Von Babyklappen- und Kuckuckskindern und ihren Gemeinsamkeiten – mit Video


Foto einer Babyklappe in der Mengstraße 62 Lübeck

Babyklappen schützen nicht vor Kindstötungen und verstoßen gegen das Recht des Kindes auf Kenntnis der eigenen Abstammung – © Foto: Andy Forster, Dartford http://www.bluemeat.com/

Babyklappe – anonyme Geburt – Kindstötungen – Kinder verschwunden – entsorgte Kinder – Recht auf das Wissen der Abstammung – Seit kurzem mehren sich die Berichte über die Babyklappen, welche seit 1999 in Deutschland eingeführt wurden. Zu verdanken haben wir diese neue Aufmerksamkeit einer Studie des Deutschen Jugendinstitutes (DJI). Es wurden vom DJI 591 Jugendämter und 344 Instituten mit Babyklappen bzw. anonymer Geburt befragt. Eine zentrale Erfassung der weggegebenen Babys gibt es nicht, weshalb es auch keine Statistiken beim Statistisches Bundesamt gibt. Alleine das ist schon ein Skandal. Doch es kommt noch schlimmer. Von den 80 Prozent der

Jugendämter/Institute welche die Fragen beantworteten, konnten der Verbleib von über 200 Babys nicht geklärt werden. Das machen fast 20 Prozent aus. Was mit Ihnen geschehen ist, vermögen Jugendämter und Institute nicht erklären. Die Dunkelziffer wird wahrscheinlich noch höher liegen, da jeder 5. angefragte Babyklappenbetreiber nicht geantwortet hat. (Quelle: u.a. Spiegel online)

Babyentsorgung und Identitätsraub legalisiert

die vertrauliche (anonyme) Geburt soll nun gesetzlich erlaubt sein, so der Beschluss des Kabinetts – © Bild: Max Kuckucksvater

In diesem Zusammenhang kommt die Frage nach der Kontrolle des Staates und die damit verbundene Pflicht, Kinder zu schützen. Die anonyme Geburt ist illegal, wird aber von den Justizbehörden geduldet und somit nicht verfolgt. Das aussetzen von Kindern ist eine Straftat, doch der Staat stellt hier den Wunsch der Mutter nach Anonymität über das Recht des Kindes auf das Wissen um der eigenen Herkunft. Es ist ein wichtiger identitätsprägender Bestandteil. Dass, obwohl die beabsichtigte Minderung von Kindestötungen und Aussetzungen nicht einsetzt und im gleichem Ausmaß Kindstötungen stattfinden. „Es gibt keinerlei Hinweise darauf, dass die Zielgruppe der Frauen, die aus einem Kurzschluß heraus ihr Kind töten mit dem Babyklappenangebot überhaupt erreicht werden.“ (Ulrike Riedel – Deutscher Ethikrat) Auch die Rechte der biologischen Väter werden mit einem Handstreich ausgelöscht. Wie so oft, denn eine Angabepflicht des biologischen Vaters seitens der Mütter gibt es nicht und wenn das Kind in einer Ehe mit einem anderen Mann geboren wurde, kann er auch keine Vaterschaftsfeststellung erwirken, denn dem steht dann der Schutz der Familie entgegen. So werden viele Geburtsurkunden ohne eingetragenem oder gar falschem Vater Tag für Tag ausgestellt. Diese Urkunden haben denselben Wert wie Plagiatsdoktortitel, nur mit dem Unterschied, dass die betroffenen Kinder nichts von der Wahrheit wissen.

Sanitäter bringen hochschwangere Frau zur Entbindung - Karikatur von Dirk Berrens - Idee Max Kuckucksvater

Mütter haben die Wahl und die Kinder und deren Väter müssen sich damit abfinden – Karikatur Dirk Berrens – Idee Max Kuckucksvater

Wir reden nicht von Bagatellfällen, sondern über massive Verletzungen von UN-Menschenrechten und UN-Kinderrechtskonventionen, die von Deutschland anerkannt und gezeichnet wurden. Doch die Justiz und der Gesetzgeber sehen sich nachweislich nicht daran gebunden.

Kuckuckskinder bekommen erst ihr Recht auf Identität zugesprochen, wenn sie alt genug, also volljährig sind, um eine Klage beim Familiengericht zur Vaterschaftsfeststellung einzureichen. Sie können von Glück reden, wenn dann ihre Mutter den biologischen Vater überhaupt zu nennen bereit ist und sich nicht auf ein schwaches Gedächtnis oder Unkenntnis beruft.

Es ist an der Zeit, dass wir aufstehen und unbequem werden, damit diese vom Staat geförderten Verbrechen ein Ende finden. Jetzt ist es die Willkür des Staates, der wir ausgesetzt sind, vor der wir laut Grundgesetz geschützt sein sollten.

