Die Nichtvaterschaft – oder: Ist mein Sohn noch mein Sohn


eine wichtige Beziehung für beide

Liebe braucht keine Worte

Nun bin ich ein Nichtvater – so nenne ich meinen Zustand auch. Nachdem ersten Schrecken zu Beginn des Jahres kam mir gleich die ersten Fragen hoch: Was ist mein Sohn jetzt für mich? Was bin ich jetzt für Ihn? Wie sag ich es meinem Kind, das es nicht meines ist?

Nach sieben Jahren – ich zähle die Schwangerschaft mit – in dem festen Glauben, Johannes* sei mein Sohn, fühle ich mich ganz und gar als Vater. Es gab viele Erlebnisse, die mich mit ihm fest verbinden.

*Name zu seinem Schutz geändert

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Über Max Kuckucksvater

Seit Anfang 2011 weiß ich nun, dass mein Sohn aus erster Ehe nicht mein leiblicher Sohn ist. Da ich weder im Netz, noch irgendwoanders Hilfe fand, gründete ich dieses Blog. Dieses Blog verbindet Kuckuckskinder, Scheinväter, Väter und Kuckucksmütter untereinander, stellt Hilfsthemen bereit. Zusätzlich klärt es die Öffentlichkeit über den stattfindenden Identitätsraub und Betrug auf, damit wir in Zukunft dieses Leid verhindern können. Der obligatorische Vaterschaftstest ab Geburt (OVAG) ist das einzige Mittel, welches das Kind sicher vor der Fälschung seiner Identität bewahren kann. Seither entstanden sehr viele Kontakte und Freundschaften zu Scheinvätern, Kuckuckskindern und anderen Betroffenen sowie Unterstützern. Der Austausch mit ihnen half mir dabei, meine Trauer zu verarbeiten. Und: Ja, ich lebe tatsächlich in Kolumbien. Inzwischen sind meine Frau und ich stolze Eltern einer Tochter. https://www.facebook.com/max.kuckucksvater
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3 Antworten zu Die Nichtvaterschaft – oder: Ist mein Sohn noch mein Sohn

  1. kuckucksvater schreibt:

    Danke Chris. Dein Kommentar hat mir gut getan. Zugleich war es nicht leicht darauf zu antworten, da ich selbst erst einmal sehen wollte, wie es sich weiterentwickelt.
    Mittlerweile haben sich einige Dinge ergeben.

    Durch meine derzeit finanziell eingeschränkte Situation, konnte ich ihn leider nicht mehr abholen, geschweige denn besuchen und gebracht wurde er leider auch nicht. So hielt ich den Kontakt per Telefon und konnte spüren, wie fern und zugleich nah wir uns sind. Fern in sofern, dass das Vater-Sohn-Empfinden echt ist und zugleich die Lüge auf der anderen Seite mit aller Macht aufrecht zu erhalten versucht wird. Koste es, was es will.

    Ich schaue nach Lösungen. Mein Handlungsspielraum ist nicht groß. Der Einfluß seiner Mutter um so größer. Ich weiß, dass er sich um meiner sicher ist, was mich beruhigt. Ebenso scheint er nicht darunter zu leiden, Gott sei Dank.

    Die Zeit wird es zeigen, wie sehr ich den Kontakt aufrecht erhalten kann, trotz aller bereits ausgesprochenen Ankündigungen, seitens seiner Mutter, dies in Zukunft zu unterbinden.

    Aus anderen Fällen kenne ich auch Deine Seite, in der der wahre Vater, sich nicht um das Kind kümmert. Vielmehr noch, es ablehnt und bewußt immer und immer wieder enttäuschte und seelisch verletzte und nun der Stiefvater die Vaterrolle mit aller Liebe und Fürsorge übernommen hat. Das wichtigste für ein Kind ist, bedingungslos angenommen zu werden, von wem auch immer und besonders vom direkten sozialen Umfeld. Meine Anerkennung an Dich und alle, die Kinder in ihr Leben lassen und damit das Gefühl erleben lassen ein Teil von einem Ganzen zu sein.

