Der vaterlose Mann – Videovortrag von Prof. Dr. Matthias Franz an der Universität Düsseldorf – SWR Teleakademie


Prof. Dr. Matthias Franz beschreibt hier in seinem Vortrag, wie sich der zweite Weltkrieg auf unsere Gesellschaft und auf die Stellung der Mutter ausgewirkt hat und welche Auswirkungen noch heute es speziell auf die Söhne hat.

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Über Max Kuckucksvater

Seit Anfang 2011 weiß ich nun, dass mein Sohn aus erster Ehe nicht mein leiblicher Sohn ist. Da ich weder im Netz, noch irgendwoanders Hilfe fand, gründete ich dieses Blog. Dieses Blog verbindet Kuckuckskinder und Kuckucksväter untereinander, stellt Hilfsthemen bereit. Zusätzlich klärt es die Öffentlichkeit über den stattfindenden Identitätsraub und Betrug auf, damit wir in Zukunft dieses Leid verhindern können. Der obligatorische Vaterschaftstest ab Geburt (OVAG) ist das einzige Mittel, welches das Kind sicher vor der Fälschung seiner Identität bewahren kann. Seither entstanden sehr viele Kontakte und Freundschaften zu Scheinvätern, Kuckuckskindern und anderen Betroffenen sowie Unterstützern. Der Austausch mit ihnen half mir dabei, meine Trauer zu verarbeiten. Und: Ja, ich lebe tatsächlich in Kolumbien. Inzwischen sind meine Frau und ich stolze Eltern einer Tochter. https://www.facebook.com/max.kuckucksvater
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Eine Antwort zu Der vaterlose Mann – Videovortrag von Prof. Dr. Matthias Franz an der Universität Düsseldorf – SWR Teleakademie

  1. Immo Lünzer schreibt:

    Prof. Dr. med. Matthias Franz ist stellv. Direktor/Leiter des Psychophysiologischen Labors (Uniklinikum Düsseldorf), Facharzt für Psychotherapeutische Medizin und Facharzt für Neurologie und Psychiatrie.

    Da dieser Vortrag „der vaterlose Mann“ etwas länger ist folgt hier eine Zusammenfassung (plus Ergänzungen aus dem Internet.) In dem Video wird die Bedeutung des Vaters für die kindliche Entwicklung aufgezeigt. 
Nach Franz lassen sich aus entwicklungspsychologischer Sicht vier Entwicklungsschritte beschreiben, bei denen die emotionale Präsenz eines fürsorglichen und empathischen Vaters für die Entwicklung des Kindes von großer Bedeutung ist: Hierzu gehört z.B. die Förderung der Entwicklung der Geschlechtsidentität. Gerade für Jungen im Alter zwischen 3 und 6 Jahren bietet sich durch einen präsenten und emotional verfügbaren Vater eine wichtige männliche und prägende Identifikationsfigur.
    Vielen Jungen mangelt es heute an einem solchen Identifikationsmodell z.B. als Auswirkung von trennungsbedingter Vaterlosigkeit. Die Filmbranche hat dieses Identifikationsdefizit aufgegriffen und präsentiert, mit Filmen wie ,Terminator‘, ,Starwars‘ oder ,Matrix‘ vaterlose Söhne auf der Suche nach omnipotenten und makrophallischen Ersatzvätern. Die Macher dieser Spiele- und Illusionsindustrie beuten die Nöte vieler vaterloser Jungen schamlos aus. Die kleinen, aber im Grunde verunsicherten und ängstlichen ,Schulhof-Machos‘ haben dann nur noch mordende und gewalttätige Medienmonster zum Vorbild und lernen gar nicht mehr von echten Männern, wie sie besser mit Konflikten und ihrer Aggressivität umgehen können. Und wenn sie sich im Kindergarten oder auf dem Schulhof mal balgen, brausen – zugespitzt – gleich die Erzieherinnen heran und wollen ihnen diese körperliche Erprobung wegerziehen. Sie spüren die heimliche Angst der Jungen, zu Mädchen erzogen zu werden.

    Nicht zuletzt auch durch die Erforschung der kriegsbedingten Folgen von Vaterlosigkeit konnten zudem wichtige Erkenntnisse für die Bewertung der Vaterrolle und den Folgen von Vaterlosigkeit gefunden werden.
Ein emotional präsenter und verfügbarer Vater wirkt sich aus entwicklungspsychologischer Sicht durchweg positiv auf die kindliche Entwicklung aus.
    Vor dem Hintergrund aktueller entwicklungspsychologischer / psychoanalytischer Konzepte zur Bedeutung des Vaters, werden Ursachen und Folgen der heutigen, trennungsbedingten Vaterlosigkeit mit der Düsseldorfer ,Alleinerziehendenstudie‘ dargestellt. Auch hier zeigt sich, wie in anderen epidemiologischen Studien, eine erhöhte psychosoziale Belastung alleinerziehender Mütter und besonders der betroffenen Jungen – aufgrund vorliegender Verlaufsstudien mit erheblichen psychosozialen Langzeitfolgen, insbes. Depression. Und es zeigte sich auch eine erhöhte Rate bei den Ladendiedstählen, die allerdings bei Kindern aus Patchworkfamilien noch höher waren.
    Abschließend stellt er sein bindungsorientiertes präventives Elterntraining für alleinerziehende Mütter mit Kindern (im Vor- und Grundschulalter) vor, welches eine deutliche Besserung der maternalen Depression und auch kindlicher Verhaltensauffälligkeiten bewirkt.
    http://www.palme-elterntraining.de

    Außerdem kommt die Förderung der Beziehung von Vätern und Kindern eine besondere Bedeutung zu. Väter müssen ermutigt werden ihre Verantwortung (mehr) wahrzunehmen – gleichzeitig ist es aber auch wichtig Hürden in den Blick zu nehmen, die eine aktive Vaterschaft verhindern. Hier sind auch alle Väter aufgerufen, aktiver zu werden.

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