Lügen – Märchen – Nervenkrieg – Anatomie der Kuckucksgeschichte von Yelka Schmidt – Teil 13


Vor vier Tagen wurde der Anwalt meines Papas mit der Klage auf Unterhaltsregress gegen meinen biologischen Vater beauftragt. Fünf Monate gingen jetzt ins Land. Es ist Anfang Juli 2012.Der Anwalt der Gegenseite antwortete meist erst nach der von unserem Anwalt gesetzten Frist auf Schriftstücke zu einer außergerichtlichen Einigung. Heraus kamen Lügen und Märchen. Ein Schock: meine Mutter stünde als Zeugin zu Verfügung. Wofür?

In einem der ersten Schreiben der Gegenseite steht, dass der Frauenarzt meiner Mutter 1979 quasi per Ferndiagnose meinem Papa Zeugungsunfähigkeit diagnostizierte. Somit war meine Mutter, mit ihrem so starken Kinderwunsch, quasi gezwungen einen anderen Mann zur Zeugung der Kinder auszuwählen. Dies natürlich immer unter Einbeziehung meines Papas. Zumindest wurde an manchen Stellen klargestellt, dass mein Papa wohl alles Andere als erfreut über die „Zeugungsbeziehung“ meiner Mutter war.

Auch ich als Tochter wurde durch den Kakao gezogen. Schön sich vorzustellen, dass meine biologischen Eltern diese Formulierungen wählten. Wir konnten viele der vorgebrachten Punkte der Gegenseite sogar mit notariellen Urkunden widerlegen und besserten unser Regressangebot aus. Es vergingen wieder Wochen und wieder kam ein Schreiben der Gegenseite viel zu spät, per Fax, bei unserem Anwalt ein. Inhalt?

Null. Wieder Lügen und Märchen. Auf klare Beweise unserer Seite wurde gar nicht erst eingegangen. Ein Fachanwalt für Familien- und Erbrecht ist mit der Gegenseite am Werk. Unser Anwalt mag es kaum glauben. Ein letzter Versuch der außergerichtlichen Klärung wird gerade unternommen. Nach dieser 10 tägigen Frist wird die komplette Klageschrift vorbereitet und eingereicht. Ich recherchiere gerade noch ein paar Daten der Gegenseite, komme mir vor wie eine Schnüfflerin. Ein mieses Spiel. Erste Familienangehörige aus der Familie meiner Mutter und Jugenfreundinnen sind bereit als Zeugen für uns auszusagen.

Unser Anwalt riet meinem Papa ein Testament zu verfassen, denn zwischen uns existiert kein verwandtschaftliches Verhältnis mehr. Sollte ihm etwas zustoßen, gibt es keine direkten Verwandten mehr. Auch ich könnte nichts in seinem Namen in die Wege leiten. Mein Papa steht unter nervlicher Dauerbelastung und will es endlich hinter sich bringen. Auch ich kämpfe mittlerweile mit gesundheitlichen Problemen die einerseits stressbedingt aber andererseits vererbt sein könnten. Ich brauche hier nicht explizit zu erwähnen, dass mein biologischer Vater seit Jahren die gleichen Symptome aufweist…

Ich habe unten alle Schriftstücke inkl. ein paar von mir gemachten, handschriftlichen Anmerkungen zur Verfügung gestellt und werde Euch auf dem Laufenden halten.

Ich wünsche Euch einen herrlichen Sommer und versucht die Seele baumeln zu lassen…Ihr habt es Euch verdient! yelka

Schreiben RA Gegner auf Regressforderung siehe Teil 12: RAGegner

Schreiben RA: Regress12-05-24

Schreiben RA Gegner: RAGegner

Schreiben RA: Regress12-06-30

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Kuckuckskind Yelka Schmidt erzählt von ihren Erlebnissen auf dem Weg zur Klärung der Vaterschaft und den Folgen

Anatomie der Kuckucksgeschichte von Yelka Schmidt

Fortsetzung:Mein Weg in die Öffentlichkeit – Anatomie der Kuckucksgeschichte von Yelka Schmidt – Teil 14

Vorangegangener Teil: “Still ruht der See” – Anatomie der Kuckucksgeschichte von Yelka Schmidt – Teil 12

Eine Auflistung aller Teile dieser Serie findest Du hier.

