Scheinvater – Zwei Väter, doch wer muss zahlen ? – ARD Ratgeber


Scheinväter und Kuckuckskinder bekommen in den Medien immer mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Das an sich ist schon einmal gut, doch es ist nur ein erster Schritt. Einen weiteren Schritt vermisse ich leider in den meisten Reportagen sehr. Es ist der, endlich einmal die Frage öffentlich zu stellen, warum

die Kuckucksmutter, die den ganzen Schlamassel zu verantworten hat, nicht im Geringsten zur Verantwortung gezogen wird.

So auch im Beitrag vom ARD Ratgeber vom 23.06.2012. Hier wird kurz beleuchtet, wie sich ein biologischer Vater überfahren fühlt, weil er erst nach 8 Jahren von seiner Vaterschaft erfährt und nun den ganzen Batzen, den der Scheinvater zuvor investiert hatte erstatten muß. Die Kuckucksmutter und ihre verweigerte Verantwortung wird im ganzen Bericht nicht einmal erwähnt. Seine Verwunderung – sofern er tatsächlich keine Kenntnis von einer möglichen Vaterschaft hatte – kann ich dabei sehr gut nachvollziehen. Durch das Unterschieben eines Kuckuckkindes durch die Kuckucksmutter wurden bei ihm Verbindlichkeiten angehäuft, mit denen er nicht gerechnet hat. Hätte sie ihn darüber in Kenntnis gesetzt, hätte er sich von Anfang an über die Jahre hinweg auch um sein eigenes Kind kümmern und monatlich die finanzielle Mehrlast stemmen können.

Durch diese eigennützige Entscheidung der Kuckucksmutter entstehen auf vielen Seiten finanzielle und auch seelische Schäden, für die sie nicht zur Rechenschaft gezogen werden kann. Das muss sich ändern! Es kann nicht sein, dass diese Taten weiterhin ohne Konsequenzen für die Kuckucksmutter bleiben und sie – gleich wie der Fall ausgeht – zumindest finanziell immer die Gewinnerin bleibt. Es ist längst überfällig, dass man sich von der pauschalen Opferrolle der Kuckucksmütter verabschiedet und dieses kriminelle Handeln der Kuckucksmütter auch als solche ahndet, denn es sind Täterinnen. Es ist ein Unding, dass die Opfer – der Scheinvater, das Kuckuckskind und im Falle der Unwissenheit, der biologischen Vater – sich jeweils einander vor Gericht verklagen müssen und die einzige verantwortliche Person – die Kuckucksmutter – die lachende Aussenstehnde ist und dann zusätzlich auch noch als Zeugin in eigener Sache mit Zeugenaufwandsentschädigung vom Gericht bestellt wird.

Zumeist suchen sich Kuckucksmütter den finanziell Bessergestellten aus. Das heißt, dass er in Fällen von Geringverdienern dann nur einen Teil bis hin zur Pfändungsgrenze oder, wenn es ein Hartz IV Empfänger ist, auch gar nichts mehr von seinem Geld sehen wird.

Die einzig vernünftige und faire Lösung an der Stelle wäre: Da sich ja die Kuckucksmutter nun entschieden hatte, auf den Unterhalt vom biologischen Vater durch das Unterschieben eines Kuckuckskindes schlussfolgerlich zu verzichten und statt dessen den Scheinvater  in die Pflicht genommen hat, dann eben auch dafür finanziell und strafrechtlich haften muss. Und nur wenn bei ihr dann nichts einzutreiben ist, dann halt der biologische Vater haftet, dieser jedoch einen Titel gegen die Kuckucksmutter bekommt, welcher sie zur Erstattung an ihn verpflichtet.

Was meinst Du, wie es fair wäre und optimal zu regeln sei?

Für dienjenigen, die den ungewohnt dürftigen Beitrag vom ARD Ratgeber sehen möchten, ist hier der Link zur ARD Mediathek. Leider wird er dort nur max. ein Jahr verfügbar sein. Auch ein Gesetz, über das ich nur den Kopf schütteln kann. Diese Beiträge wurden schließlich bereits von den GEZ-pflichtigen Bürgern bezahlt.

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Über Max Kuckucksvater

Seit Anfang 2011 weiß ich nun, dass mein Sohn aus erster Ehe nicht mein leiblicher Sohn ist. Da ich weder im Netz, noch irgendwoanders Hilfe fand, gründete ich dieses Blog. Dieses Blog verbindet Kuckuckskinder und Kuckucksväter untereinander, stellt Hilfsthemen bereit. Zusätzlich klärt es die Öffentlichkeit über den stattfindenden Identitätsraub und Betrug auf, damit wir in Zukunft dieses Leid verhindern können. Der obligatorische Vaterschaftstest ab Geburt (OVAG) ist das einzige Mittel, welches das Kind sicher vor der Fälschung seiner Identität bewahren kann. Seither entstanden sehr viele Kontakte und Freundschaften zu Scheinvätern, Kuckuckskindern und anderen Betroffenen sowie Unterstützern. Der Austausch mit ihnen half mir dabei, meine Trauer zu verarbeiten. Und: Ja, ich lebe tatsächlich in Kolumbien. Inzwischen sind meine Frau und ich stolze Eltern einer Tochter. https://www.facebook.com/max.kuckucksvater
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6 Antworten zu Scheinvater – Zwei Väter, doch wer muss zahlen ? – ARD Ratgeber

  1. Papax2 schreibt:

    Ich lese und staune was es noch alles auf der welt (deutschland) gibt, aber ich glaube hier ein blog ist nicht genug. Man solte sich als erstes an die stern oder spiegel oder fokus wenden und dies zu titelthema machen und zwar auch im TV. Gleichzeitig sollte man eine der zuständigen ministerien (in diesem fall sind es einige) aktivieren/kontaktieren um auf diese phänomen immer wieder aufmerksam zu machen! Sonst könne wir hier reden und kommentieren solange wie wir wollen….es bleibt nur beim austausch und das hilft wenig! Nichts gegen den blog…finde ich elber sehr gut, aber für die betroffenen ist nicht genug!