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Über Max Kuckucksvater

Seit Anfang 2011 weiß ich nun, dass mein Sohn aus erster Ehe nicht mein leiblicher Sohn ist. Da ich weder im Netz, noch irgendwoanders Hilfe fand, gründete ich dieses Blog. Dieses Blog verbindet Kuckuckskinder, Scheinväter, Väter und Kuckucksmütter untereinander, stellt Hilfsthemen bereit. Zusätzlich klärt es die Öffentlichkeit über den stattfindenden Identitätsraub und Betrug auf, damit wir in Zukunft dieses Leid verhindern können. Der obligatorische Vaterschaftstest ab Geburt (OVAG) ist das einzige Mittel, welches das Kind sicher vor der Fälschung seiner Identität bewahren kann. Seither entstanden sehr viele Kontakte und Freundschaften zu Scheinvätern, Kuckuckskindern und anderen Betroffenen sowie Unterstützern. Der Austausch mit ihnen half mir dabei, meine Trauer zu verarbeiten. Und: Ja, ich lebe tatsächlich in Kolumbien. Inzwischen sind meine Frau und ich stolze Eltern einer Tochter. https://www.facebook.com/max.kuckucksvater
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4 Antworten zu Von Babyklappen- und Kuckuckskindern und ihren Gemeinsamkeiten – mit Video

  1. Petra Scholz schreibt:

    Einerseits verstehe ich dass die Einführung von Babyklappen gut gemeint- aber wohl nicht gänzlich zu Ende gedacht gewesen sind.
    Trotz mancher berechtigter Kritik glaube ich dennoch, dass diese einiges Leid verhindert , wie auch gelindert haben, obwohl letztlich immer die Kinder die Leidtragenden sind.

    Auch sie werden später von ihrer begleitenden Prägung,- wie von insgeheimen Schuldgefühlen geplagt, letztlich als unbedeutend,- als nicht echt empfindend, nicht wissend was sie ausmacht,- um ihre Identität gebracht worden zu sein.

    Wie erschütternd mag es noch für diejenigen wirken, welche durch Adoption um das Wissen ihrer Herkunft gebracht worden sind und sich letztlich in der gleichen Situation von Kuckuckskindern befinden, die zwar innerhalb einer Ehe geboren, jedoch ungewollt, außerehelich gezeugt,- letztlich den Ehepartner, unabhängig seines Mitwissens oder Nichtwissens, automatisch als Kindsvater zugeordnet bekommen. (Im Volksmund, schwarze Adoption genannt.)

    Hier beruft sich der Staat auf das mittlerweile Jahre 1900 alte Gesetz des BGB, §1592, welches die elterliche Zuordnung unter dem Vorrang der rechtlichen Ehe und Familie, zum Schutz des Kindes und zu seinen Gunsten feststellt.

    Dieser Schutz zu Gunsten des Kindes ist jedoch gar nicht immer der Art gewährleistet, wie es sich der Gesetzgeber gedacht hat und jegliche unterschiedlichen Faktoren vorab ausklammert.

    Schließlich wurde/wird in punkto außereheliche Zeugung nicht bedacht, dass das Verzeihen eines Seitensprungs durch den Ehemann, wie der Willen am Festhalten an der Ehe erst einmal mehrere Ursachen haben kann und der Schutz des Kindes letztlich gar nicht gewährleistet ist, sodass die Kinder insgeheim lebenslang leiden

    Auch wenn sich der Ehemann seiner Nichtvaterschaft bewusst ist und der Vaterschaft dennoch zustimmt, bedeutet dies letztlich nicht immer, dass er aus dies aus eigener, innerer Überzeugung tut, letztlich auch an der Ehe festzuhalten, denn gerade vor 100 Jahren geschah dies nicht selten aus dem Grund heraus, nach außen hin die Fassade einer heilen Welt vorzugaukeln, einschließlich des sogenannten, „guten Rufs“ und der sozialen Vorteile wegen, die besonders zu damaliger Zeit eine große Rolle spielten und ebenso für einige auch heute noch gelten, für die Ehe und Familie Prestige sind.

    Der insgeheime Frust jener Ehemänner, die an ihrer Ehe leiden, weil sich deren Frauen ihnen verweigern, mit dem Wissen, nun auch noch ein Kind durchbringen zu müssen, welches nicht das leibliche ist, entlädt sich nicht selten an diesen Kindern, was öffentlich jedoch bestritten wird und dies betrifft Kuckucks,- sowohl auch ehemals adoptierte Kinder, denen im schlimmsten Fall obendrein ihre wahre Identität vorenthalten wird/wurde.

    Auch Kuckuckskinder sind nicht selten die Sündenböcke, die insgeheim von beiden Elternteilen abgelehnt- und dementsprechend behandelt werden: Vom gesetzlichen Vater ist es das insgeheime Wissen der Nichtvaterschaft gegenüber dem Kind, was allenfalls geduldet ist und ebenso durch die Mutter zu leiden hat, welche erstens die insgeheime Ablehnung des Ehemannes toleriert und zweitens das Kind ebenso als notwendiges Übel ansieht, dessen außereheliche Zeugung nicht gewollt war und ihre außereheliche Affäre(n) der Grund ihrer Verweigerung gegenüber ihren Ehemännern war, unter dessen Ehe auch sie litten.

