„Still ruht der See“ – Anatomie der Kuckucksgeschichte von Yelka Schmidt – Teil 12


Anfang Februar 2012 gab es einen erneuten Termin beim Anwalt. Nun ging es in die letzte Runde. Mein Papa brachte alle ihm

bekannten und relevanten Unterlagen mit. Der Anwalt begann mit der Aufstellung der Rechnung. Zehn Tage später dann folgte das außergerichtliche Schreiben an meinen biologischen Vater zum Unterhaltsregress. Ich verhielt mich normal, denn nun war ich nicht mehr im Fokus der Geschehnisse. Ich wusste, wann das Schreiben angekommen sein muss. Ich telefonierte mit meiner Mutter, kam zu Besuch, meine Mutter kam in meine Sportstunde im hiesigen Sportverein. Es geschah, was in diesem Zusammenhang ja schon immer geschah: Nichts.
Still ruht der See …

Kein Wort über das Schreiben, keine Nachfrage, aber auch keine Anschuldigung. Immerhin.

Die Wiedervorlagefrist beim Anwalt verstrich. Am 8.03.12 erhielt ich endlich eine Mail. Mein biologischer Vater hat einen Anwalt für Familien- und Erbrecht eingeschaltet, der in Kürze zum Schreiben des Anwalts meines Papas Stellung nehmen wird. Ich telefonierte kurz mit meinem Papa. Er wußte noch nichts. Ich erklärte ihm kurz, was ich weiß. Er ist angespannt. Ich bin jetzt da, um ihn zu stützen.

Nun ist es also soweit. Die letzte Runde ist eröffnet. Ich halte Euch auf dem Laufenden.

Nachfolgend findet Ihr das gesamte Forderungsschreiben des Anwalts meines Papas. Einfach auf die Miniaturabbildung klicken und dann funktioniert es wie eine Diashow.

Grüße,

yelka

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Kuckuckskind Yelka Schmidt erzählt von ihren Erlebnissen auf dem Weg zur Klärung der Vaterschaft und den Folgen

Anatomie der Kuckucksgeschichte von Yelka Schmidt

Fortsetzung:Lügen – Märchen – Nervenkrieg – Anatomie der Kuckucksgeschichte von Yelka Schmidt – Teil 13″

Hier geht es zum vorangegangenen Teil „Jetzt änderst Du aber noch Deinen Namen.“ – Anatomie der Kuckucksgeschichte von Yelka Schmidt – Teil 11

Eine Auflistung aller Teile dieser Serie findest Du hier.

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Über Yelka Schmidt

Geboren im Mai 1981, seit März 2011 weiß ich, dass ich ein Kuckuckskind bin. Ich will kein Tabu sein. Ich lebe. Ich lache. Ich liebe. Ich spreche. Über mich. Über Dich? Miteinander? Das würde mich freuen. Ich schreibe. Meistens drauf los. Das befreit mich. Das hilft mir Aktuelles oder Vergangenes zu begreifen und vielleicht auch zu verarbeiten.
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8 Antworten zu „Still ruht der See“ – Anatomie der Kuckucksgeschichte von Yelka Schmidt – Teil 12

  1. loki schreibt:

    Liebe Yelka,

    Deine Geschichte hat mich sehr berührt und interessiert. Hast Du niemals daran gedacht, Deine Mutter und ihren 2. Ehemann, Deinen biologischen Vater, aufzugeben bzw. auf das für Deine Nachkommen biologisch notwendige Maß zu reduzieren? Irgendwie habe ich den Eindruck, dass das nun anstehende Regressverfahren lediglich eine unnötige Belastung für alle Seiten ist. Auch besteht doch die Gefahr, dass Du Deine Mutter und Deinen biologischen Vater finanziell ruinierst – ist Dir daran gelegen? 70.000€ ist eine Menge Geld.

    • Marta Pandora schreibt:

      Ein finanzieller Ruin ist zu verkraften, im Gegensatz zu dem seelischen Ruin, den schleppen wir Kuckucksinder mit uns rum, ein Leben lang!!
      Wurde Yelka gefragt, ob sie belogen und betrogen werden wollte? Von der Mutter?

    • Max Kuckucksvater schreibt:

      Die Kosten kannte der Vater ja und hat sie jahrelang von jemanden anderen begleichen lassen. Hätte ja das Geld, was es ihn sparte, über die Jahre auf Seite legen können. In den Fällen, wo der leibliche Vater selbst davon überrascht wird, dass er ein bzw. ein weiteres Kind hat müßte eigentlich die Kuckucksmutter dafür finanziell haften, doch der Gesetzgeber sieht es anders und hält die Kuckucksmütter aus jeglicher Verantwortung heraus.

    • Yelka Schmidt schreibt:

      Hallo loki,
      danke für Deinen Kommentar. Meine Mutter ist und bleibt meine Mutter. Als Einzelkind hatte ich immer ein sehr liebevolles und nachher freundschaftliches Verhältnis zu ihr und eine Hälfte von mir ist und bleibt sie. Das kann und werde ich nie abstreiten. Ich habe jedoch für mich einen Weg des Umgangs gefunden, mit dem ich leben kann. Der Mann meiner Mutter bleibt jedoch der Mann meiner Mutter. Nicht mehr und nicht weniger. Ruinieren? Loki, wenn das der Fall wäre, würde ich nicht die ganze Bombe hochgehen lassen, sondern den kleineren Weg wählen. Ich bin kein Mensch, der wahrlos draufschlägt und am Boden liegende noch ausraubt. Da habe ich zum Glück eine gute Erziehung genossen. Und ich gebe Max recht. Wenn schon abgekartet, dann aber auch bitte versichern. Ich wurde mit Absicht gezuegt und einem anderen Mann untergeschoben. Sinnvoll wäre gewesen ab diesem Zeitpunkt Geld zurückzulegen. Auch hier hat man 30 Jahre lang mit der Dummheit meines Vaters gespielt. So etwas kann und will ich nicht zulassen, denn ich kenne beide Seiten. Das ist ausgleichende Gerechtigkeit für über 30 Jahre Lügen, Hintergehung und Ausnutzung. Übrigens investiere ich seit über einem Jahr ebenfalls Geld in die Aufklärung meiner mir angeborenen Lebenslüge.
      Liebe Grüße,
      yelka

  2. firstoffour schreibt:

    Eine interessante und mitreissende Geschichte. Ich wünsche Dir viel Kraft bei der Durchsetzung Deiner berechtigten materiellen und auch moralischen Ansprüche!

    Ich würde mir wünschen, dass ich auch schon so weit wäre. habe da noch einen langen Weg vor mir….

    • Yelka Schmidt schreibt:

      Danke für Deine lieben Worte. Wir Alle stehen Dir, bei Bedarf, mit Rat und Tat zur Seite. Zudem kommen wir beide aus der gleichen Region. Katzensprung! Liebe Grüße,
      yelka

  3. Bernd Plechatsch schreibt:

    Hallo Yelka,
    ich wünsche Euch beiden viel Glück und Erfolg. Steht weiterhin zusammen.
    Ich kann die angespannte Lage Deines Papas voll und ganz verstehen. Ich bin in der gleichen Lage. Auch ich kämpfe für die Rechte meiner Tochter und meiner Rechte als Scheinvater.
    Ihr gebt mir Mut. Danke !

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