Angeblich hat sie nichts gewusst – Tagebuch im Wochenrhythmus – von Sandra Busca – Teil 4


Foto von © Zsuzsanna Kilian, auf http://www.sxc.hu/profile/nkzs

Geheimnisse unter Verschluß © Zsuzsanna Kilian

Kuckuckskind - Mein kleiner Bruder und ich, wir sitzen lange zusammen und erzählen.

Für ihn bin ich seine große Schwester, dass wir verschiedene Väter haben verwirrt ihn. Er versteht es nicht. Warum weiß er von all den Dingen nichts? Ihm wird bewusst, dass er von seinen Eltern nichts weiß.
Ich hingegen, suche nach der Beerdigung meiner Mutter erneut den Kontakt mit der Verwandschaft mütterlicher- und väterlicherseits.

Meine Tante mütterlicherseits tat irritiert. Angeblich hat sie nichts gewusst. Diese Information sei neu für sie. Die beiden hatten in den Jahren kaum Kontakt miteinander. Erst nach dem Tod ihrer Eltern kamen sie sich wieder näher.

Meine Mutter war als junge Frau sehr lebensbejahend. Beinahe hungrig danach.  Ihre Ausbildung als Einzelhandelskauffrau machte sie in Hamburg.
1956 wurde sie schwanger mit meinem Bruder. Auf der Geburtsurkunde ist kein Vater vermerkt. Kein Name ist dort festgehalten. 1957 erblickt mein großer Bruder im Gefängnis in Lübeck Marli das Licht der Welt und bei ihrer Rückkehr in die Heimatgemeinde war sie allein.
Ihre Eltern sollen durch Zufall von der Existenz meines Bruders erfahren haben. Über kirchliche Kontakte machten sie den Aufenthaltsort meines Bruders aus und holten ihn dann aus einem Kinderheim in der Nähe von Hamburg. Zu der Zeit soll er schon 1 bis 2 Jahre alt gewesen sein.

Hier geht es zu Teil 3 “Alle wußten es, nur ich nicht” der Serie Tagebuch im Wochenrhythmus – von Sandra Busca

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Über Max Kuckucksvater

Seit Anfang 2011 weiß ich nun, dass mein Sohn nicht mein leiblicher Sohn ist. Da ich weder im Netz, noch irgendwoanders Hilfe gefunden hatte, habe ich diesen Blog gegründet. Dieser Blog verbindet Kuckuckskinder und Kuckucksväter untereinander, stellt Hilfethemen bereit. Ein weiteres Ziel ist die Aufklärung der Gesellschaft über den stattfindenden Identitätsraub und Betrug, damit wir in Zukunft dieses Leid verhindern können. Der Vaterschaftstest ab Geburt ist das einzige Mittel, welches das Kind vor der Fälschung seiner Identität bewahren kann. Seither sind sehr viele Kontakte und Freundschaften zu anderen Scheinvätern, Kuckuckskindern und anderen Betroffenen sowie Unterstützern entstanden. Der Austausch mit ihnen hat mir geholfen, meine Trauer zu verarbeiten.
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