    Gerade in früheren Zeiten zählte sozialer Status und nicht selten bestimmten indirekt auch Eltern mit, welcher Ehepartner für ihre Kinder in Frage kam, die diese mitunter verkuppelten und letztlich das Thema Scheidung ein absolutes Tabu gewesen ist.

    Der Druck, welcher sich letztlich innerhalb solcher Ehen entladen hat und im eigentlichen Sinne den Ehepartnern galt, traf dann aber leider meist diejenigen, die sich am wenigsten wehren können: Die betreffenden Kinder als Sündenbock, die nicht selten mitbekamen, dass deren Geschwister bevorteilt behandelt worden sind und das familiäre Klima je nach dem durchleben mussten.

    Dies interessierte früher den Gesetzgeber im Grunde gar nicht, ebenso wenig, wie der Schutz des Kindes vordergründig war.
    Stattdessen ging es darum, eine Gesellschaft, der nach außen hin, auf Sitte, Anstand und Moral geprägten, äußerlich scheinbar heilen Welt von Ordnung und Ehe und Familie zu schaffen, in der jedes Kind seine(n) Eltern/Vater hatte, für die sie finanziell aufzukommen hatten.

    Somit wurden jegliche Kuckuckskinder mit Billigung des Staates regelrecht verleugnetet, welche es einfach nicht gegeben hat, bzw, nicht geben durfte.
    Wurden trotz allem Kinder offiziell für unehelich erklärt, galt dies besonders damals als eine Schande, worunter wiederum diese Kinder am meisten darunter zu leiden hatten, obwohl sie für ihre Herkunft nichts konnten. Allein der Begriff „Wechselbalg“ ist, wie ich meine und auch mir noch geläufig gewesen ist,- noch gut bekannt, in Erinnerung geblieben.

    Dies hat derartige Verzerrungen, von Unwissen bis gesellschaftlich unbekannt gebliebenen Leid jener betroffener Kinder, wie der ScheinVäter gebracht, anderseits, wie die letztliche Folge von gesetzlich legitimierter Lügen, oftmals wiederholt zu Ungunsten jener Betroffenen, die ihrer Identität beraubt wurden und erneut Unrecht „im Namen des Volkes“ erleben, weil Mütter/Eltern selbst vor Gericht lügen dürfen und dank dieser schwammigen, teils widersprüchlichen Gesetzesfassung sehr leicht die Möglichkeit haben, trotz ihrem letztlich wissentlichem,- allein schon moralisch begangenem Unrecht den Kindern und ScheinVätern gegenüber,- selbst mit anwaltlicher Hilfe zu letztlichem Recht verhelfen zu lassen und somit bis heute ihren Kindern Wurzeln und Identität vorenthalten können.

    Anderseits kann ich mir selbst nicht vorstellen, ein Kind in eine solche Babyklappe abzugeben.
    Unabhängig ob dieses leiblich oder fremd ist, für keines würde ich es über das Herz bringen, zumal sie auch noch so wehrlos sind.

    Auch wenn derartige Babyklappen offenbar keine Morde verhindern, meine ich dennoch, dass dessen Schließung nicht plötzlich stattfinden sollte.
    Schließlich gibt es die Möglichkeit,- wie ich einst richtig vernommen habe,- dass die Mutter die Möglichkeit hat, ihr Baby nach einer Frist von sechs oder acht Wochen wieder zu sich zu holen.

    Dennoch bedarf dies neuen- und einheitlich geltenden Rahmenbedingungen mit einem vorher gut durchdachtem Konzept, welches möglichen Missbrauch, gerade in Bezug auf illegalem Kinderhandel, dessen Nachfrage ebenso auf den Bereich Adoption ermöglicht, einzudämmen und so gut wie möglich zu vermeiden.

    Offenbar sind leider Gesetzgeber kaum fähig, sich in die Lage jener Kinder zu versetzen und dabei zu bedenken, das es mehrere Faktoren gibt, ebenso wie viele quasi gelernt haben, von klein auf zu verdrängen, was auch mitunter ihr Verhalten erklärt, ebenso, wie es Mütter/Eltern gibt, die quasi „über Leichen gehen“ und jenes Gesetz in vieler Hinsicht zu ihren Gunsten ausnutzen können, anstatt von vorn herein Dinge auszuklammern und sich lapidar am Gesetz orientieren.

    Jene Möglichkeit zur legitimer Lüge durch dieses Gesetz formt auf Dauer eine Gesellschaft, dessen Verhalten sich letztlich in ihr wiederspiegelt und letztendlich Männer gegen Frauen, wie Frauen gegen Männer, ja, Menschen gegen Menschen ausspielt und Kinder kaputt macht, weil sie besonders darunter leiden, ist Gift für uns Menschen.

    Ein zwingend vorgeschriebener Test ab Geburt, wäre ein Anfang, würde Klarheit vorab bringen, vieles Leid und langwierige Prozesse verhindern, wie auch so manche Verhaltensweise vorab mehr überdacht werden würde.
    Davon würden ebenso Kinder profitieren, die später in Babyklappen abgegeben- und/oder adoptiert werden.

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