser Mann mit einer Frau gezeugt hat, die somit auch indirekt, in gewisser Weise auf immer, auch in ihrem Leben präsent sein würden. Etwas, was für Sie unverstellbar war, aber Katharina wollte es trotzdem versuchen. Zu versuchen, ob unsere Gefühle zueinander stark genug waren. Im Grunde genommen wäre es ihr am liebsten gewesen, wenn Sie das Leben mit Martin und das Leben mit mir parallel für sich leben könnte. In ihrer Gedankenwelt hat sie dies dann wahrscheinlich auch getan.

*sämtliche Namen wurden geändert

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Andreas Haft, der leibliche Vater eines Kuckuckskindes kämpft um seine Tochter

Meine Tochter soll kein Kuckuckskind sein!

Fortsetzung mit Teil 2:Wir wollten gemeinsam ein Kind

Du findest alle Teile im Überblick hier.

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Über Max Kuckucksvater

Seit Anfang 2011 weiß ich nun, dass mein Sohn aus erster Ehe nicht mein leiblicher Sohn ist. Da ich weder im Netz, noch irgendwoanders Hilfe fand, gründete ich dieses Blog. Dieses Blog verbindet Kuckuckskinder und Kuckucksväter untereinander, stellt Hilfsthemen bereit. Zusätzlich klärt es die Öffentlichkeit über den stattfindenden Identitätsraub und Betrug auf, damit wir in Zukunft dieses Leid verhindern können. Der obligatorische Vaterschaftstest ab Geburt (OVAG) ist das einzige Mittel, welches das Kind sicher vor der Fälschung seiner Identität bewahren kann. Seither entstanden sehr viele Kontakte und Freundschaften zu Scheinvätern, Kuckuckskindern und anderen Betroffenen sowie Unterstützern. Der Austausch mit ihnen half mir dabei, meine Trauer zu verarbeiten. Und: Ja, ich lebe tatsächlich in Kolumbien. Inzwischen sind meine Frau und ich stolze Eltern einer Tochter. https://www.facebook.com/max.kuckucksvater
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5 Antworten zu Ich war der Parallelpartner – Meine Tochter soll kein Kuckuckskind sein – Teil 1 – von Andreas Haft

  1. Pingback: Kuckucksmutter sucht Rat zur Ausgrenzung des leiblichen Vaters auf gutefrage.net | kuckucksvater

  2. Pingback: Internationaler Tag der Familie (UNO) 15.05.2013 – Förderung der sozialen Integration und Solidarität zwischen den Generationen | kuckucksvater

  3. Mike schreibt:

    Wünsch dir natürlich alles Gute für eine Zukunft mit deiner Tochter. Hab nur selber schon sehr schlechte Erfahrungen mit einer Frau gemacht die sich selber als besonders gut und ehrlich darstellte, deshalb klingeln bei mir da jetzt immer die Alarmglocken. Deshalb die Kritik, nichts für ungut. VG

  4. Mike schreibt:

    „Besonders schwierig wird es, wenn ungerechtfertigte Schuldzuweisungen des infertilen Mannes gegen seine Frau hinzukommen und somit zusätzliches Stresspotential in dieser ohnehin schon schwierigen Situation schaffen.“
    Ist es nich wesentlich plausibler, dass diese Frau wegen ihres starken Kinderwunsch eher ihren infertilen Mann terrorisiert und dann letzlich mit dir betrogen hat?
    Solche Frauen sind für mich abgebrüht und deine Schreibweise erscheint mir ziemlich parteiisch zu sein…

    • Andreas Haft schreibt:

      Hallo Mike, mir erscheint meine Schreibweise neutral, sachlich und ist auf die wesentlichen Fakten reduziert. Soweit es mir möglich war, habe ich versucht Emotionen außen vor zu lassen. Liebe ist nicht planbar, Gefühle entwickeln sich und bald stand für uns fest, dass ein gemeinsames Kind die logische Konsequenz unserer Liebe ist. Mit ihrem Ehemann hatte ich einige Male persönlichen Kontakt, somit kann ich ihn auch etwas einschätzen. Ich möchte auch nicht pauschal die Mutter unseres Kindes verurteilen. Sie hatte mir den Umgang sehr großzügig mit unserem Kind ermöglicht. Im Grunde genommen muss nur der rechtliche Vater seine Blockadehaltung aufgeben, damit ich meine Tochter sehen kann. Dies wird er jedoch nicht freiwillig tun. Er wird dies nur mit einem Gerichtsbeschluss tun, der meiner Tochter das Recht auf Umgang mit mir gewährt. Dem rechtlichen Vater ist ausschliesslich die Sicht nach außen wichtig. Was sich im Kopf der Kindsmutter derzeit abspielt entzieht sich meiner Kenntnis.

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