Der § 1592 BGB aus der Sicht eines Scheinvaters


Justitia - Gerechtigkeitsbrunnen - © Roland Zumbuehl

Die Deutsche Justiz verstößt zu Teilen gegen die UN-Menschenrechte und das Deutsche Grundgesetz

Nach meinem Rechtsverständnis verstoßen der § 1592 Nr.1 BGB und wortbrüchig gewordene Ehefrauen gegen die garantierten Grundrechte!

§ 1592 Nr. 1 BGB: „Vater eines Kindes ist der Mann, der zum Zeitpunkt der Geburt mit der Mutter des Kindes verheiratet ist.“ –  Die Frage, wer der Erzeuger des Kindes ist, spielt hier keine Rolle: Die Ehefrau geht fremd, wird von deren Liebhaber geschwängert, das Kind wird dem Ehemann untergeschoben, der gemäß dem genannten Paragraphen zum gesetzlichen Vater gestempelt wird. Der biologische Vater bleibt außen vor.

Das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland ist verständlich geschrieben. Die Grundrechte sind einfach verfasst,  so dass

sie auch von einem Nichtjuristen verstanden werden.

Art. 1 Abs. 1 Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt. – Tut sie das?

Art. 1 Abs. 3: Die nachfolgenden Grundrechte binden Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtsprechung als unmittelbar geltendes Recht. – Siehe auch Art. 20 Abs. 3!

Art 2 Abs. 1 sagt aus, dass jeder das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit hat soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder gegen das Sittengesetz verstößt.- Tut ein Scheinvater nicht!

Art. 3 sagt in seinen 3 Absätzen aus: Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich, Männer und Frauen sind gleichberechtigt und niemand darf wegen seines Geschlechts ….u.a…. benachteiligt oder bevorzugt werden. –  Dies sieht in der Praxis anders aus. Hier bestehen zwischen Ehefrau und Ehemann erhebliche Unterschiede.

Eine Ehefrau, die ihr von einem anderen Mann gezeugtes Kind ihrem Ehemann unterschiebt, verletzt die garantierten Grundrechte ihres Ehemannes.

Sie missachtet  ihrem Ehemann gegenüber dessen Werteschutz und den Achtungsanspruch, die in Form der Menschenwürde nach Art. 1 Abs. 1 geschützt und garantiert sind.

Sie verstößt  gegen das garantierte Recht ihres Ehemannes auf dessen freie Entfaltung seiner Persönlichkeit. Die Zeugung eines Kindes ist der intimste Bereich einer Ehe, in dem der Ehemann in Punkto Familienplanung ein Mitspracherecht haben muss. Beim Unterschieben eines Kindes kann er dieses verbriefte Recht nicht wahrnehmen. Im Gegenteil, er kann sich nicht einmal dagegen wehren, da er auf Grund einer arglistigen Täuschung die Wahrheit nicht kennt.

Sie handelt sittenwidrig. Eine sittenwidrige Handlung begründet kein Rechtsgeschäft und schließt somit die Anwendung des § 1592 Nr.1 BGB aus. Das Unterschieben eines Kindes ist eine Tat, die in der Allgemeinheit und nach generellem Rechtsempfinden als anstößig anzusehen ist. Sie entspricht nicht dem Anstandsgefühl billig und gerecht denkender Menschen. Ich habe noch keine Person angetroffen, die das Unterschieben eines Kindes für gut und für gerecht empfindet. Im Gegenteil! Um es deutlich zu machen: Der Volksmund  bezeichnet das Unterschieben eines Kindes schlichtweg als Schweinerei. Dies ist die Wahrheit, wenn man diese auch nicht hören will.

Auch der Gesetzgeber handelt verfassungswidrig, weil er diese verbrieften Grundrechte ebenfalls missachtet.

Nach Art. 6 Abs. 1 GG stehen Ehe und Familie unter dem besonderen Schutz der staatlichen Ordnung. Dazu gehört auch der Ehemann. Es fragt sich nur, wer diesen schützt?

