Kokowääh – Ein Film über Kuckucksväter, Kuckuckskind und wenig Kuckucksmutter


Die Überschrift verrät es bereits. In diesem Film geht es hauptsächlich um die Position des Vaters, der nichts von seinem Glück wusste, des Vaters, der immer glaubte, der Vater zu sein und um das somit gemeinsame Kuckuckskind.

Ein Kind sitzt mit einem verschlossenen Brief vor der Wohnungstür ihres Vaters, in der Annahme, es sei nur ein Freund der Mutter, bei welchem sie für „nur“ vier Wochen bleiben soll, bis ihre Mutter aus New York zurück ist. Ihre Eltern haben sich

gerade getrennt und deswegen muss sie wo anders hin, ohne den Grund zu kennen. Der überraschte und völlig mit der Situation überforderte biologische Vater macht eine sehr sympathische Figur, wie alle anderen auch. Alle sind emanzipiert, gebildet, einfühlsam und bis auf den biologischen Vater schwer vermögend. Die Kuckuckstochter erfährt hier den Umgang mit dem Mutterfreund ist dabei herrlich entspannt und so nimmt der Film mit den Wirrungen des Lebens seinen Lauf.

Hier wird auf sehr angenehme, heitere und leicht konsumierbare Weise, ein doch sehr heikles Thema präsentiert. Dies gelingt vor allem deswegen, da die Mutter – mit all den Konfliktpunkten, die so eine Figur liefert – weitgehend gar nicht erst vorkommt und geschickt in der Story in die USA ausgelagert wurde.

Achtung! Nachfolgend wird das Ende verraten. Wer sich noch überraschen lassen möchte, sollte später die Filmbesprechung weiterlesen.

Die Bedürfnisse eines jeden einzelnen der bisher Unwissenden, werden hier gezeigt und können sich untereinander, ohne den Einfluss der Mutter, mit einander arrangieren und machen dies geradezu vorbildlich. Schade ist nur, dass die bisher gänzlich im Schatten belassene Mutter, ausgerechnet als Moderatorin die Abstimmung über die Regelungen, des Umgangs mit dem Kuckuckskind und den beiden Vätern, übernimmt. Das hätte wohl besser und glaubhafter eine gute Tante oder Bekannte übernehmen sollen und dann weniger den Heiligenschein auf die Mutter geworfen, der vorher noch nicht da war; genauso wenig, wie das Büsserhemd, welches ihr im ganzen Film nicht angezogen wurde.

Alles in allem ein sehr gelungener Film und vor allem ein Beginn für eine Enttabuisierung dieses Themas. Ein Dankeschön an Til Schweiger.

Hier der Kinotrailer zum neuen Kuckuckskindfilm von Til Schweiger: Kokowääh 2 – Kuckuckskind in Patchworkfamilie und das erste verknallt sein

Advertisements

Über Max Kuckucksvater

Seit Anfang 2011 weiß ich nun, dass mein Sohn aus erster Ehe nicht mein leiblicher Sohn ist. Da ich weder im Netz, noch irgendwoanders Hilfe fand, gründete ich dieses Blog. Dieses Blog verbindet Kuckuckskinder und Kuckucksväter untereinander, stellt Hilfsthemen bereit. Zusätzlich klärt es die Öffentlichkeit über den stattfindenden Identitätsraub und Betrug auf, damit wir in Zukunft dieses Leid verhindern können. Der obligatorische Vaterschaftstest ab Geburt (OVAG) ist das einzige Mittel, welches das Kind sicher vor der Fälschung seiner Identität bewahren kann. Seither entstanden sehr viele Kontakte und Freundschaften zu Scheinvätern, Kuckuckskindern und anderen Betroffenen sowie Unterstützern. Der Austausch mit ihnen half mir dabei, meine Trauer zu verarbeiten. Und: Ja, ich lebe tatsächlich in Kolumbien. Inzwischen sind meine Frau und ich stolze Eltern einer Tochter. https://www.facebook.com/max.kuckucksvater
Dieser Beitrag wurde unter Diskussionen, Humor, Kuckuckskind abgelegt und mit , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Kokowääh – Ein Film über Kuckucksväter, Kuckuckskind und wenig Kuckucksmutter

  1. Stephan Josef schreibt:

    Hallo Kuckucksvater,
    danke für das Teilhaben lassen an dieser Seite und an deiner Situation und deiner Welt. Als Coach und Begleiter von Menschen erlebe ich täglich vielfältige Situationen, in denen Menschen Dinge tun, die viel Leid verursachen. Tatsächlich glaube ich daran, dass alles letztendlich zum „Besten“ dient. Das sind keine leichten Worte, mal schnell dahin geschrieben. Jeder Mensch hat sein „Schicksal“ zu tragen. Wir alle haben eins. Jeder auf seine Art. Es ist die Entscheidung eines jeden, ob er sein Schicksal als Chance annimmt oder nicht.

    Ich freue mich für dich, Kuckucksvater, dass du auf dem Weg dazu bist.

    Beste Grüße,
    Stephan Josef

    • kuckucksvater schreibt:

      Hallo Stephan Josef,

      vielen Dank für Deine Anteilnahme. Ich denke auch, dass es für ein Jedes eine höhere Bestimmung gibt und mache – aus dem was ist – das Beste.

Was ist Deine Meinung?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s