    • Marcus Spicker schreibt:

      Dem kann ich nur zustimmen. Es sind auch bereits einige Schreiben an zuständige Politiker bis hoch zum Bundespräsidenten rausgegangen und gehen ständig wieder raus, Resonanz bislang jedoch eher bescheiden bis skandalös (Grundtenor: Die bestehenden Gesetze sind völlig ausreichend). Einige TV- und Radio-Sender haben durch uns bereits Kontakte zu Betroffenen erhalten und mit diesen auch gedreht bzw. über sie berichtet. Auch in einigen Printmedien wurde darüber z.T. recht groß berichtet. https://kuckucksvater.wordpress.com/2012/07/02/wenn-das-kind-nicht-das-eigene-ist-rtl-punkt-12-berichtete-uber-kuckucksvater-und-kuckuckskind/ oder hier https://kuckucksvater.wordpress.com/2012/06/19/munchner-merkur-widmet-dem-kuckucksfaktor-eine-ganze-seite-3-titel-das-kind-des-anderen/ und in vielen weiteren Artikeln des Blogs zu finden, ebenso im Scheinvaterkanal auf youtube http://www.youtube.com/user/Scheinvater

      Natürlich wäre es wünschenswert, wenn sich auch weiterhin viele Menschen zu dieser Thematik an unsere Politiker wenden würden, damit eines Tages dieses dicke Brett durchbohrt werden kann und wirksamer Schutz gegen Betrug und Identitätsraub in diesem Land Einzug halten kann. Auch unsere MdBs sind davor nicht gefeit, wenn sie während der Woche im fernen Berlin weilen 😉 Über weitere Antworten werden wir hier weiter berichten. Demnächst wird ein großer Artikel in der Rheinpfalz am Sonntag erscheinen, eine Beitrag für das Magazin Mona Lisa im ZDF wird derzeit abgedreht. Stern TV hat einen Beitrag zu gegebener Zeit im Visier…

      • Papax2 schreibt:

        Danke….freut mich das zu lesen! Ich hoffe, dass es auch wirkung haben wird. Die antworten der ministerien wundern mich kaum…selbst der europäische gerichsthof hat aufmerksam gemacht oder sogar eine änderung des gesetztes über das sorgerecht unehelicher väter der diese in eine diskrimiernde position stellt. hat sich zwar was getan, aber meine meinung nach nur „halbherzig“. In andere länder (bsp. Frankreich) ist das eindeutig geregellt und beide eltern haben automatisch gleiche rechte und pflichten natürlich. Nun hier geht es um ein anderes thema, die gesetzte darüber sind woanders so erdacht, dass solche misstände einfach gar nicht zustande kommen. Wünsche weiterer erfolge und werde Sie hier in Ihrem kampf folgen!

  2. Marcus Spicker schreibt:

    Meine mail an Ratgeber Recht:

    Liebes Ratgeber Recht- Team,

    in Ihrer Sendung vom 23.6.2012 haben Sie dankenswerterweise die Kuckucksthematik aufgegriffen und versucht diese in einem Beitrag mit einem Betroffenen aufzuarbeiten. Dafür kann ich Ihnen als betroffener Scheinvater und Co-Autor des Blogs http://www.kuckucksvater.wordpress.com gar nicht genug danken.

    Was mich bei dem Beitrag jedoch sehr verwundert hat, war und ist die Tatsache, warum sich niemand getraut hat die Frage nach der Haftbarkeit der betrügenden Kindesmutter zu stellen. Mit keiner Silbe wird in dem Beitrag darauf eingegangen, dass sowohl der Scheinvater als auch der biologische Vater durch die Unterdrückung der Wahrheit nicht nur finanziell sondern auch emotional einem handfesten Betrug erlegen sind (und zwar durch die Kindesmutter!!!) und anschließend juristisch auch noch aufeinandergehetzt werden. Es ist eine Seite als Ratgebersendung die gegebene Rechtslage darzustellen, eine andere, viel wichtigere, wäre es, den Zuschauer darauf zu stoßen, dass hier großes Unrecht geschieht und der Gesetzgeber diese Schieflage geflissentlich übersieht. Warum hier nicht mit einem kritischeren Auge herangegangen wird, erschließt sich mir nicht. Vielleicht können Sie mich diesbezüglich aufklären?!

    Da wir mit unserem Blog zum einen Betroffene vernetzen, zum anderen Veränderungen erreichen wollen, die das Unrecht der Kindesunterschiebung endlich verhindern helfen, möchte ich Sie bitten, dem Protagonisten „Johann“ aus Ihrem Beitrag meine untenstehenden Kontaktdaten bzw. meine email-Adresse weiterzuleiten, als Angebot, sich mit anderen ähnlich Betroffenen auszutauschen.

    Sollten Sie in Zukunft weitere Beiträge zum „Kuckucksfaktor“ planen, stehen wir vom Kuckucksvaterblog-Team Ihnen gerne zur Verfügung.

    Mit besten Grüßen

    Marcus Spicker

  3. Fatherleft schreibt:

    Sehe ich genauso, auch wenn ich dem Problem zum Glück noch nicht begegnet bin, aber die Vorstellung, daß auf irgendeiner vergangenen Kurzbeziehung, ein Kind entstand, von dem ich keine Ahnung habe, und für dass mich der Scheinvater plötzlich auf Unhalt verklagen könnte ist eine Rechtsunsicherheit, die kaum zu dulden ist.

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