Es heißt, dass die Familie die Keimzelle des Staates ist. Dies setzt aber geordnete Verhältnisse voraus, was man beim Unterschieben eines  Kindes nicht sagen kann. Nach § 1592 Nr. 1 BGB steht nicht die Zeugung des Kindes im Vordergrund,  sondern  die Verheiratung.  Eine nicht zu verstehende  Einschätzung!  Mit Verlaub, mir wurde noch kein Fall bekannt, bei dem eine Ehefrau mittels eines Trauscheines schwanger wurde. – Schön, wenn es zutrifft, dass der Ehemann auch der Erzeuger seines Kindes ist.  Ein Desaster ist es aber für den verheirateten Mann, wenn er das Kind nicht gezeugt hat, respektive, er das von einem anderen Mann gezeugte Kind als Folge eines Ehebruchs seiner Ehefrau von ihr untergeschoben bekommt und der Schwindel, wenn überhaupt jemals, auffliegt. Ein untergeschobenes Kind ist kein Familienmitglied im Sinne einer natürlichen Familie, bzw. einer Ehe. In diesen Fällen ist der § 1592 Nr. 1 BGB verfassungswidrig, weil er die Menschenwürde des Scheinvaters verletzt und dessen freie Entfaltung  der Persönlichkeit außer Kraft setzt, obwohl dieser selbst nicht die Rechte anderer verletzt und auch nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder gegen das Sittengesetz verstoßen hat. Er wird zum gesetzlichen Vater gestempelt, obwohl er in sittenwidriger Weise betrogen wurde und niemals damit einverstanden wäre. Dies nur, weil er das Pech hat, mit einer Frau verheiratet zu sein, der ihr abgelegtes Treueversprechen nichts bedeutet. Das versteht doch kein Mensch.  Bei der Geburt eines Kindes muss doch die Elternfrage im Vordergrund stehen, also wer an dessen Zeugung  beteiligt war. Ob diese Personen verheiratet sind oder nicht, spielt doch keine Rolle. Tausende Kinder werden jedes Jahr geboren, ohne dass deren Eltern verheiratet sind. Ein Ehemann muss über seine Familienplanung selbst entscheiden können, und zwar ohne § 1592 Nr. 1 BGB. Die dem Grundgesetz zuwiderlaufende Vaterschaftsregelung geschieht wohlwissend, dass ein nicht unerheblicher Teil von Kindern untergeschoben wird und demzufolge die Vaterschaftsvermutung, die dem § 1592 Nr.1 BGB zurunde liegt, von vorne herein nicht stimmt. Gemessen an der Geburtenrate werden zwischen 70.000 und 140.000 Kuckuckskinder pro Jahr (jedes zehnte bis fünfte Kind) vermutet. Auch ein Kuckuckskind hat Anspruch auf seine Identität, und zwar von Geburt an und nicht erst, wenn überhaupt, Jahre später. Dieses Recht wird ebenfalls missachtet. Hier stellt sich die Frage, wem die derzeitige Regelung überhaupt nützen soll?

Nicht von der Hand zu weisen ist die Tatsache, dass nach der derzeitigen Regelung der betrogene Ehemann für die verwerfliche Handlung seiner Ehefrau in Form sexueller Eskapaden obendrein noch haften muss. Derartiges ist in einem Rechtsstaat aber angeblich doch ausgeschlossen.