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Über Yelka Schmidt

Geboren im Mai 1981, seit März 2011 weiß ich, dass ich ein Kuckuckskind bin. Ich will kein Tabu sein. Ich lebe. Ich lache. Ich liebe. Ich spreche. Über mich. Über Dich? Miteinander? Das würde mich freuen. Ich schreibe. Meistens drauf los. Das befreit mich. Das hilft mir Aktuelles oder Vergangenes zu begreifen und vielleicht auch zu verarbeiten.
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6 Antworten zu Lügen – Märchen – Nervenkrieg – Anatomie der Kuckucksgeschichte von Yelka Schmidt – Teil 13

  1. Sabine schreibt:

    ich möchte das gern posten. Einfach so.

    Und weil es mich seit meiner Kindheit umtreibt

  2. Wolli schreibt:

    Beim Erbe ist zu beachten, dass eine Lebensversicherung zum Beispiel nicht als Erbmasse vor dem Gesetz gewertet wird. Wer das sonstige Erbe ausschlägt, der kann die Police ausgezahlt bekommen. (Quelle: http://www.lebensversicherungtest.com/)

  3. Piepmatz schreibt:

    Liebe Yelka,ich persönlich gehe davon aus das auch Deine Erzeuger wissen,das es“Samenbanken“gibt!D.h.ein jahrelanger körperlicher Kontakt zwischen 2 Menschen,mit dem Einverständnis des Ehemannes ist völlig absurd.
    Kein geistig normaler Mensch wird Frau/Haus und Kind samt „Vermögen“freiwillig verschenken…um teilnahmslos im Sessel zu sitzen und frohlocken über sein Glück alles teilen zu dürfen.
    Mögen so viele Zeugen wie möglich den Mut haben um Dir zu helfen…ich weiß wie belastend das für Alle ist… !
    Fachanwalt für“Erbrecht“…“Mann mit Frau“ hat sich also jahrelang vorbereitet…das ist bitter!
    Ich habe Dich sehr gern und würde es sehr bedauern wenn es Dir schlecht geht,als ohnehin schon!Stress ist gefählich … gerade dann wenn man um das Recht kämpft,was im Unrecht gedeiht.Beleidigungen und Diffamierungen sind üblich beim Soziopathen,es dient der Selbstaufwertung und um abzulenken von Ihren Taten.Viele die Dich kennen sind grade in sehr positiven Gedanken bei Dir und Deinem Papa…das ist gute Energie!Wir senden all unsere besten und positivsten Gedanken zu Euch Zwei…
    Ich hoffe sehr das Du wen zum Schwitzen bringst liebe Yelka…aber auf Deine Gesundheit dabei achtest!
    Ferndiagnose gen Erzeuger: http://youtu.be/sgQ0uT4IQg0

  4. Marta Pandora schreibt:

    Immer und immer wieder erschreckend, unsere Geschichten. Mit Fassungslosigkeit im Gesicht lese ich und kann und will es nicht wahr haben. Warum lügen, betrügen diese Menschen – Mütter, Scheinvater- Ziehvater egal wer, uns so. Was haben sie für ein Vorteil davon. Ist Geld so wichtig? Ich kann es bald nicht mehr ertragen das Lügen und Betrügen. Die Kinder (egal ob noch jung, erwachsen oder schon alt) sind die Leitragenden in jedem Fall. Wie lange kann eine Seele das verarbeiten, wie lange soll es weggesteckt werden. Das macht krank!! Auch ich merke wie meine Kräfte schwinden, 7 Monate ist es her, dass Verfassungsbeschwerde erhoben wurde! Es wird ein langer Gang für Dich, leider. Ich wünsche Dir viel Kraft und Geduld und ich finde Du und Dein Papa ihr macht es richtig! Wie kann man denn eine Ferndiagnose stellen, unfassbar….
    Marta

  5. Marcus Spicker schreibt:

    Nachdem die Vaterschaft rechtswirksam angefochten und entsprechend aberkannt worden ist, kommt die Behauptung – die typischerweise in solchen Fällen immer wieder eingebracht wird, um die 2-Jahresfrist auszuhebeln – der Scheinvater habe von Anfang an Bescheid gewusst, reichlich spät und darf vor Gericht nun keinen Bestand mehr haben. Derartige Lügen dürfen nicht mehr dazu führen, dass Regressforderungen abgemildert oder gar abgewiesen werden.

  6. Bernd Plechatsch schreibt:

    Auch wenn jeder „Fall“ individuell für sich eine besondere Situation darstellt, so erkenne ich doch die eine und andere Parallele für mich.
    Ich wünsche Dir und Deinem Papa weiterhin viel Kraft das Alles durchzustehen. Mit der Hoffnung verbunden, daß Du zu Deinem Recht kommst.
    Ich glaube, mit Deinem Papa an Deiner Seite werdet Ihr das auch schaffen.
    Liebe Grüße
    Bernd

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