  2. Chris schreibt:

    Hallo,

    durch deine Umfrage bei gutefrage.net bin ich nun auch mal hier bei dir gelandet 🙂

    Zu deiner Frage oben, was du für deinen „Nichtsohn“ bist, gibt es nur eine einzige richtige Antwort: Sein Vater!
    Er ist mit dir als Vater aufgewachsen, du hast ihn groß werden sehen, warst für ihn da, warst stolz auf alles, was er gelernt und geschafft hat und genauso stolz ist er -wie alle Kinder- auf seinen Vater. Er liebt dich als seinen Vater und du ihn als deinen Sohn. Daran ändert auch der Vaterschaftstest nichts.
    Du bist nicht der leibliche, biologische „Erzeuger“ aber dem Kind immer ein Vater gewesen. Alleine schon die Art, wie du dich mit deiner jetzigen, schwierigen Situation auseinander setzt, sagt mir: Der schlechteste kannst du nicht sein. 🙂

    Bei mir ist die Situation einfacher: ich wusste von Anfang an, dass meine Tochter nicht von mir ist; meine Frau hat sie mit in die Ehe gebracht. Ich schreibe dennoch ganz bewusst „meine Tochter“, weil sie genau das für mich ist. So, wie sie mich von Anfang an als ihren neuen Vater akzeptiert hat, akzeptiere und liebe ich auch sie als wäre sie mein eigenes Kind. Ich versuche mein bestes, ihr ein guter Vater zu sein. Auch deshalb, weil ihr leiblicher Vater es NICHT ist. Bitte nicht falsch verstehen, ich wollte ihm sein Kind nie weg nehmen. Das hat er ganz gut alleine geschafft. Nach unzähligen Vorfällen über Jahre hinweg, die man nur noch als seelische Misshandlung bezeichnen kann, wurde ihm vor kurzen der Umgang gerichtlich ganz untersagt.
    Was ich damit sagen will: Man kann auch Vater sein, ohne seine Gene beigesteuert zu haben.

    Womit du am meisten zu kämpfen hast, ist die Tatsache, über Jahre betrogen worden zu sein. Dass sowas verdaammt weh tut, kann ich mir vorstellen.
    Aber: Du und dein Sohn, ihr könnt beide nichts dafür! Deshalb darf sich auch an dem Verhältnis zwischen euch beiden nichts ändern! Du strafst sonst ihn und du strafst dich selbst damit.

    Du kannst es deinen Sohn versuchen zu erklären, wenn du glaubst es sei nötig, du kannst dich von seiner Mutter abwenden, wenn du es nicht mehr erträgst und selbst wenn du dich von deinem Sohn abwendest: Es ist völlig egal was du tust, für ihn bist und bleibst du sein Vater. Einen anderen hatte er nie.

    Ich drück dir die Daumen für eure Zukunft!
    Chris

    • Kuckucksmama? schreibt:

      Hallo Chris.

      Bin gerade durch Zufall hier gelandet und lese Deine Antwort.
      Okay, meine Mail an Dich geht jetzt am eigentlich Thema des Blogs vorbei. Aber eEin Satz, den Du schreibst, geht mir nicht mehr aus dem Kopf:
      „Nach unzähligen Vorfällen über Jahre hinweg, die man nur noch als seelische Misshandlung bezeichnen kann, wurde ihm vor kurzen der Umgang gerichtlich ganz untersagt.“
      Nun, ich bin gerade in einem elenden Sorgerechtsstreit mit meinem Expartner, der in meinen Augen die Kinder übelst manipuliert und auch seelisch misshandelt.
      Jedoch interessiert beim Sorgerechtsstreit vor dem Familiengericht KEINEN, was da tatsächlich abgeht. Die Dame von der Verfahrensbeistandschaft („Anwältin der Kinder“) hört nicht zu und pickt sich nur das heraus, was sie hören will.
      Nun, jedenfalls werde ich mein alleiniges Sporgerecht verlieren und der Vater wird das gemeinsame Sorgerecht zugesprochen bekommen. d.h., dass wir uns künftig wegen sämtlicher Entscheidungen „fetzen“ werden – SEHR zum „Wohle der Kinder“ (arrggh!). UND der Vater wird noch je Kind einen Abend in der Woche zusätzlich Besuchsrecht bekommen!!!
      Was für ein erbärmlicher Vater er ist, das interessiert NIEMANDEN. Es geht alleine darum, dass er als VATER nunmal ein RECHT hat und ihm das zugesprochen wird. Toll…

      Von daher würde mich interesssieren, wie das bei euch (bzw. bei dem biolog. Vater Deiner Tochter) so abgelaufen ist. Wieso bekommt er den Umgang untersagt? Unvorstellbar für mich – nach allem, was ich mit dem Fam-.gericht bereits erlebt habe…

      Würde mich sehr freuen, wenn Du mir mal mailen magst.

      Liebe Grüsse,
      Kuckucksmama?

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