Das Unterschieben eines Kindes beginnt nicht erst bei dessen Geburt. Es beginnt zu dem Zeitpunkt, zu dem die Ehefrau ihrem Ehemann eröffnet, dass er einem „freudigen Ereignis“ entgegen sieht. Man stelle sich diese Heimtücke vor! Der Ehemann vertraut natürlich seiner Ehefrau, ist voller Erwartungen, er freut sich auf „sein“ Kind, tut alles damit es seiner Frau an nichts fehlt, umsorgt sie mit allem Möglichem, richtet im  Ausnahmezustand seines „Glückes“ ein Kinderzimmer ein, bestreitet auch sonst noch mancherlei Kosten und meldet „sein“ Kind  als vermeintlicher Vater voller Stolz beim Standesamt an. Niederträchtiger kann eine Tat nicht mehr sein und der Gesetzgeber hat nichts anderes zu tun, als diese Lebenslüge,  im Grunde genommen mit kriminellem Hintergrund, automatisch abzusegnen. – Menschenwürde? –  Freie Entfaltung der Persönlichkeit? – Gleichberechtigung? – Keine Spur!

Es würde hier zu weit führen und man müsste ein Buch schreiben um darzustellen, wie gleichberechtigt Ehefrau und Ehemann auch bei Gericht sind. Schon allein die Existenz der Verjährungsfrist ist für den Ehemann der reinste Fallstrick.

Eine verfassungskonforme Gesetzgebung kann nur lauten: Vater eines Kindes ist der Mann, der es gezeugt hat. Dies ist bei der Geburt des Kindes festzustellen und nicht hinterher mittels eines den Scheinvater diskriminierenden Gerichtsverfahrens.

Dabei gilt es zu bedenken, dass der § 1592 Nr. 1 BGB aus einer Zeit stammt, in der noch andere Wertevorstellungen galten. An der heutigen sexuellen Freizügigkeit gemessen ist dieser Paragraph total veraltet. Ein Ehebruch, früher sogar strafbar, bedeutet heute nichts mehr.

Vorstehendes ist meine geradlinige und aufrichtige Einschätzung als Betroffener im Sinne von Gerechtigkeit und Transparenz.

Gez.: Josef Groll  – im Februar 2012

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6 Antworten zu Der § 1592 BGB aus der Sicht eines Scheinvaters

  1. Sammy schreibt:

    Hallo, vielleicht kann mir hier jemand meine Frage beantworten:

    ich stehe in der Situation, dass meine Frau fremdgegangen ist und sich schwängern lassen hat.
    Sie hatte keinerlei Chance, mir das Kind unterzuschieben, da ich seit 16 Monaten zeugungsunfähig bin. Zum Schutz meiner leiblichen Kinder und Erhalt der Familienstruktur, habe ich mich entschieden ihr vorzuschlagen, das Kind bei uns aufwachsen zu lassen. Aufgrund ihres Verhaltes und der schlüssigen Argumentation hier in diesem Beitrag, tue ich mich heute damit schwer, einfach so den rechtlichen Vater zu spielen. Der Erzeuger weiß nichts von seinem Glück und meine Frau verweigert Name und Information des selbigen.

    Nun die Frage:

    Zur Geburtseintragung beim Standesamt sind doch beide Unterschriften notwendig ( Geburt ist erst im September), d.h. von Ehefrau und Ehemann. Was passiert, wenn ich meiner Frau klar mache, ich bin zwar bereit, das Kind in unserer Familie aufzunehmen, aber nicht in der Form, dass ich aufgrund des veralteten § des BGB rechtlicher Vater werde, sondern sie soll das Kind alleine eintragen und ich verweigere beim Standesamt meine Unterschrift.

    Was sind formal und rechtlich die Folgen, was tut der Standesbeamte in diesem Fall ??

    VG Sammy

  2. Pingback: Keine Vaterschaftsanfechtung bei künstlicher Befruchtung mit Samenspende | kuckucksvater

  3. m. müller schreibt:

    Die Ausführungen sind alle richtig. Aber was hier verkannt wird, ist die Tatsache, dass der biologische Vater rechtlich gesehen das schwächste Glied ist. Der biologische Vater hat nach unserer Rechtsordnung keinerlei Rechte an seinem Kind. Wenn die Frau verheiratet ist, muss er darauf hoffen, dass dieser die Vaterschaft anfechtet. Trotz Kenntnis (sogar bei Sterilisation des Ehemanns) tut er dies nicht und vereitelt damit sämtliche Rechte des biologischen Vaters. Dieser kommt mit seiner Anfechtungsklage nicht durch, weil das Kind (ab Geburt?) eine zu schützende Beziehung(?) hat. Nur wenn der Scheinvater anfechtet oder sich nachher (bis zu zwei Jahren) trennt, ist der biologische Vater berechtigt. Klasse! Der biologische Vater ist somit zu 100% abhängig vom „Willen“ der Mutter oder des Scheinvaters (der das Kind natürlich will, weil er die Mutter liebt). Die Rechte „des Vaters“ und des Kindes spielen keine Rolle. Test ab Geburt sind die einzig richtige Maßnahme, soweit man dann auch den Beteiligten auch (ihre) Rechte einräumt.

  4. anitaregina schreibt:

    Die „Rumhurerei“ wie du 1955 schreibst hat nichts mit falschverstandener Gleichberechtigung zu tun. Ich denke dass durchschnittlich gleich viele Maenner wie Frauen ausserehelichen Kontakt haben, nur war es frueher fuer Maenner o.k und fuer Frauen nicht. Es stimmt dass die Scheidungsraten hoeher sind als frueher, was aber nur heisst, dass Mann/Frau heute die Wahl hat diesen zu wechseln wenn die Beziehung nicht stimmt, was ich o.k. finde. Das heisst nicht das frueher die Beziehungen besser waren, man hat sich einfach nicht scheiden lassen auch wenn die Beziehung schlecht oder gar gewalttaetig war weil es damals hiess „das macht man nicht“ und man als geschiedene/r in der Gesellschaft gebrandmarkt war.
    Wenn jemand in einer Beziehung ist wo nur noch gestritten wird und die Liebe vollkommen verlorengegangen ist, finde ich es fuer das Kindswohl besser wenn die zwei sich trennen, sofern ein guter Kontakt zum anderen Elternteil aufrechterhalten wird.
    Abtreibungen gibt es nicht erst jetzt, damals mit Elixieren aus den richtigen Kraeutern was eine Fehlgeburt einleitete oder illegal durch selbsternannte „Aerzte“ was nicht selten zu Infektionen und dem Tod der Frau fuehrte. In den anderen Faellen wurde das Kind heimlich geboren und als Findelkind ausgesetzt und da sind wir wieder beim Recht des Kindes auf Herkunft. Es gibt nur eine Loesung und das ist die Vaterschaftsbetimmung gleich bei der Geburt, nur so koennen Verheimlichungen und ein anschliessendes boeses Erwachen fuer das Kind und den vermeintlichen Vater verhindert werden.

    Uebrigens super Artikel Josef Groll

  5. Bernd Plechatsch schreibt:

    Ich kann der Sichtweise von Josef Groll nur zustimmen.

    Bernd Plechatsch (Scheinvater)

  6. 1955 schreibt:

    Schöner Artikel. Aus meiner Sicht ist die Rumhurerei eine Folge der falsch verstandenen Gleichberechtigung. Der Feminismus hat vieles zerstört. Astronomisch hohe Scheidungsraten, unzählige abgesaugte und auf den Müll geworfenen Menschenleben. Ach ne, es heisst ja Abtreibungen. Wahlrecht für Frauen und Gleichberechtigung sind ja in Ordnung, allerdings führt das teilweise zu unschönen Auswüchsen wie der sogenannten „Selbstbestimmung“ bei der Schwangerschaft. Wie sieht es mit der Selbstbestimmung des Kindes aus, welches vielleicht gerne sein Leben geschenkt bekommen würde. Komischerweise sind alle Abtreibungsbefürworter schon auf der Welt. – Aber ich schweife ab… – Jedenfalls sollte sich schleunigst die Gesetzgebung ändern um Väter vor diesen untergeschobenen Kindern zu schützen.

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